Ein Mann in einem typisch weiblichen Beruf - Merlin Pannwitz lernt bei Zahnärztin Dr. Zita Funkenhauser den Beruf des Zahnmedizinischen Fachangestellten Allein unter lauter Frauen

Von 
Sabine Holroyd
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Merlin Pannwitz in Aktion.

© Holroyd

Tauberbischofsheim. "Meinten Sie: Zahnarzthelferin?" Nein, meinten wir nicht, liebe Suchmaschine. Bei "Zahnarzthelfer" muss Google so gut wie passen. Dabei ist Merlin Pannwitz genau das - Zahnarzthelfer. Korrekt ausgedrückt: Zahnmedizinischer Fachangestellter. Bei der Tauberbischofsheimer Zahnärztin Dr. Zita Funkenhauser absolviert der 23-Jährige gerade das zweite Lehrjahr und hat viel Spaß im Team, das aus lauter Frauen besteht.

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Dass Patienten erst einmal erstaunt schauen, wenn er in Aktion tritt - daran hat er sich längst gewöhnt. "Manche denken sogar, dass ich Zahnarzt bin", sagt Merlin Pannwitz und lacht. Eigentlich wollte er ja Zahntechniker werden, fand aber keinen Ausbildungsplatz. So probierte er es bei Dr. Funkenhauser mit einem Praktikum - und blieb gleich dort. In der Praxis hat er viel mit Menschen zu tun, das gefällt dem jungen Mann aus Bad Mergentheim. Dort besucht er die Berufsschule und genießt bereits in seiner von Frauen dominierten Klasse einen kleinen Sonderstatus: "Die Lehrer begrüßen uns immer mit einem 'Guten Morgen, meine Damen, guten Morgen, mein Herr!".

Bei seinen früheren Klassenkameraden stieß er mit seinem Beruf auf anerkennende Bewunderung. "Weil ich erst auf die Kaufmännische Schule ging, dachten sie, ich werde Bürofachangestellter oder so was Ähnliches.", lacht der junge Mann, der in seiner Freizeit gerne Kraftsport treibt und sich mit Freunden trifft. Die sieht er nun aber auch in der Praxis, zum Beispiel dann, wenn er bei ihnen den Zahnstein entfernt.

Die eigene Zahnhygiene war ihm stets wichtig: "Ich hatte noch nie Karies", sagt er stolz. Nun achtet er noch mehr auf seine "Beißerchen", benutzt statt einer Hand- eine Ultraschallzahnbürste und hat gelernt: "Wenn man schöne Zähne hat, lacht man viel öfters. Man hat einfach mehr Lebensqualität."

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Dass er als Kind jedoch nicht gerne zum Zahnarzt ging, gibt der junge Mann frei und offen zu. "Einmal habe ich mir im Wartezimmer selbst einen Milchzahn, der wackelte, herausgezogen - nur damit der Zahnarzt das nicht macht."

Ein kleines bisschen mulmig ist ihm auch heute noch auf dem Zahnarztstuhl, den er normalerweise immer aus der anderen Perspektive sieht. Er weiß jedoch: "Man braucht wirklich keine Angst zu haben. Wenn mal was sein sollte, wird der betreffende Bereich ja betäubt", sagt er. Seiner Chefin assistiert Merlin Pannwitz bei Füllungen und Wurzelbehandlungen. "Die Praxis bei Kronen und Abdrücken fehlt mir noch, aber das werde ich auch sehr schnell lernen", ist er überzeugt.

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Dafür hat er auf einem gänzlich anderen Gebiet seine Qualitäten schon längst unter Beweis gestellt: "Neulich musste ich auf ein Baby aufpassen, während seine Mutter behandelt wurde. Ich habe es beschäftigt, damit es nicht schreit."

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Man sieht: Auch in einem typischen "Frauenberuf" ist Merlin Pannwitz nahezu universell einsetz- und belastbar.