Blutstammzellentypisierung - Fast 400 Teilnehmer bei der Aktion des Lions Clubs am Samstag im Gemeindezentrum St. Bonifatius registriert "Wir dürfen sehr stolz auf die Aktion sein"

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Norbert Seybold
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Das Ergebnis der Blutstammzellentypisierungsaktion: Anhand der Blutproben der rund 400 Teilnehmer können nun die Merkmale festgestellt und die Übereinstimmung mit Kranken herausgefunden werden.

© Seybold

Tauberbischofsheim. Eine durchweg positive Bilanz zogen die Verantwortlichen des Lions Club im Rückblick auf die Blutstammzellentypisierungsaktion am Samstag.

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"Wir sind mit dem Ergebnis der Aktion sehr zufrieden". Die Bilanz von Oskar Fuchs, der bei Lions für die Typisierungsaktion mit verantwortlich war, fiel im Gespräch mit den FN sehr positiv aus. Im Vordergrund steht dabei der Stolz auf 350 Teilnehmer, die sich Blut haben entnehmen lassen, das nun untersucht werden kann, ob es die entsprechenden typischen Merkmale besitzt, um an Leukämie Erkrankten helfen zu können. Dazu kamen noch 30 Stäbchentests von Jugendlichen unter 18 Jahren, die ebenfalls als Grundlage für mögliche Spenden dienen.

Mit diesen Zahlen war der ursprünglich vom Service-Club angestrebte Rahmen voll erreicht worden. 20 000 Euro haben man sammeln wollen, um 400 Typisierungen finanzieren zu können. Dass dann die Spendenbereitschaft so groß wurde, dass man sogar deutlich mehr hätte finanzieren können, hatte man bei Lions eigentlich gar nicht erwartet und wurde positiv davon überrascht.

Dass jetzt noch Geld übrig ist, sieht Oskar Fuchs als Chance, weiter am Thema Blutstammzellentypisierung dran bleiben zu können. "Wir sollen jetzt noch mehr Menschen direkt ansprechen, damit die sich mit diesem Thema auseinandersetzen." Deshalb möchte man nun mit Firmen oder auch mit Schulen Kontakt aufnehmen. Schülerinnen und Schüler kommen dabei natürlich für eine Typisierung erst ab 17 Jahren in Frage. "Wir haben noch finanzielle Möglichkeiten für rund 200 weitere Blutuntersuchungen", und die wolle man in der nächsten Zeit dann gerne nutzen.

Direkte Ansprache wichtig

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Dass direkte Ansprache der richtige Weg ist, zeige die Erfahrung, dass Ärzte aus Reihen von Lions die den Tag der Ausbildung bei Mafi, VS und Weinig besucht haben und spontan 20 junge Menschen sich bereiterklärten, bei der Typisierung im Gemeindezentrum St. Bonifatius mitzumachen.

Wichtig sind Oskar Fuchs auch die sehr positiven Auswirkungen auf den Lions Club selbst. "Fast alle Mitglieder haben sich zusammen mit ihren Partnern freiwillig in den Dienst der guten Sache gestellt." Schon im Vorfeld hatten viele im Bekanntenkreis aktiv für die Aktion geworben. Am Tag selbst waren die Helferlisten lückenlos.

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"Diese Aktion hat uns richtig zusammengeschweißt." Auch als Teilnehmer an der Aktion war die sehr positive und entspannte Atmosphäre im Gemeindezentrum deutlich spürbar. Nicht vergessen wollte der Organisator auch die freiwilligen Helferinnen aus Arztpraxen und vom Krankenhaus, die ihre Freizeit der Hilfsaktion zur Verfügung gestellt haben.

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"Unter dem Strich dürfen wir sehr stolz auf die Aktion sein", so Oskar Fuchs. Schließlich sei es bei der großen Anzahl an Typisierungen sehr wahrscheinlich, dass tatsächlich unheilbar Erkrankten direkt geholfen werden kann.

Als Faustregel gelte, dass zwei bis drei Prozent aller Typisierten im ersten Jahr nach der Aktion von der zentralen weltweit vernetzten Datei die Information erhalte, dass dessen Blut für eine Stammzellenspende infrage komme. Dies wären nach der Aktion am Samstag immerhin statistisch gesehen zwölf Personen.

Aussichten für wirkliche Hilfe

Von denen würde dann das Blut noch genauer unter die Lupe entnommen, wie weit die Merkmale des Spenderbluts mit denen des Erkrankten tatsächlich in allen notwendigen Faktoren übereinstimmen.

Hierbei reduziere sich die Zahl der möglichen Spender dann auf rund ein Prozent aller Typisierten. Das hieße, etwa vier Teilnehmer an der Typisierungsaktion hätten die Möglichkeit, sich dann tatsächlich als Spender zur Verfügung zu stellen und damit einem unheilbar Kranken irgendwo auf der Welt das Weiterleben zu ermöglichen.