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Leserbrief - Zu „Investor prüft Gelände am ’Hottenloch’“ (FN 4. Dezember) „Klimaschutz? Das ist doch nur etwas für Spinner“

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Mit Freude und Begeisterung habe ich den Artikel „Investor prüft Gelände am ‚Hottenloch’“ gelesen. Toll und mutig, wie sich alle Vertreter der Stadt und Verwaltung über Mahnungen der Wissenschaft hinwegsetzen und noch mehr Landschaft ruinieren wollen.

Was soll’s mit Klimaschutz, Ökologie und all dem anderen modernen Zeug! Das ist nur etwas für Spinner und andere schrägen Vögel.

Leute mit Geld sollen her. Den großen Campingmobilen muss hier vermehrt Platz angeboten werden und Landschaft, die noch nicht ruiniert wurde, haben wir doch auch noch. Die normalen Pkw mit ihrem lumpigen Platzbedarf von nur ca. acht Quadratmetern und mickrigem CO2-Ausstoß! So ein Wohnmobil benötigt die doppelte Fläche und mehr, transportiert zumeist auch nur zwei Personen, der CO2-Aussstoß ist natürlich auch größer als bei einem Pkw, eine spezielle Infrastruktur ist selbstredend obligat. Klasse, oder?

Aber was soll auch das Gerede von Klimakatastrophe, Verkehrswende, Versiegelung der Landschaft und Ökologie und was es da noch für komische Worte gibt.

Wenn man Kasse machen kann, heben alle die Hand, wie oft üblich auch jene, die sich irgendwie als Schützer der Umwelt verkaufen. Geld für Geschäftsleute ist halt bekömmlicher als eine intakte Umwelt.

Der Stadtrat und die Verwaltung in Tauberbischofsheim müssen aufpassen, dass sie nicht von Bad Mergentheim abfärben, dort hat man sich zwar (vertragswidrig) bloß der 2-Grad-Grenze verschrieben. Aber sie benutzen dort Schlagworte wie „Klimaanpassungkonzept“, reden von effektiver Verbesserung des Stadtklimas, Entsiegelung – hört, hört! –, ganzheitlichem Umwelt- und Klimaschutz, zusätzlicher Dachbegrünung und Bürgerbeteiligung. Igittigitt!

Aber vielleicht meinen die dort es gar nicht wirklich ernst mit Klima und Ökologie.

Die Sache mit dem „Hottenloch“ hat mich auf eine Idee gebracht: Ich werde mir ein Pferd kaufen. Ich versichere, ein edles Tier zu kaufen, dem man sofort ansieht, dass der Besitzer vermögend und bereit ist, Geld in der Stadt auszugeben. Dann kann ich von der Stadt Tauberbischofsheim selbstverständlich erwarten, dass sie mir die fällige Infrastruktur genauso wie für Autos zur Verfügung stellt.

Natürlich brauche ich pferdgerechte „Abstellplätze“ in der Nähe von Gaststätten, Apotheken und Supermärkten, wie es für Autos selbstverständlich ist, eine Weide sollte ebenfalls gratis ein.

Okay, okay, zwei Euro pro halbem Tag an Parkgebühren würde ich schon entrichten. Ich bin voller Vorfreude.

Und was die Sache mit Umwelt, Klima und „Hottenloch“ angeht, da zitiere ich hier gerne meinen Vater, der mir oft sagte: „Verschiebe nichts auf morgen, was du auch übermorgen kannst besorgen!“

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