Flüchtlingssituation - Dekane sprachen mit dem Landrat "Wichtige Arbeit der Helfer"

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Tauberbischofsheim. Die fünf katholischen und evangelischen Dekane aus dem Main-Tauber-Kreis haben sich in der Adventszeit wieder mit Landrat Reinhard Frank und Kreis-Sozialdezernentin Elisabeth Krug getroffen. Bei dem traditionellen Gedankenaustausch im Landratsamt in Tauberbischofsheim stand vor allem das aktuelle Thema Asyl im Vordergrund. Der Landkreis ist für die Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Asylbewerbern zuständig, was angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstromes eine besondere Herausforderung darstellt. Die katholischen Dekane Gerhard Hauk (Tauberbischofsheim) und Ulrich Skobowsky (Bad Mergentheim) sowie ihre evangelischen Kollegen Hayo Büsing (Wertheim), Rüdiger Krauth (Adelsheim-Boxberg) und Renate Meixner (Weikersheim) möchten nun unter anderem durch die Bereitstellung von Arbeitsgelegenheiten einen wichtigen Beitrag leisten.

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Landrat Reinhard Frank bezeichnete das Flüchtlingsthema als große gesellschaftliche Herausforderung. Sehr dankbar sei er für das große bürgerschaftliche Engagement an allen Orten im Kreis, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Überall leisteten ehrenamtliche Helferkreise unverzichtbare Arbeit. Diese sei eine wertvolle Ergänzung der professionellen sozialen Betreuung der Flüchtlinge durch das Landratsamt. Oftmals könnten aber nicht alle Wünsche der Helferkreise an das Landratsamt erfüllt werden, da gesetzliche Regelungen und verwaltungstechnische Erfordernisse dagegen sprechen, erläuterte der Landrat. Ebenso müsse darauf geachtet werden, dass Flüchtlinge gegenüber anderen sozial bedürftigen Gruppen nicht bevorzugt behandelt werden. Landrat Frank bat die Dekane, bei den Mitgliedern der Kirchen um Verständnis für diese Position zu werben.

Als wichtige Anliegen bezeichnete der Landrat die Abgrenzung der Arbeitsfelder von Haupt- und Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe. Hierzu werde eine Checkliste erarbeitet. Ebenso soll schnellstmöglich eine Wissensdatenbank Asyl als Internetplattform eingerichtet werden. Hier sollen die Helferkreise Informationen austauschen und miteinander diskutieren sowie Informationsangebote des Landratsamtes abrufen können.

Für die Flüchtlinge sind Sprachförderung und Beschäftigung wichtige Anliegen. Landrat Reinhard Frank bat die Dekane darum, dass die Kirchen im ersten Quartal 2016 gemeinsam mindestens 100 gemeinnützige und zusätzliche Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge im Kreis zur Verfügung stellen. Die Kirchenvertreter sicherten dem Landrat zu, dieses Ziel umzusetzen. Dabei sagte die Kreisverwaltung ein praktikables Antragsverfahren zu, denn solche "Ein-Euro-Jobs" müssen in jedem Einzelfall durch das Landratsamt genehmigt werden.

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Dekan Hayo Büsing bedankte sich für das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes bei der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge. Die geschaffenen Standards seien beachtlich. Dekane und Kreisverwaltung waren sich einig, dass das Thema Flüchtlinge noch einen "langen Atem" der Gesellschaft braucht. Ebenso wurde einmütig festgestellt, dass die Kirchen informieren, aufklären und Transparenz schaffen sowie Ängste abbauen können. Ebenso können sie für Begegnungsmöglichkeiten zwischen Einheimischen und Flüchtlingen sorgen.

Beim Thema Notfallseelsorge war zu vermerken, dass der Leitungskreis installiert wurde und damit eine gute Arbeitsbasis vorhanden ist. Gleichwohl gebe es Nachwuchssorgen. Daher sollen nach Möglichkeit weitere Ehrenamtliche neben Pfarrern für diese Aufgabe gewonnen werden. lra