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Leserbrief - Zu „Die Verschwörung gegen den Papst“ (FN, 9. Oktober) „Schade für die Zuhörer”

Lesedauer

Ich kann die Bewertung des Vortrags von Herrn Englisch in keiner Weise teilen.

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Für mich war der Abend eine große Enttäuschung. Statt Insiderinformationen und Hintergründe über den Machtkampf im Vatikan zu erfahren, wurden die Zuhörer mit Anekdoten und Geschichtchen über das Bemühen des Papstes unterhalten, die verkrusteten Strukturen des absolutistischen Kirchenstaats aufzubrechen, die Papst Franziskus in eine öffentliche Darstellung pressen, die seit dem Mittelalter entwickelt worden sind und nur noch aus Äußerlichkeiten bestehen.

Vieles haben wir bereits in den Klatschspalten der Zeitungen lesen können. Erst mit den drei zugelassenen Fragen wurden die Themen deutlich, die die Zuhörer wirklich interessiert haben. Aber danach war abrupt Schluss.

Danach wurden Bücher verkauft und signiert; wohl der einzige Zweck der Veranstaltung für den Autor. Eine Lesung aus dem Buch fand nicht statt.

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Eine Zuhörerin sagte beim Ausgang, dass Herr Englisch dasselbe erzählt hatte, was sie bereits vor längerer Zeit in seinem Vortrag gehört hatte.

Nichts über die Hintergründe, warum der Vatikan zum weltweiten Missbrauch von Kindern durch katholische Priester schweigt, warum der Rücktritt von Kardinal Marx von Papst abgelehnt worden ist.

Doch drei Erkenntnisse nehme ich mit: Papst Benedikt war der falsche Mann für dieses Aufgabe; Papst Franziskus kann den Kampf gegen die mafiösen Strukturen der konservativen Kardinäle und Bischöfe im Vatikan nicht gewinnen, ohne die Kirche zu spalten. Und: von Rom haben die aufgeschlossenen Katholiken in Deutschland nichts zu erwarten.

Insgesamt war der Abend sein Geld nicht wert. Schade für die engagierten Veranstalter und für die Zuhörer.

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