Im Engel-Saal

Spannende Suche nach der eigenen Persönlichkeit

Das Gekko TanzTheater begeisterte mit der Aufführung des Stücks vom „Kleinen Ich-bin-ich“ die jungen Zuschauer

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aba
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Das GeccoTanzTheater erzählte in der Tauberbischofsheimer Engel-Saal die Geschichte vom „Kleinen Ich-bin-ich“. © Antje Bauer

Tauberbischofsheim. Die Frage nach der eigenen Identität und dem Bewusstsein vom „Ich“ ist eigentlich eine philosophische Frage, die Menschen schon immer bewegt hat und noch bewegt.

Kindgerecht aufbereitet

Für das junge Publikum beim Gekko TanzTheater, das die Geschichte vom „Kleinen Ich-bin-ich“ (nach dem Buch von Mira Lobe aus dem Jahre 1972) auf die Bühne gebracht hatte, war das kein Problem. Ganz unbefangen folgte es der Handlung, staunte, lachte und gruselte sich auch manchmal ein wenig, wenn es mal zwischendurch dunkel wurde im Raum. Eingeladen dazu hatten die Buchhandlung „Schwarz auf Weiss“ und die Städtische Mediothek und so konnte Yvette Driessen viele kleine (und sie begleitende große) Zuhörer im Engelsaalwillkommen heißen. „Wie schön, dass hier wieder Theater gespielt werden kann. Und weil wir hier nicht vor einer Leinwand im Kino oder dem Fernseher sitzen, sondern hier Theater mit lebendigen Menschen gespielt wird, bitte ich euch, bitte ich Sie, während der Aufführung nicht zu essen und zu trinken. So was stört und lenkt die Akteurinnen ab“. Aber die eine oder andere Mutter schien doch tatsächlich zu fürchten, ihr Sprössling könne in diesen 45 Minuten verhungern und verdursten.

Ja, und dann tanzte, purzelte und turnte das Geschöpf in seinem rot-weißkarierten Kleid über die Bühne, blieb aber auch immer wieder einmal recht nachdenklich stehen, war es doch am Grübeln, wer es ist und wie es heißt. Und auf seiner Suche nach seinem Ich begegnete es einer ganzen Reihe von Tieren und mit viel Pantomime und wenig Worten, begleitet von Klängen verschiedener Instrumente, suchte es immer nach der Antwort auf ihre Frage: „Wer, was bin ich?“

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Da hüpfte es mit einem quakenden Frosch, tanzte mit einem wiehernden Pferd Flamenco, turnte mit einem dicken Nilpferd, schwamm vergnügt mit einem Fisch um die Wette, flatterte mit einem Papagei (oder war es ein Paradiesvogel?) herum, begegnete noch Löwe, Wespe, Hase und Ziege. Ganz traurig und müde geworden, schlief es schließlich ein – und der Mond ging auf und leise erklang dazu ein Schlaflied.

Ja, und dann kam schwanzwedelnd und bellend ein Hund angelaufen und mit ihm auch die glückliche Erkenntnis „Ja, ich bin ich und du bist du und ich bin ich.“ Und da regneten nicht gerade Sternschnuppen vom Himmel, aber eine ganze Menge bunter Seifenblasen.

Viel Beifall

Viel Beifall gab’s für die beiden Akteurinnen von den kleinen („Das war sooo schön!“) und den großen Zuschauern („Wirklich eine beeindruckende Vorstellung!“) und dazu für die Kinder ein Plakat zur Erinnerung an einen wunderschönen Nachmittag. Und an Isabelle Guidi, die all die Tiere verkörpert hatte (und mancher Knirps ganz erstaunt war, dass das nur eine einzige Schauspielerin gewesen war) und an das kleine Ich, Johanna Sophia Müller, die auch mit ganz verschiedenem Instrumentarium und Kompositionen die einzelnen Tiere charakterisiert hatte.

Ein Nachmittag, an den alle noch lange zurückdenken werden. aba