Seniorenzentren der Gesundheitsholding Tauberfranken - Soldaten übernehmen tägliche Abstriche von Besuchern und Pflegenden Mit Uniform und Schutzkittel auf besonderer Mission

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ghtf
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Eine Bundeswehrsoldatin übernimmt im Seniorenzentrum Haus Heimberg die Abstriche für die Antigen-Schnelltests bei Besuchern und Mitarbeitern. Sie entlastet so das Pflegepersonal. © ghtf

Tauberbischofsheim. Es ist ein besonderer Einsatz für die Bundeswehrsoldaten: Bewaffnet mit Schutzbrille, FFP2-Maske und Abstrich-Sets entlasten sie die Mitarbeitenden aus der Pflege bei den Corona-Abstrichen in den Seniorenzentren. Von den Pflegefachkräften eingearbeitet, wie der Abstrich per Stäbchen im Nasen- oder Rachenraum korrekt durchgeführt wird, sind auch in den drei Seniorenzentren der Gesundheitsholding Tauberfranken (GHTF) zwei Soldaten und eine Soldatin im Einsatz. Sie übernehmen die täglichen Abstriche bei den Besuchern sowie dreimal pro Woche bei allen Mitarbeitern.

Zeitaufwendige Aufgabe

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„Man glaubt gar nicht, wie viel Zeit die Corona-Abstriche in Anspruch nehmen, bis man dreimal pro Woche 85 Mitarbeitende testet“, sagt Carina Möldner, Pflegedienstleitung im Seniorenzentrum Haus Heimberg. Hinzu kommen die Besucherinnen und Besucher, die ihren Angehörigen im Heim natürlich gerade in der Corona-Pandemie mit all ihren Entbehrungen in der Besuchszeit Halt geben wollen. „Ich bin unendlich dankbar, dass uns während des andauernden Lock-Downs eine Soldatin aus Hardheim unterstützt, so dass die Mitarbeitenden, die sonst für den Abstrich gebunden sind, nun wieder ihren eigentlichen Aufgaben in der Pflege nachkommen können.“

Das sei auch dringend nötig, denn durch das Arbeiten mit FFP2-Maske, die das Atmen gerade bei körperlicher Belastung sehr erschwere, und die verschärften Schutz- und Hygienemaßnahmen gehe einiges an Zeit verloren. Zeit, die man eigentlich für die Bewohnerinnen und Bewohner selbst benötige.

„Die Corona-Einschränkungen sind eine große Belastungsprobe für die Seniorinnen und Senioren. Kontakte untereinander und zu ihren Angehörigen sind nur eingeschränkt möglich, beliebte Angebote im Haus wie Musikgeragogik oder größere Feiern müssen ausfallen. Wir haben glücklicherweise sehr engagierte Pflegekräfte und auch unsere Alltagsbetreuerinnen sind im Dauereinsatz, um die Seniorinnen und Senioren aufzufangen und ihnen Halt zu geben“, erklärt Carina Möldner. Sie sorgten trotz der erhöhten Arbeitsbelastung und trotz des erheblichen Mehraufwands für individuell Einzel- und Kleingruppenangebote.

Jahr voller Entbehrungen

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„Das wäre ohne die Unterstützung durch die Bundeswehr in dieser Form gar nicht zu leisten, zumal uns unsere ehrenamtlichen Helfer gerade in der Alltagsgestaltung der Bewohnerinnen und Bewohner aktuell schmerzlich fehlen. Da sie aber fast alle der Risikogruppe angehören, wollen wir unsere Ehrenamtlichen natürlich keinem zusätzlichen Infektionsrisiko aussetzen. Daher noch mal ein dickes Dankeschön, dass die Soldaten für uns und unsere Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort im Einsatz sind.“

Man freue sich natürlich, dass Seniorinnen und Senioren wie auch den Mitarbeitenden mittlerweile das Privileg der zweifachen Corona- Impfungen zu Teil wurde. Denn man habe gemeinsam ein sehr schweres Jahr voller Entbehrungen durchmachen müssen. „Ich habe aber die Hoffnung, dass durch die großflächigen Impfungen wieder etwas Alltag und Erleichterung in unser Haus Heimberg einzieht und dass möglichst viele Menschen, sobald es dann möglich ist, ihren Arm hinhalten“, so die Pflegedienstleitung. Denn nur dann könne wieder jeder zu seinen eigentlichen Aufgaben zurückkehren – sei es in Pflege, Hauswirtschaft, Alltagsbetreuung oder eben bei der Bundeswehr. ghtf