Medizin - Anteil der adipös erkrankten Minderjährigen wächst / Im Main-Tauber-Kreis waren 2018 insgesamt 140 AOK-Versicherte in Behandlung / Zu wenig Bewegung Immer mehr Kinder haben deutliches Übergewicht

Lesedauer: 
Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig. Schuld sind häufig Fast-Food und mangelnde Bewegung. © AOK

Main-Tauber-Kreis. In einer repräsentativen Studie hat das Robert-Koch-Institut festgestellt, dass 15,4 Prozent der drei- bis 15-jährigen Kinder und Jugendlichen erheblich übergewichtig sind.

AdUnit urban-intext1

Der Anteil der adipös Erkrankten wird immer größer. Dies deckt sich mit den Zahlen der AOK Heilbronn-Franken. Im Main-Tauber-Kreis stiegen die Arztbesuche von Kindern, die wegen Gesundheitsproblemen aufgrund ihres Übergewichts behandelt wurden, von 112 im Jahr 2014 auf 169 im Jahr 2018. Im Fünfjahresschnitt war eine Steigerungsrate von 3,3 Prozent pro Jahr zu verzeichnen, wie die AOK zum Weltkindertag am 20. September bekannt gibt.

Im Land Baden-Württemberg erhöhten sich die Behandlungszahlen bei den AOK-versicherten Jungen und Mädchen von 8743 im Jahr 2014 auf 10 870 im Jahr 2018. Hier erhöhten sich die Arztbesuche um 1,7 Prozent pro Jahr.

„Als übergewichtig gilt ein Kind, wenn es einen Body-Mass-Index (BMI) oberhalb von 90 Prozent seiner Altersgruppe hat, als adipös, wenn dieser im Altersvergleich über 97 Prozent liegt. Der BMI dient zur Abschätzung des Körperfettanteils. Hierbei wird das Körpergewicht in ein Verhältnis zur Größe gesetzt“, betont AOK-Arzt Dr. Hans-Peter Zipp in diesem Zusammenhang.

AdUnit urban-intext2

Als „Dickmacher“ werden zu viel hoch-kalorische Nahrung, wie Fast Food oder Süßigkeiten, und zu wenig Bewegung aufgeführt. „Die Änderung des Freizeitverhaltens – weg von sportlichen Aktivitäten hin zu stundenlangem Fernsehen und Computerspielen – führt früh zu massiven Gewichtsproblemen, die sich im Erwachsenenleben fortsetzen können“, so das RKI.

Dies hat zahlreiche Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes zur Folge.

AdUnit urban-intext3

Hohe Energiezufuhr bei geringem Verbrauch bewirkt, dass diese in Form von Fett abgelagert wird. „Bei der Gewichtsreduktion stehen deshalb langfristige Strategien im Mittelpunkt: Veränderung des Ernährungsverhaltens und Steigerung des Energieverbrauchs durch körperliche Bewegung“, verdeutlicht Ute Derleder, Ernährungsexpertin der AOK für den Main-Tauber-Kreis, und ergänzt: „Obgleich die Erbanlagen auch unsere Gewichtsentwicklung beeinflussen, sind diese nur selten für Adipositas im Kindes- und Jugendalter maßgeblich verantwortlich. Die Ursachen liegen vor allem in den Lebensbedingungen: Bewegungsmangel gekoppelt mit ungeeigneten Lebensmitteln.“

AdUnit urban-intext4

Info: Weitere Informationen gibt es unter www.aok.de im Internet.