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Badische Landesbühne - Aufführung von „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare stand unter keinem guten Stern. Darstellerin musste kurzfristig absagen

Liebeswirrungen vor Baumgerippen

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ferö
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Die geschwärzten Baumgerippe bildeten bei der Aufführung auf dem Tauberbischofsheimer Schlossplatz einen eher unheimlichen Schauplatz für den Sommernachtstraum von William Shakespeare. © Felix Röttger

Die Badische Landesbühne führte „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare auf dem Schlossplatz auf.

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Tauberbischofsheim. Das Freilichtstück „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare, das die Badische Landesbühne (BLB) auf dem Schlossplatz in Tauberbischofsheim zeigte, versprach unbekümmertes Theater mit hohem Unterhaltungswert. Es gehört zur Tradition der BLB, die Komödie alle zehn Jahre auf die Bühne zu bringen. 2012 sorgte der frühere Intendant Carsten Ramm mit einer rundum gelungenen Aufführung an einem lauen Sommerabend für eine ganz tiefe Verbeugung vor dem genialen Autor.

Schon damals mit von der Partie waren die Schauspieler Markus Hennes, Cornelia Heilmann und Evelyn Nagel. Das Trio übernahm in diesem Jahr ganz andere Rollen und stand mit dem gesamten Team vor besonderen Herausforderungen. Eine bittere Pille war der kurzfristige Ausfall von Nadine Pape als Hermia, für die Regisseurin Evelyn Nagel mit Textbuch in der Hand einsprang. Zweieinhalb Stunden ohne Pausenbewirtung wurden schon deshalb zu einer Geduldsprobe, weil nach den Hitzeschlachten vergangener Tage die Außentemperatur am späten Abend auf zwölf Grad fiel.

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Äußerst unangenehm entwickelte sich zudem der Ehestreit zwischen Oberon und Titania. Das Paar löste einen Klimawandel aus, der anstelle eines magisch verzauberten Waldes in der Nähe des antiken Athen nur noch von Waldbränden geschwärzte Baumgerippe zurückließ. Die Inszenierung blieb konsequent beim gewählten Bühnenbild, indem keine Handwerker die Theaterprobe als „Spiel im Spiel“ auf die Bühne brachten, sondern eine Holzfällertruppe unserer Tage. Im zerstörten Wald wurden große Holzstapel angelegt. Bis auf das Elfenpaar und den Kobold Puck nebst einigen Verkleidungen traten die Protagonisten (Ausstatterin Franziska Smolarek) in moderner Alltagskleidung auf.

Verwirrspiel erster Güte

Zur Erinnerung eine kurze Zusammenfassung: Das große Fest vom Herzog Theseus (Tobias Strobel), der die Amazone Hippolyta (Elena Weber) ehelichen will, könnte beginnen, wäre da nicht Hermias Vater Egeus (Hannes Höchsmann), der zum Verdruss vom Diener Philostrat (Cornelia Heimann) lautstark beim Herzog vorspricht. Seine Tochter Hermia ist Demetrius (Lukas Maria Redemann) versprochen, doch diese möchte Lysander (Thilo Langer) heiraten. Hermias Freundin Helena (Kira Plaß) wiederum schmachtet nach Demetrius.

Weil Theseus Hermia dazu verdammt, den Wünschen ihres Vaters zu folgen, fliehen die Liebenden und Verschmähten nachts in den Wald und geraten in den Zauberbann des Elfenkönigs Oberon (Tobias Strobel). Im Reich der Elfen ist auch gerade das Liebeskarussell ins Stocken geraten, denn die Elfenkönigin Titania (Elena Weber) ist in Theseus verliebt, während ihr Gatte Oberon ein Verhältnis mit der Amazone Hippolyta hatte.

Blütennektar mit Folgen

Dies hindert Oberon nicht, mithilfe seines Dieners Puck (Cornelia Heilmann) seine Frau zu bestrafen. Puck verabreicht der schlafenden Titania Blütennektar, dessen Wirkung die erwachende Titania sofort in die zuerst gesichtete Person verliebt macht. Zu Gesicht bekommt Titania ausgerechnet den Handwerker Zettel (Markus Hennes), dem Puck zuvor einen Eselskopf verpasst hat. Zettel hofft auf den Durchbruch seiner Theatertruppe, die für die Hochzeitsfeierlichkeiten des Herzogs ein Stück vorbereitet.

Turbulente Handlung

Die turbulente Handlung wurde mit ein paar Hits musikalisch untermalt, wobei mehrfach die Band „Münchener Freiheit“ mit ihrem Song „Das, was ich will, bist du“ zu Ehren kommt. Glanzlicht des Schlussbildes war Frank Sinatras „Love and Marriage“; ein Song, der den hoffnungslosen Ausnahmezustand von Verliebten noch einmal auf den Punkt brachte. ferö

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