IG Metall - Firmen mit dem größten Mitgliederzuwachs ausgezeichnet / Geschäftsbericht von Gerd Koch fiel positiv aus Mitglieder eng in Arbeit eingebunden

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Lob und Anerkennung gab es für jene Firmen, die am meisten neue Mitglieder gewonnen hatten. Unser Bild zeigt (von links) Rainer Seifert (2. Bevollmächtigter ehrenamtlich), Thomas Bopp (AZO), Jutta Ballweg, Christian Böxler, Conny Miltenberger (Rauch Möbelwerke), Christian Gehrig (AZO), Gerd Koch (1. Bevollmächtigter) und Rolf Grüning (Rechtsschutzsekretär).

© IG Metall

Werbach. Im Untergeschoss der Tauberhalle in Werbach hatten sich rund 60 Delegierte, Gewerkschaftsmitglieder und Gäste zur turnusmäßigen Versammlung der IG Metall eingefunden.

Anstehende Termine bei der IG Metall

  • Der DGB und die KAB führen am Samstag, 16. Januar, , ab 9.15 Uhr im Hotel Sankt Michael in Tauberbischofsheim ein Tagesseminar zum Thema "Gleiche Arbeit - gleicher Lohn" durch. . Referenten sind Pater Burghard Weghaus und Silke Ortwein.
  • Am Samstag, 16. Januar, veranstaltet der DGB auf dem Schlossplatz in Stuttgart eine Demonstration gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

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Da zu Beginn des nächsten Jahres in allen Betrieben Vertrauensleutewahlen stattfinden, war dies nicht nur die letzte Versammlung in diesem Jahr, sondern auch in dieser Besetzung. Die konstituierende Delegiertenversammlung soll am 22. März 2016 stattfinden. Hier werden die neuen Delegierten dann die Ortsvorstände und Bevollmächtigten wählen.

Hauptpunkt des Abends war der Geschäftsbericht, vorgetragen vom Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Tauberbischofsheim, Gerd Koch. Er verwies darauf, dass die finanzielle Situation der IG Metall Geschäftsstelle Tauberbischofsheim sich auch 2015 sehr positiv gestaltet.

Die Mitgliederzahl bezifferte Koch auf 7564, wovon 6151 Vollbeitragszahler seien. Damit habe man bei den Vollbeitragszahlern das gesteckte Ziel um mehr als 110 erfüllt, hinke aber bei der anvisierten Gesamtmitgliederzahl noch etwas hinterher.

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Ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsberichts war der Rückblick auf die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. So erinnerte Koch unter anderem an die Großkundgebung zu Beginn des Jahres in Buchen. Eine lange Liste der erkämpften Veränderungen in den Firmen zeigte deutlich, wie aktiv die Verwaltungsstelle vor Ort ist. Neben diversen Ergänzungstarifverträgen in einigen Firmen werden jetzt beispielsweise bei der Tauberbischofsheimer Weinig AG Auszubildende und befristet eingestellte Arbeitnehmer übernommen.

Bei der Firma Rauch in Freudenberg stehen jetzt für IG Metall-Mitglieder zwei Tage mehr Urlaub auf ihren Scheinen. Aus einem Übergangstarif wird bei der Firma Zippe in Wertheim ein Haustarif.

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Der Erfolg käme nicht von ungefähr, begründete Koch. "Wir machen in der Verwaltungsstelle eine beteiligungsorientierte Arbeit. Und das heißt für uns, wir gehen mit all den Themen auf die Mitglieder zu und lassen sie entscheiden, ob sie diesen Weg mitgehen können." Auch dafür gab es Applaus.

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Es folgte ein kurzer Bericht über den 23. Gewerkschaftstag in Frankfurt, von dem Koch nicht nur drei kurze Videoclips mitgebracht hatte, sondern auch weitere Leitthemen für die zukünftige Arbeit. So will die IG Metall sich in Zukunft für eine neue Arbeitszeitpolitik stark machen, bei der Überstunden komplett vergütet werden, Arbeitszeit branchenübergreifend angeglichen werden soll, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf stattfinden muss und die Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit ausgeglichener ist. Koch stellte auch ein neues Arbeitskampfkonzept vor, das einen kompletten Streiktag als zusätzliche Eskalationsstufe nach den Warnstreiks vorsieht.

Bestandteil des Geschäftsberichtes war auch ein Ausblick auf die Aufgaben im kommenden Jahr. So wolle man die bereits angelaufene Tarifrunde der Holz- und Kunststoffindustrie unterstützen. Für die Metall- und Elektroindustrie beginnt die Tarifrunde im April, das Thema BEAT (Bessere Arbeitstage) soll nach vorn getragen werden, genauso wie GEP (Gemeinsames Erschließungsprojekt) Baden-Württemberg. Bei der anstehenden Landtagswahl will sich die IG Metall stark machen für die Absicherung ihres erkämpften Bildungsteilzeitgesetzes. Und durch die Wahl der Vertrauensleute möchte die Verwaltungsstelle Tauberbischofsheim eine noch stärkere Verankerung in den Firmen erreichen.

Dazu gehört auch eine positive Mitgliederentwicklung insbesondere bei den sehr jungen Menschen. "Die Mitgliederentwicklung in dieser Generation sieht nicht sehr rosig aus. Was da seit September passiert, kann man so nicht akzeptieren. Da müssen wir nachlegen", forderte Koch die Delegierten auf. Auf der Agenda für 2016 stehen auch Feierlichkeiten anlässlich des 125-jährigen Bestehens der IG Metall beispielsweise in der Stadthalle in Tauberbischofsheim. "Die Arbeit wird garantiert nicht weniger", versprach Gerd Koch schmunzelnd seinen Delegierten abschließend für 2016.

"Wie gehen wir mit Mitgliedern um, die austreten wollen?", dieser Frage ging Martin Gürtler von der IG Metall-Bezirksleitung in Baden-Württemberg nach. Allein im Verwaltungsbezirk Baden-Württemberg sind in diesem Jahr 10 031 Austritte aus der Gewerkschaft zu verzeichnen. Gürtler stellte fest, dass die Austritte in der Verwaltungsstelle Tauberbischofsheim jedoch unter dem Durchschnitt liegen. Hier gelang es, von den 194 geplanten Austritten 26 Menschen nach Gesprächen zu halten. "Es ist sehr wichtig mit den Menschen zu reden, egal wie das Gespräch ausgeht. Kaputt machen kann man nichts mehr dabei. Aber es ist wichtig, zu sehen was die Menschen umtreibt", so Gürtler. Dass die Verwaltungsstelle Tauberbischofsheim ein gutes Jahr abschließen könne, liege auch an deren guter Rückholarbeit, betonte er ausdrücklich und kündigte für nächstes Jahr einen Workshop zu diesem Thema an.

Den Bericht des Schwerbehindertenkreises lieferte Gewerkschaftssekretär Türker Baloglu. Mit vielen Zahlen untermauerte er die Benachteiligung der Menschen mit Behinderungen und verwies auf das zukünftige Teilhabegesetz. Baloglu forderte die Stärkung der Schwerbehinderten-Vertretungen in den Betrieben und die deutliche Anhebung der Ausgleichszahlungen. Applaus gab es für seine Forderung, dass die Menschen mit Behinderungen direkt in den Firmen integriert werden und nicht in Behindertenwerkstätten für die Firmen arbeiten. "Eine Abschiebung in eine Werkstatt ist doch nicht das, was wir gesellschaftlich wollen", so Baloglu.

Am Ende gab es vom früheren Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Tauberbischofsheim, Wolfgang Breuer, ein dickes Lob für Koch und Co. "Die Jungs haben richtig gut gearbeitet. Das sieht man nicht nur an den Mitgliederzahlen, sondern auch daran, in wie vielen neuen Betrieben sie jetzt einen Fuß haben."

Die zehn Betriebe, die in diesem Jahr gesamt 328 Mitglieder geworben haben:10. Getrag in Rosenberg und Ersa in Wertheim. 9. Hymer World Bettingen, 8. Weinig Tauberbischofsheim, 7. Reum Hardheim , 6. Woehrle Krautheim, 5. P&G Braun Walldürn, 4. Magna Assamstadt, 3. Zippe Wertheim, 2. AZO Osterburken und 1. Rauch Freudenberg. igm