Tierschutz-Skandal - Massive Verstöße bei OSI-Betrieb / Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 25 Beschäftigte Schlachthof schließt endgültig

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Fabian Greulich
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Tauberbischofsheim. Der OSI-Schlachthof in Tauberbischofsheim wird seinen Betrieb nicht mehr aufnehmen. Das bestätigte das Unternehmen den FN Mitte September.

Blick auf die alte Betäubungsfalle im OSI-Schlachthof. © Fabian Greulich
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Sieben Monate nachdem die Behörden den Schlachtbetrieb wegen massiver Verstöße gegen den Tierschutz untersagt hatten (die FN berichteten erstmals am 15. Februar), wurde die Entscheidung den rund 50 Beschäftigten im Rahmen einer Personalversammlung mitgeteilt. Alle Mitarbeiter erhielten die Kündigung.

Die Entscheidung des international operierenden OSI-Konzerns, der das bis dato inhabergeführte Unternehmen in Tauberbischofsheim im Februar 2017 übernommen hatte, kam jedoch überraschend. Denn wenige Wochen zuvor hatten die Behörden noch grünes Licht für eine Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs gegeben.

Gemeinsam mit Veterinärbehörden und externen Experten hatte man in den Monaten zuvor einen umfassenden Aktionsplan zur kontinuierlichen Verbesserung des Tierschutzes im Schlachthof umgesetzt. Dazu gehörte unter anderem die Installation einer neuen Betäubungsfalle sowie die Verbesserung verschiedener anderer Bereiche, in denen Angehörige der „Soko Tierschutz“ mittels Videoaufnahmen eklatante Missstände aufgedeckt und an die Öffentlichkeit gebracht hatten. Die im Fernsehen und im Internet ausgestrahlten Bilder hatten bundesweit für große Empörung gesorgt.

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Unterdessen sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen insgesamt 25 Beschäftigte des Schlachthofs, darunter drei Tierärzte des Landratsamts, immer noch nicht abgeschlossen und werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen, so ein Sprecher gegenüber den FN.

Info: Alle Informationen rund um das Thema Schlachthof finden Sie in einem Dossier im Internet (www.fnweb.de).

Redaktion Leiter der Redaktionen Tauberbischofsheim, Wertheim und Regionales