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Leserbrief - Zur Delegiertenwahl des CDU-Stadtverbands

Keinen Respekt vor der Leistung von Professor Dr. Wolfgang Reinhart

Von 
Leserbrief-Schreiber: Klaus Schenck
Lesedauer: 

Ein Konservativer, der vom ‚schwarzen Intriganten-Stadl’ vor Ort, dem rückwärtsgewandten Kreisen um sich selbst innerhalb zementierter Mauern angewidert seinen Konservativismus der Werte als Kompass lebt (...). So beschreibe ich auf Seite 72 den hiesigen Ortsverband der CDU in meinem Buch „Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie“. Das Buch erschien im August 2020, das Manuskript verfasste ich Ende 2019, unter anderem in Auseinandersetzung mit dem „Toleranz“-Buch von Joachim Gauck. Alles lange vor der unsäglichen Delegiertenwahl der CDU.

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Der Wahlausgang war glasklar und deutlich, von einem knappen Ergebnis kann keine Rede sein. Die diskutierten fünf Stimmen hätten wahlentscheidend sein können. Hätten. Nur spielten sie bei diesem klaren Ergebnis keine Rolle. Mit der Zeit kamen Formfehler heraus, die sich über die Jahre eingeschlichen hatten, was mich irritierte, sie hätten nicht passieren dürfen, sie waren einfach nur peinlich. Die Delegiertenwahl muss nun wiederholt werden. Mit all dem kann ich leben, auch muss ich das Bild vom „schwarzen Intriganten-Stadl“ nicht revidieren.

Nun geschieht etwas, womit ich nicht mehr leben kann: Es sind die Leserbriefe, die unseren Landtagsabgeordneten immer bösartiger und gehässiger angreifen. „Trotz Parteibuch politisch heimatlos“, so drücke ich mich in meinem Buch aus, dieser Ortsverband gab mir keine Heimat.

Von Anfang an spürte ich das zwischenmenschliche Klein-Klein, mit den Jahren erlebte ich das politische Gegen-Gegen – trotz gleichen Parteibuchs. Ich bin seit 30 Jahren in der CDU, vorher 16 Jahre bei der Jungen Union. Ich trat 1990 in die CDU ein, als sie gegen Schröder in Niedersachsen verlor. Ich trat zu dem Zeitpunkt ein, als die Partei in Not war. Und jetzt frage ich mich als Distanzierter mit CDU-Parteibuch: Wo sind all die langjährigen CDU-Engagierten vor Ort? Warum höre ich nur eine Seite? Und die andere? Die Orts-CDU ist in Not. Als Distanzierter stand ich bei den Neujahrsempfängen der CDU im Rathaus am Rand und beobachtete, wie viele die Nähe zu Professor Reinhart suchten, um sich kurz im Politikerglanz zu sonnen. Wo sind all diese Leute jetzt, wo es ein bisschen Mut erfordert, gegen den Leserbrief-Geist anzuschwimmen? Wo sind die Leserbriefe der vielen CDU-Mitglieder, die beim Neujahrsempfang den „Partei-Familiensinn“ beschworen, die viel besser als ich wissen, was die CDU vor Ort, und zwar unter Professor Reinhart, für Tauberbischofsheim, für den Main-Tauber-Kreis, auf die Beine stellte? „Schwarze Brüder und Schwestern“, warum schweigt ihr?

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Ich bin ein Konservativer, ich habe einen klaren Kompass. Die Kritik an der Delegiertenwahl war berechtigt, sie wird wiederholt, aber aus dieser berechtigten Kritik brechen immer stärker alte Rechnungen und Feindseligkeiten hervor, die die Leserbriefe ständig aggressiver werden lassen.

Es ist die Verlagerung der sozialen Medien-Sprache mit ihrem verletzenden Umgangston in Leserbriefe. Wir erlebten das bei der Bürgermeisterwahl in Lauda, wir erleben das jetzt wieder – in meinem Umfeld. Zwei meiner konservativen Werte sind Anstand vor dem anderen und Respekt für dessen Leistung – beides vermisse ich in den Leserbriefen immer mehr. Ich betrachte Professor Reinhart als Glücksfall für Tauberbischofsheim und den Kreis. Ich bin in erster Linie Bürger dieser Stadt.

Mich interessiert fast ausschließlich, was für meine Stadt und für meinen Kreis erreicht wird. Ob für die CDU vor Ort alles glücklich läuft, bezweifele ich aber.

Ich trete nicht aus der CDU aus. Ich gebe ja auch nicht meinen christlichen Glauben auf, nur weil ich es mit dem Ortspfarrer nicht kann. Ich werde bei der Landtagswahl CDU wählen, und zwar aus Überzeugung – trotz des CDU-Ortsverbands und allen Leserbriefen zum Trotz.

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