Besonderes Jubiläum - 50 Jahre deutsch-französische Städtepartnerschaft / Rund 150 Gäste aus Tauberbischofsheim waren mit von der Partie In Vitry "Fest der Freundschaft" gefeiert

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Fabian Greulich
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Die feierliche Einweihung des Brunnens "50 Jahre Partnerschaft" im Herzen von Vitry-le-François war nur einer von vielen Höhepunkten der Feierlichkeiten zum Jubiläum.

© Fabian Greulich

Tauberbischofsheim. Es war ein besonderes Fest. Rund 150 Tauberbischofsheimer feierten am Wochenende in Vitry-le-François mit den französischen Freunden das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft.

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Das Programm zum Festwochenende hatte es in sich. Empfänge, Ausstellungen, Konzerte. Gedenkfeier, Festakt, Gottesdienst, Parade durch die Stadt - den Besuchern aus dem Taubertal wurde während ihres Aufenthalts eine Fülle an Veranstaltungen geboten. Ein besonderer Höhepunkt war dabei neben der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde auch die Einweihung eines eigens zum Jubiläum errichteten Brunnens im Zentrum der Stadt (die FN berichteten).

Programm voller Höhepunkte

  • Die Gäste aus Deutschland erlebten in der Partnerstadt Vitry-le-François einige abwechslungsreiche Tage, die eine Vielzahl an Höhepunkten zu bieten hatten.
  • So besuchte eine Gruppe, die bereits am Donnerstag angereist war, einen Luftwaffenstützpunkt der französischen Armee.
  • Am Freitag bestand Gelegenehit zum Besuch der Ausstellung "Die andere Seite des Rheins", ehe am späten Nachmittag der offizielle Festakt mit Eintrag ins Goldene Buch und Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde im Rathaus stattfand. Am Abend begeisterten die Schüler der Musikschulen aus Vitry-le-François und Tauberbischofsheim in der Stadthalle mit einem Konzert.
  • Nach einer Stadtbesichtigung am Samstag wurden Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter im Sitzungssaal des Rathauses in Vitry über kommunalpolitische Themen informiert.
  • Am Nachmittag wurde der Brunnen "50 Jahre Partnerschaft" eingeweiht. Die Stadt- und Feuerwehrkapelle Tauberbischofsheim gab ein Platzkonzert. Nach einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Abend fand ein weiteres Konzert statt.
  • Nach einem deutsch-französischen Gottesdienst am Sonntag bildete ein Umzug durch die Stadt den farbenfrohen Abschluss des rundum gelungenen Partnerschaftstreffens.
  • Insgesamt reisten rund 150 Personen aus Tauberbischofsheim nach Frankreich. Darunter waren neben Vertretern von Verwaltung, Gemeinderat und Partnerschaftskomitee Abordnungen folgender Vereine und Institutionen: Richard-Trunk-Musikschule, MGV Liederkranz, Kunstverein, "Schlossgeister", Feuerwehr, Stadt- und Feuerwehrkapelle. gf

Abwechslungsreich, bunt und unterhaltsam präsentierten die französischen Gastgeber ihre Stadt und ließen dabei keinen Zweifel daran, wie wichtig ihnen die Partnerschaft mit Tauberbischofsheim ist.

"Dieses Festwochenende bietet die Gelegenheit, unsere Freundschaft noch weiter zu vertiefen. Eine Freundschaft, die nunmehr seit 50 Jahren besteht", betonte der Bürgermeister von Vitry-le-François, Jean-Pierre Bouquet, im Rahmen des offiziellen Festakts im Rathaus. Es sei ihm eine besondere Freude, dieses Fest gemeinsam mit den vielen Freunden aus Tauberbischofsheim, allen voran Bürgermeister Wolfgang Vockel und Ingo Brudereck als Präsident des Partnerschaftskomitees, in Vitry feiern zu können.

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Zugleich sei das Wochenende eine Hommage an die "Pioniere der deutsch-französischen Freundschaft".

Er sei sehr stolz auf die intensive Verbindung beider Städte, die sich in all den Jahren in viele Richtungen entwickelt habe - politisch, sportlich, kulturell, musikalisch und auf Vereinsebene. Hier habe sich viel getan. Zahlreiche Begegnungen hätten stattgefunden. Die Beziehungen seien dabei immer von Wertschätzung, Respekt und Solidarität geprägt gewesen. Daran solle sich auch in Zukunft nichts ändern. Bouquet: "Es gibt immer noch sehr viel, was wir voneinander lernen und gemeinsam erreichen können. Insofern ist dieses Jubiläum nur eine Etappe auf unserem Weg, den wir noch lange gemeinsam gehen wollen."

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Tauberbischofsheims Bürgermeister Wolfgang Vockel erinnerte in seiner Rede an die Anfänge der Partnerschaft, die am 29. Mai 1966 durch die Bürgermeister Juif und Grosch besiegelt wurde. Aus der deutsch-französischen Annäherung habe sich schließlich eine generationenübergreifende Freundschaft entwickelt.

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"Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, wie kostbar diese Beziehung ist. Lassen Sie uns diese Freundschaft pflegen, indem wir auch in den nächsten Jahren unsere Jugend dazu ermuntern, über den Tellerrand zu blicken und die liebenswerten Eigenschaften unserer Nachbarn im regelmäßigen Austausch zu entdecken", so Wolfgang Vockel.

Begeistert zeigten sich die deutschen Gäste von dem neuen Brunnen, der unter dem Titel "Cinquantenaire du jumelage" ("50 Jahre Partnerschaft") am Samstag in der Innenstadt von Vitry-le-François eingeweiht wurde. "Das ist ein ganz besonderer Blickfang und erinnert dauerhaft an unsere enge Freundschaft", sagte Wolfgang Vockel. In der Bibel symbolisiere der Brunnen auch eine Ehe. So gesehen feierten Vitry-le-François und Tauberbischofsheim in diesen Tagen ihre "Goldene Hochzeit".

Der Präsident des Partnerschaftskomitees, Ingo Brudereck, zeigte sich in seiner Ansprache ebenfalls sehr glücklich, denn der Brunnen sei von großer Symbolkraft und stehe für die "tief empfundene Freundschaft beider Städte".

Schöne Belege dafür gab es am Wochenende dafür genug. Denn die Gäste aus Tauberbischofsheim und die Gastgeber aus Vitry begegneten sich nicht nur bei den offiziellen Terminen, sondern verbrachten auch dazwischen viel Zeit miteinander. Zudem beteiligten sich die deutschen Besucher immer wieder aktiv an der Gestaltung des Programms.

So zum Beispiel die rund 30-köpfige Gruppe der Richard-Trunk-Musikschule. Die bei Gastfamilien untergebrachten Schüler gaben gemeinsam mit den "Kollegen" der Musikschule Vitry ein großartiges Konzert. Oder die "Schlossgeister" Tauberbischofsheim. Als Amtmann mit Gefolge bereicherten sie in ihren historischen Gewändern verschiedene Termine und waren ein beliebtes Fotomotiv. Oder die Stadt- und Feuerwehrkapelle, die im Wechsel mit den Musikern des "Cercle des XVII" die Brunneneinweihung umrahmte und anschließend noch ein Konzert auf dem Marktplatz von Vitry gab. Zudem nahmen Abordnungen verschiedener Vereine auch am großen Festumzug am Sonntag teil.

Der Abschied fiel am Ende dieses "Festes der Freundschaft" nicht leicht. Mit vielen Eindrücken im Gepäck traten die deutschen Gäste die Heimreise nach Tauberbischofsheim an, wo die Vorbereitungen auf das nächste Treffen bereits begonnen haben.

Redaktion Leiter der Redaktionen Tauberbischofsheim, Wertheim und Regionales