Technischer Ausschuss tagte - Neuer Bebauungsplan „Würzburger Straße“ soll die willkürliche Installation von großflächigen Plakattafeln verhindern Stadt will Wildwuchs von Werbeanlagen verhindern

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Fabian Greulich
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Die Würzburger Straße ist für Anlagen der Werbewirtschaft interessant. Die Stadt befürchtet aber städtebauliche Fehlentwicklungen und handelt. © Fabian Greulich

Tauberbischofsheim. Das Gebiet um die „Rechte Tauberkreuzung“ (Würzburger Straße – Mergentheimer Straße – Wertheimer Straße) ist offenbar für Anlagen der Werbewirtschaft sehr interessant. Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein Vorhaben für Wirbel gesorgt hatte, liegen der Stadt nun erneut zwei Bauanträge für die Errichtung von großflächigen Plakatanschlagtafeln in der Würzburger Straße vor. Die Verwaltung will diese aber nicht haben.

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„Aufgrund der Größe und der Positionierung der Werbeanlagen sind unerwünschte städtebauliche Fehlentwicklungen zu befürchten“, erklärte Bauamtsleiter Rainer Ruppert am Mittwoch im Rahmen der Sitzung des Technischen Ausschusses. Allerdings sei eine Ablehnung der Bauanträge aufgrund der aktuellen Rechtslage nicht ohne Weiteres möglich. Dies habe nicht zuletzt die Erfahrung mit dem ersten Bauantrag im letzten Jahr gezeigt. In einem ähnlichen Fall hatte die Stadt damals nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium die Erteilung einer Baugenehmigung für die Anbringung einer Werbeanlage an der Fassade eines Garagengebäudes abgelehnt.

„Städtebaulich unerwünscht“

Im folgenden Klageverfahren gab das Verwaltungsgericht Stuttgart mit Urteil vom 12. Oktober jedoch dem Antragsteller recht. Die Stadt wurde verpflichtet, die Baugenehmigung zu erteilen. „Aus kommunaler Sicht ist die Massierung solcher Werbetafeln an dieser Stelle städtebaulich nicht erwünscht. Unter anderem steht in unmittelbarer Nähe ein Bildstock. Außerdem werden mit den Plakatwänden nicht etwa Firmen oder Produkte aus dem Stadtgebiet beworben, sondern alle möglichen“, betonte Bürgermeister Wolfgang Vockel. Es bestehe deshalb dringender Handlungsbedarf. Eine Ablehnung solcher Vorhaben sei rechtlich möglich, allerdings nur unter gewissen Voraussetzung.

Zur Regelung der Zulässigkeit von Werbeanlagen müsse ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden. Dies soll nun geschehen, indem man das betreffende Gebiet mit einem Bebauungsplan „Würzburger Straße“ überplant. Dieser soll entsprechende Regelungen zu Aufstellorten von Werbeanlagen beinhalten sowie baugestalterische Vorgaben hinsichtlich Größe, Anzahl und Ausführung der dann zulässigen Anlagen machen. Der Technische Ausschuss stimmte geschlossen zu.

Redaktion Leiter der Redaktionen Tauberbischofsheim, Wertheim und Regionales