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Matthias-Grünewald-Gymnasium - Jugendoffizier Amelie Nägele informierte umfassend und diskutierte mit den Abiturienten über den Ukraine-Krieg

Jugendoffizier der Bundeswehr meint „Waffenlieferungen sind wichtig”

Putins Angriff auf die Ukraine markiert eine Zeitenwende. Über die Konsequenzen informierte ein Seminar mit Jugendoffizier Amelie Nägele. Mit den Abiturienten des Matthias-Grünewald-Gymnasiums sprach sie über den Ukraine-Konflikt.

Von 
mgg
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Die Oberstufenschüler in der Videokonferenz mit Jugendoffizier Amelie Nägele und Gemeinschaftskundelehrer Dietrich Röbbelen. © MGG

Tauberbischofsheim. Amelie Nägele ist seit 2015 bei der Bundeswehr und mittlerweile im Rang eines Hauptmanns. Zunächst als interkulturelle Beraterin tätig, war sie für sieben Monate im Kosovo eingesetzt. In ihrer Funktion als Jugendoffizier referiert sie über Sicherheitspolitik und will die junge Bevölkerung darüber aufklären, was Sicherheitspolitik ist. Der Kontakt der Bundeswehr zur Bevölkerung ist ihrer Meinung nach wichtig. Denn: „Mit dem Wegfall der Wehrpflicht taucht die Bundeswehr in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch auf“, so Nägele.

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Sicherheitspolitische Aspekte sind ihren Angaben zufolge aber nach wie vor wichtig. Deutlich machte sie das am Index für stabile Staaten. Der enthält Indikatoren wie Sicherheitsapparat, Infrastruktur, Regierungssystem, Gesundheitswesen, Bildungswesen oder Gleichberechtigung. Je höher der Indexwert, desto weniger stabil wird ein Land eingeschätzt.

Vieles hängt zusammen

Ausgehend davon besprach Amelie Nägele aktuelle Herausforderungen wie internationaler Terrorismus oder die Bekämpfung von Seuchen. Besonders wichtig war es ihr deutlich zu machen, dass uns solche Herausforderungen direkt betreffen. Denn: „International hängen viele Dinge zusammen.“ So zeigte sie, wie 2007/2008 nach steigenden Lebensmittelpreisen die Brotaufstände in Nordafrika, der Arabische Frühling, der Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise 2015 folgten, und verwies auf die wichtige Rolle der Ukraine als Getreideproduzent.

Ausführlich nahm Amelie Nägele zum Ukraine-Konflikt Stellung. So ging sie auf die Veränderungen und Besonderheiten in der Kriegsführung ein, die sich beispielsweise durch Propaganda und hybride Kriegsführung auszeichne. Eindeutig war ihre Position zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Die hielt sie für besonders wichtig.

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Von
dpa
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Ein militärisches Eingreifen schloss Nägele aufgrund der Gefahr der Ausweitung eines Krieges aus, verwies aber auf eine Änderung der Lage, falls chemische oder biologische Waffen zum Einsatz kämen. Wann ein Nato-Bündnisfall eintrete und welche Konsequenzen das hätte, erklärte sie auch.

Mehrere Quellen vergleichen

Im Kriegsfall die Wahrheit herauszufinden, ist nicht leicht. Nägele nannte als wichtige Informationsquellen Satellitenbilder, Nachrichtendienste und (freie) Journalisten, die sich noch in der Ukraine befinden. Den Schülern riet sie, bei ihrer Recherche die Informationen mehrerer Quellen zu vergleichen.

Amelie Nägele nahm auch zu allgemeinen Fragen Stellung. So bestätigte sie die insgesamt schlechte Ausrüstung der Bundeswehr. Sie zeigte sich auch gespannt, wie die versprochenen Gelder eingesetzt würden.

Deutlich wurde ihre Befürchtung, dass durch eine Erweiterung des Sicherheitsbegriffes am Ende nur ein Teil des Geldes bei der Bundeswehr ankomme.

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Gelassen reagierte Nägele auf Fragen zu ihrer Rolle als Frau bei der Bundeswehr.

„Ich fühle mich gleichberechtigt“, betonte sie. Gendern, um sprachlich die Bedeutung der Frauen sichtbar zu machen, hielt sie für nicht wichtig. Die Uniform zeige, dass bei der Bundeswehr keine Unterschiede gemacht würden, also auch sprachlich nicht gemacht werden sollten.

Die Videokonferenz mit einer Expertin zu einem aktuellen Thema kam bei Schülern und Lehrern sehr gut an. Von einer „bemerkenswerten und ungewöhnlichen Unterrichtsstunde“ sprach Anna Gnadt.

Die Abiturienten fand es sehr interessant, die Sichtweise eines Jugendoffiziers der Bundeswehr auf den Ukraine-Konflikt kennenzulernen. Amelie Nägeles differenzierte Betrachtungsweise hat sie dabei überzeugt: „Es gilt zu entscheiden zwischen moralischen Bedenken und nötigem Handeln, um Sicherheit zu bewahren.“

Die Relevanz des Politischen sei deutlich geworden, meinte Dietrich Röbbelen.

Der Gemeinschaftskundelehrer zeigte sich davon überzeugt, dass den Schülern eines klar geworden sie: „Sicherheitspolitik geht jeden von uns an.“

„Die aktuellen Ereignisse, der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und die vielbeschworene Zeitenwende werfen auch bei unseren Schülern viele Fragen auf und sorgen für Verunsicherung“, erklärte Tobias Endres. Der Abteilungsleiter ist ebenfalls Gemeinschaftskundelehrer und betonte die Bedeutung des Faches in diesen schwierigen Zeiten. „Indem wir in Gemeinschaftskunde diese Entwicklungen und auch die Fragen, Sorgen und Ängste der Schüler thematisieren, versuchen wir gemeinsam die Geschehnisse zu sortieren und einzuordnen.“

Endres hat auch den Kontakt zu Amelie Nägele hergestellt. Gerade die Diskussion mit solchen externen Experten hilft seinen Angaben zufolge, die veränderte sicherheitspolitische Situation zu beurteilen und zu bewerten. mgg

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