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Leserbrief - Zu „Bausubstanz oft Grund für Leerstände“”(FN, 10. März) Konsequentes „Innenstadt first” der Verantwortlichen ist gefordert

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Die Leerstände in Tauberbischofsheim beschäftigen seit vielen Jahren die Bürger und die Verantwortlichen im Rathaus. Bereits 2014 entwickelte die Imakomm Akademie GmbH im Auftrag der Stadt ein „Praxisorientiertes Einzelhandelskonzept Tauberbischofsheim“ .

2014 wurde prognostiziert, dass die eigene Kaufkraft von Tauberbischofsheim bis zum Jahr 2030 nicht gesteigert werden kann und ein Kaufkraftzufluss von außen nicht zu erwarten ist. Für Gewerbetreibende, aber auch für Eigentümer von Gebäuden, eher ernüchternde Erkenntnisse.

Natürlich binden renovierungswillige Eigentümer, potentielle Käufer/Investoren, vermutlich auch Behörden, diese Erkenntnisse, einschließlich Förderprogramme und Fördergelder, im Vorfeld einer Investition in ihre Überlegungen ein. Investitionen sind langfristige Kapitalbindungen mit Ziel, möglichst risikofrei das eingesetzte Kapital zu vermehren oder wenigstens plus minus null zu erhalten. Wer investiert bei suboptimalen Rahmenbedingungen?

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Leerstände in Tauberbischofsheim: Viele Ideen, aber auch einige Probleme

Veröffentlicht
Von
Sabine Holroyd
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Möglicherweise hat die Schließung des Geschäftes „Akzente“ in einer 1a Lage sowie die sich schwierig gestaltende Neuvermietung, genau mit dieser Problematik zu tun. Thema „Tauberbischofsheimer Hallenbad“: Sehr wünschenswert, aber nicht profitabel, nur Zuschussbetrieb, deshalb keine Realisierung durch die Kommune.

Der von der sehr engagierten Frau Dr. Münch gemachte Vorschlag „Erst renovieren, dann vermieten“, ist ganz so neu nicht. Er findet sich auf den 84 Seiten des Einzelhandelskonzeptes Tauberbischofsheim von 2014 in anderer Form wieder. Das Konzept beinhaltet weitere Hinweise, Vorschläge und Impulse zur Innenstadtentwicklung.

Ein roter Faden zieht sich durch die gesamte Untersuchung. Es ist die Forderung nach Stärkung der Innenstadt, sei es durch städtebauliche Aspekte, Erlebbarkeit, Attraktivität uund vielem mehr. Die Stärkung der Innenstadt sollte immer Vorrang haben.

Rückblick acht Jahre „Innenstadtstärkung“: Neuer, pflegeleichter Belag in der Fußgängerzone, auf dem Marktplatz, moderne Möblierung, graue Blumenkübel, grelle Enzis und noch einiges mehr. Attraktivität und Erlebbarkeit werden hierbei allerdings von den Bürgern individuell verschieden empfunden.

In den Bereichen Leerstand, Verbesserung der Bausubstanz, Neuansiedlung von Geschäften und Gastronomie fand eher ein Minuswachstum statt. „Stärkungen“ erfuhr die Innenstadt in den letzten Jahren vor allem durch das Wachstum im Außenbereich.

Wie geht es in der Zukunft weiter? Eine durchaus attraktive Gestaltung des Stadteinganges südlich der Tauberbrücke zur „ Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität“ der Menschen in Tauberbischofsheim/Madonnenländchen steht auf dem Programm. In Anbetracht dessen, dass im oben genannten Gutachten der Stadt Tauberbischofsheim schon 2014 zahlreiche „attraktive Freizeitflächen mit Erholungsfunktion“ attestiert wurden, erscheint dies, wie „Eulen nach Athen tragen“.

Nach Abzug der Zuschüsse für diese „Innenstadtmaßnahme“ bleiben wohl viele, viele Hunderttausender am Stadtsäckel hängen, Folgekosten für Tennisplätze und vieles mehr, nicht eingerechnet. Alle, besonders Gewerbetreibende wünschen sich natürlich die Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in Tauberbischofsheim, aber in erster Linie doch bitte in unserer fast verwaisten, echten Innenstadt.

Hochwasserschutz: Selbstverständlich, aber pragmatisch und kostengünstig. Renovieren, Reparaturcafé, Unverpacktladen, Regionalladen, alles wünschenswert. Betreiber, sogar Idealisten, prüfen die Rahmenbedingungen für ihr Business.

Ein konsequentes „Innenstadt first“ der Verantwortlichen ist gefordert. Jetzt, sofort! Einsatz aller finanziell möglichen Mittel, einschließlich der Fördermittel für die Verbesserung aller Rahmenbedingungen in der Innenstadt.

Nur auf diese Weise, gepaart mit zusätzlicher Kreativität, wird es in den kommenden Jahren gelingen, den Lebensraum Innenstadt Tauberbischofsheim in den diversen Bereichen zu erhalten, vielleicht voranzubringen und einen weiteren Abstieg in die „Leerstandsklasse 25 Prozent +“ zu verhindern.

Ein schwieriges Unterfangen, bei dem Bürger/-innen, Gemeinderat und Verwaltung in unterschiedlicher Weise gefordert sind. Letztere werden sich allerdings an ihren Entscheidungen und am Erfolg messen lassen müssen.

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