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Bildung

Tauberbischofsheim: "Schiff" will digitaler Campus werden

Von 
mgg
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Lehrer Sebastian Link und die Klasse 10a beim Unterricht mit den neuen Tablets. © MGG

Das Matthias-Grünewald-Gymnasium will digitaler Campus werden. Ein Meilenstein auf dem Weg dorthin ist die Digitalisierung der Oberstufe. Seit Beginn dieses Schuljahres arbeiten die Schüler der zehnten Klassen mit Tablets im Unterricht.

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Tauberbischofsheim. „Wir müssen die Digitalisierung des Unterrichts über die Zeit des Fernunterrichts hinaus mit in die Zukunft tragen“, sagt Studiendirektor Sebastian Link. Der Abteilungsleiter und Fachlehrer für Mathematik, Chemie und Informatik treibt die Digitalisierung am „Schiff“ maßgeblich voran.

So wurde die digitale Ausstattung verbessert und ein methodisch-didaktisches Konzept entwickelt. Der „Medienbasiskurs“ beginnt beispielsweise schon in der fünften Klasse. Außerdem setzt man am MGG auf die Vernetzung mit außerschulischen Partnern wie dem Kreismedienzentrum. Lohn der Anstrengungen: Seit längerem darf das MGG sich „Mint-freundliche“ und „digitale Schule“ nennen.

„Ab diesem Schuljahr räumt das Matthias-Grünewald-Gymnasium der Leitperspektive Medienbildung des Bildungsplans einen besonderen Stellenwert ein“, erklärt Sigrid Böhrer. Die kommissarische Schulleiterin weist darauf hin, dass fächerübergreifend und fachintegrativ den Schülern grundlegende Felder der Medienbildung vermittelt werden sollen. Ziel sei es, dass sie künftig routinierter mit der Technik umgehen können.

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„Die Schüler erhalten vertiefte Kenntnisse von modernen Informations- und Netzwerktechnologien“, erklärt Sebastian Link. Dies beinhalte zum Beispiel Wissen darüber, wo bei der Verwendung von Apps und Computerprogrammen Daten gespeichert und verarbeitet werden. Von der fortschreitenden Digitalisierung verspricht Link sich mehr Selbständigkeit bei den Schülern. „Damit fördern wir ihre Fähigkeit, sich Wissen selbstständig anzueignen, Problemlösungen eigenständig zu entwickeln, zu koordinieren, miteinander abzusprechen und zu präsentieren.“

Kritisches Hinterfragen wichtig

Gleichzeitig geht es ihm darum, dass die Schüler den Umgang mit digitalen Medien auch kritisch hinterfragen. So sollen sie sich nicht nur mit Themen wie dem Datenschutz oder den Gefahren des Internets auseinandersetzen, um ein Rechtsbewusstsein zu entwickeln. „Die Schüler sollen auch lernen, sinnvolle Suchkriterien für die Internetrecherche auszuwählen und die damit gefundenen Texte kompetent zu bewerten.“ Die ersten, die von dieser Digitalisierungsoffensive am Matthias-Grünewald-Gymnasium profitieren, sind die Zehntklässler. Alle 49 haben zu Beginn des Schuljahres ein Tablet mit Tastatur und Eingabestift zur Verfügung gestellt bekommen. Finanziert wurden die Geräte mit Geldern aus dem Sofortausstattungsprogramm des Kultusministeriums.

Einführungskurse vermittelten die erforderlichen Systemkenntnisse. „Wir wollten sicherstellen, dass die Schüler den Umgang mit den Geräten beherrschen“, so Link. Jetzt können sie digitale Notizen zur Unterrichtsdokumentation erstellen. Das sei von Lehrerseite grundsätzlich gestattet und gewünscht.

Link sieht vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Im Chemieunterricht will er beispielsweise Erklärvideos für seine Schüler drehen. Er kann sich aber auch vorstellen, dass die Schüler in den Naturwissenschaften selber per Video ihre Versuche dokumentieren. Die aus dem Corona-Lockdown vertrauten Webkonferenzen eignen sich seiner Meinung nach genauso gut für den Unterricht in den Fremdsprachen. „Unsere Schüler können sich auf diese Weise recht unkompliziert mit Gleichaltrigen in England, Spanien oder Frankreich austauschen.“ In Geschichte oder Gemeinschaftskunde ließen sich digitale Treffen mit Zeitzeugen oder Abgeordneten arrangieren.

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Auch die Lehrer sind gefordert

Die Lehrer, die in der Jahrgangsstufe 10 unterrichten, nutzen das Tablet schon eifrig. „Die Bereitschaft mitzumachen, ist groß“, lobt Sebastian Link. Etliche Kollegen hätten vor den Sommerferien von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, schulinterne Fortbildungen zu besuchen. Ulrike Benz zum Beispiel.

Mit großem Engagement hat die Lateinlehrerin sich auf das für sie ungewohnte Terrain begeben. „Die Herausforderung hat mich gereizt“, sagt sie. Das Alter spiele keine Rolle, wenn es darum geht, sich mit der digitalen Technik vertraut zu machen.

„Das MGG wird seinem Ruf als digitale Schule gerecht“, betont Mattis Reinholt. Der Schüler der 10a freut sich, dass „unsere Stufe als Testjahrgang ausgewählt worden ist.“ Lina Lohmeyer denkt schon an die Zukunft: „Der Umgang mit Tablets bereitet uns auf das spätere Leben vor“, meint die 15-Jährige. Und Elisa Weidner gefällt die einfache Bedienung: „Heftaufschriebe sind schnell gemacht und lassen sich einfach korrigieren.“

Die Reaktionen nach den ersten Wochen stimmen Sebastian Link zuversichtlich. Zum Halbjahr soll das Projekt ausführlich evaluiert werden. „Dann können wir nachsteuern.“ Einen Wunsch für die Zukunft hat er noch: „Wenn Schulträger und private Sponsoren uns unterstützen, können wir das Projekt im nächsten Schuljahr auf die Jahrgangsstufe 1 und 2 ausweiten.“ mgg

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