Gedankenaustausch - Vertreter des DRK-Kreisverbands Tauberbischofsheim machten auf Probleme aufmerksam und schilderten Aktivitäten Katastrophenschutz reißt Loch in die Kasse

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In der DRK- Geschäftsstelle trafen sich Präsident Oscar Fuchs, Landtagsabgeordneter Professor Dr. Wolfgang Reinhart, Landrat Reinhard Frank, Kreisgeschäftsführerin Manuela Grau, stellvertretender Kreisgeschäftsführer Uwe Rennhofer und der stellvertretende Rettungsdienstleiter Michael Schäfer zu einem Informationsaustausch. © Matthias Ernst

Über die momentane Situation beim DRK-Kreisverband informierten sich Landrat Reinhart Frank und der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Professor Dr. Wolfgang Reinhart.

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Tauberbischofsheim. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Professor Dr. Wolfgang Reinhart besuchte die Rettungswache des DRK-Kreisverbands Tauberbischofsheim. Hierzu ging uns von dem Landtagskandidaten folgender Bericht zu.

Mit 164 hauptamtlichen und gut 1120 ehrenamtlichen Mitarbeitern ist der DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim einer der großen Sozialverbände im Kreis. Insgesamt seien beim DRK Baden- Württemberg über 63 000 Ehrenamtliche und über 13 500 Hauptamtliche tätig, so Präsident Oscar Fuchs. Eine beachtliche Zahl, die aber auch zeige, wie vielfältig die Aufgaben sind, die das DRK für die Gesellschaft übernehme. In den 19 Ortsvereinen des DRK-Tauberbischofsheim gebe es acht Helfer vor Ort-Gruppen (HvO), 13 Jugendgruppen und 17 Bereitschaften. Zusätzlich werden pro Jahr ungefähr 20 bis 25 Blutspendetermine im Landkreis durchgeführt. Hinzu kämen noch ungefähr 1200 Krankenfahrten, Rettungsdiensteinsätze und Notarztfahrten, sagte Fuchs, der dem Kreisverband fast 30 Jahre vorsteht, bei einem Pressegespräch.

Hinzu komme noch der Katastrophenschutz, den man als Pflichtaufgabe des Landes vor über 25 Jahren für den gesamten Landkreis übernommen habe. Mit 100 bis 120 Personen, die im Katastrophenfall auf über 600 aufgestockt werden können, sei man ständig in Bereitschaft. Dadurch entstünden alleine in diesem Bereich Kosten von gut 120 000 Euro im Jahr, so Fuchs. Nur 20 000 Euro kommen als Zuschuss des Landes und des Bundes wieder herein.

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Weitere 20 000 Euro werden als Fortbildungsmaßnahmen durch das DRK übernommen, so dass noch immer ein Defizit von 80 000 Euro bleibt, das irgendwie aufgefangen werden müsse.

Dieses Defizit sei erst vor rund vier Jahren aufgefallen, als man beim DRK daran ging, jede Einheit einzeln zu bilanzieren, so Fuchs. „Wenn das DRK die Aufgaben nicht übernehmen würde, müsste der Landkreis das machen“, stellte daraufhin der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag Professor Dr. Wolfgang Reinhart fest. Landrat Reinhard Frank ergänzte, dass man auch beim Landratsamt dieses Defizit sehe und deshalb im März in der Sitzung des Kreistages einen Antrag auf teilweise Übernahme des Defizits durch den Kreis stellen werde. „Aber auch das Land und der Bund müssen ihren Anteil leisten“, nahm Frank die höheren Stellen in die Pflicht. Das freute Fuchs sowie die Kreisgeschäftsführerin Manuela Grau zu hören.

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Positives gebe es auch vom geplanten Tages- und Kurzzeitpflegezentrum in Wertheim zu berichten, so Fuchs. Hier habe man nun endlich den Vertrag mit dem Generalunternehmer abschließen können. Einem Baubeginn Mitte März des gut acht Millionen Euro teuren „Leuchtturmprojektes“ stehe also nichts mehr im Wege.

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Fuchs dankte dem Landkreis und der Stadt Wertheim für die Förderung, aber besonders Reinhart, der sich dafür eingesetzt habe, dass man eine Landesförderung für die Kurzzeitpflege von gut 1,5 Millionen Euro erhalten hat. „Dieser Neubau ist die größte Investitionssumme in meiner über 30-jährigen Tätigkeit“, gab Fuchs zu. Zusammen mit dem Neubau einer Rettungswache und dem bereits gegenüber des Neubaus arbeitenden Krankenhauses am Reinhardshof entstehe so ein Zusammenschluss aller Kräfte.

„Die 30 Kurzzeitpflegekräfte werden dringend benötigt“, stellte nicht nur Reinhart fest. „Wertheim ist etwas Innovatives“, denn mit dem Bau von Kurzzeitpflegeplätzen betritt das DRK Neuland, so Reinhart. Er nannte es ein „Pilotprojekt mit Blick auf die Zukunft“, denn die Pflege in der Familie werde sich in den kommenden Jahren komplett verändern, habe die Politik erkannt. Auch Krankenhäuser hätten die Forderung nach Kurzzeitpflegeplätzen an ihn herangetragen, ergänzte Landrat Frank.

Durch die fallspezifische Abrechnung in den Krankenhäusern müssten Patienten entlassen werden, die zwar vom Krankenhaus gesehen gesund seien, aber noch nicht selbständig leben könnten.

Wolfgang Reinhart würdigte vor allem den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter des DRK für ihren „wertvollen Einsatz für die Gesellschaft“. „Ihre Arbeit kann man nicht hoch genug schätzen“, so der Landtagsfraktionsvorsitzende der CDU.

Er hatte auch noch eine gesetzliche Klarstellung für die Notfallsanitäter dabei. Erst kürzlich hatte der Bundesrat, auf eine Initiative von Baden-Württemberg hin, die rechtliche Stellung der erst vor wenigen Jahren geschaffenen Einsatzkräfte deutlich verbessert und ihre Aufgaben definiert.