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Engelsaal

Tiere als einmalige „Persönlichkeiten“

Ausstellung mit Bildern von Raoul Kaffka

Von 
Thomas Hess
Lesedauer: 
Bei der Vernissage (von links) Volker Weidhaas, Raoul Kaffka und Gunter Schmidt. © Kunstverein

Tauberbischofsheim. Mit naturgetreuen Tierdarstellungen, mit Buntstift gezeichnet, präsentiert sich der Grafiker Raoul Kaffka bei seiner ersten Ausstellung im Engelsaal des Kunstvereins. Doch damit ist noch wenig gesagt.

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Was der Künstler hier mit diesem simplen, gewöhnlich nur von Kindern oder Freizeitkünstlern verwendeten Zeichenmittel so alles auf den Karton zaubert, ist nämlich kaum zu glauben: Das flauschige Fell eines Hundes, das gelblich struppige einer Hyäne, die die glänzend gestriegelte Decke eines Pferdes wie die stachligen Borsten eines Schweins, das rotbraun herabwallende Haarkleid des Orang Utans, aber auch das Gefieder von Vögeln oder den glänzenden Panzer eines Hirschkäfers, nicht zu vergessen die bis ins letzte Detail ausgearbeiteten, verblüffend naturgetreuen Köpfe und Gesichter seiner Vorbilder.

Gezeichnet ist alles in einem augentäuschenden, nahezu fotografisch korrekten Naturalismus, der diesen großformatigen, teils nahezu lebensgroßen, teils auch überlebensgroßen „Tierporträts“ eine faszinierende Präsenz und Lebenswirklichkeit verleiht.

Gar nicht so leicht

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Von
Adrian Brosch
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Für den Betrachter ist es gar nicht leicht, sich von den Darstellungen zu lösen, besonders, wenn er sie einmal näher in Augenschein genommen hat und die dicht in dicht in mehreren Lagen ineinander gestrichelten und -schraffierten Farbstiftstrukturen auf dem Bildgrund nachzuvollziehen versucht.

Dann beginnt man endlich allmählich zu begreifen, welch ungeheure handwerkliche Sorgfalt und Mühe und welch enormer Zeitaufwand (je nach Bild zwischen 80 und 120 Arbeitsstunden) in diese erstaunlichen Schöpfungen investiert wurden.

Gunter Schmidt vom Kunstverein stellte seine Vernissage-Einführung unter das heute etwas altmodisch klingende, gleichwohl gültige Motto: „Kunst kommt von Können“, das auf die hier ausgestellten Arbeiten Raoul Kaffkas in besonderem Maß zutreffend sei. Wie dieses Motto hier umgesetzt werde, sei in der Tat „spektakulär.“ Dies gelte für die Brillanz und Virtuosität der handwerklichen Ausführung, beispielsweise in der Wiedergabe von Licht- und Schattenwirkungen, aber auch für „Individualität“ der Tierdarstellungen.

Raoul Kaffkas Tiere würden als einmalige „Persönlichkeiten“ präsentiert, denen man als Betrachter „begegnen“ kann. Gunter Schmidts Resumé: „Handgemachte Kunst von sensationellem optischen Reiz“.

Dauer: Die Ausstellung im Engelsaal mit Tierporträts von Raoul Kaffka dauert zu den üblichen Öffnungszeiten (samstags 10.30 bis 12.30, sonntags 14 bis 18 Uhr) noch bis einschließlich 9.Oktober.

Freier Autor

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