Im Engelsaal - Achim Sonntag begeisterte mit "Für Hund und Katz ist auch noch Platz" über 100 Kinder Mit der Hexe auf lustige Reise

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Achim Sonntag schlüpfte beim Theaternachmittag im Engelsaal gleich in mehrere Rollen und begeisterte die über 100 Kinder mit seiner lustigen Art.

© Antje Bauer

Tauberbischofsheim. "Was macht ihr denn hier in meinem Bücherschrank?", fragte Achim Sonntag ganz erstaunt die vielen Kinder, war er doch scheinbar ganz vertieft ins Lesen gewesen und schien so gar nicht gemerkt zu haben, dass er nicht allein im Engelsaal war. Und nachdem er sich ein paar Mal verwundert die Augen gerieben hatte, kehrte er - offensichtlich ernüchtert - aus der so ganz eigenen Welt seiner Lieblingslektüre ("Bullerbü") in die Realität zurück. Aber dann wollte er auch die Lieblingsgeschichten seines jungen Publikums wissen - da krähte etwa einer vorlaut "der Grüffelo" oder "Ritter Rost", etwas schüchtern kam es mit "Die Kinder von der Krachmacherstraße" und so manches Mädchen las am liebsten was von Prinzessinnen.

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Dann schlug Achim Sonntag auch sein zweites (allerdings riesiges) "Lieblingsbuch auf dem Lieblingsbücherregal" auf, um gleich stirnrunzelnd festzustellen "Da stimmt doch was nicht!"

Denn so, wie die Hexe nur als schwarzer Schatten (auf der Buchseite) zu sehen war, konnte sie ja unmöglich um die Welt reisen! Da brauchte sie doch unbedingt ihre sieben Sachen dazu.

Zum Glück hatte Achim seinen großen alten Koffer mitgebracht, wo sich so manches nützliche Utensil fand. Ganz wichtig zunächst der Hexenhut - allerdings kam da, sehr zum Vergnügen der Kinder zuerst ein Fahrradhelm zum Vorscheinen und dann eine Pudelmütze.

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Auch statt Rock und Schultertuch ("beides von meiner Schwester genäht!") fand sich erst mal ein großes Taschentuch, und Hexenschuhe, Zopf mit Schleife, großer Topf und Zauberstab hatten ebenfalls eigenartige "Verwandte".

Großes Gelächter

Endlich war dann die Hexe - unter großem Gelächter der Kinder - fertig angezogen und eigentlich hätte ihr Ritt losgehen können. Aber da fehlte noch der Hexenbesen. Der fand sich schließlich in der hintersten Ecke und - hui - ging's los. Nein, doch nicht! Die Katze fehlte. Dann konnte der Flug endlich starten.

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Aber weil die Hexe wohl ein wenig schusselig war, kam ihr immer wieder etwas abhanden. Zum Glück waren da ein paar hilfsbereite Tiere zur Stelle, die ihr ihre verlorenen Sachen wiederbrachten - und dafür einen Platz auf dem Besenstiel bekamen. Da gab es dann allerdings ein Problem - der Besen zerbrach bei dem Gewicht, die Tiere plumpsten in den Morast und die Hexe vor die Füße eines gefräßigen Drachens, der sie am liebsten mit einer Portion Pommes verspeisen wollte. Doch ein Monster, das aus dem Sumpf mit schaurigen Tönen aufstieg, vertrieb das feuerspeiende Biest.

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Achim Sonntag hatte es wunderbar verstanden, sein junges Publikum in Bann zu ziehen. Einem ganzen Szenarium lieh Sonntag da vor einem zwar einfachen, aber dennoch bezauberndem Bühnenbild Gestik und Stimme - mit Miauen, Bellen, Krächzen, Quaken und Fauchen imitierte er die beteiligte Tierwelt, war eine nette aber auch mal ängstliche Hexe, ein lustiger Erzähler und dazwischen Jaques "aus dem unheimlichen Kochstudio", der (unter so manchem "Iiiiih" der Kinder) aus Blumenerde, Tapetenkleister, Hexenspucke und drei Spritzern Maggi eine Drachensuppe kreierte - und sie dann auch noch mit "trés bien" ("sehr gut") probierte!

Und über diesen Matschbrei, aus dem dann "mit Gemaunze und Gebell, mit Federn und mit Fell" sich das rettende Monstrum erhob, goss der Schauspieler, sehr zum Vergnügen der Kinder, eine ganze Gießkanne voll Wasser. Und dabei erschien dann auch das freundliche Tierquartett wieder. Dazwischen hatten die Jungen und Mädchen auch der Hexe helfen können und mit "Du Drache, hau ab" mit "Stimmen schlimmer als schlimmer wie Geistergewimmer" das Untier vertrieben. Und so konnte die Hexe schließlich sogar mit einem neuen moderneren Gefährt zurück ins Bilderbuch schlüpfen. Mit "Hund und Katz hat auch noch Platz" hatte Achim Sonntag den über 100 Kindern einen richtig schönen Theaternachmittag beschert, an dem die Jungen und Mädchen eine Geschichte einmal live und nicht nur vor der Mattscheibe erleben konnten.

Eine Geschichte, die mit dem gruseligen Drachen auch ein wenig an den (ebenfalls von J. Donaldson geschriebenen) "Grüffulo" erinnerte, aber mit ihren hilfsbereiten Tieren auch Elemente alter Märchen enthielt wie etwa "die Bienenkönigin" oder "die zwei Brüder" der Gebrüder Grimm. Und dazu die "wunderschönen Reime in dem fließenden Rhythmus, der auch in der Übersetzung erhalten gebelieben ist", wie Achim Sonntag dazu anmerkte, "und auch die immer wiederkehrenden Elemente, damit die doch recht jungen Kinder gut folgen können".

Mit dem "Kindertheater von und mit Achim Sonntag" haben aim (Akademie für Innovative Bildung und Management) und Mediothek (im Rahmen der Kinder- und Jugendliteraturwochen) einen guten Griff getan und man würde sich freuen, die "Einmannbühne" einmal wieder zu erleben. aba