Neujahrsempfang in Tauberbischofsheim - Bürgermeisterin Anette Schmidt gibt Ausblick auf 2020 / Zahlreiche Projekte und Themen auf der Agenda „Immer ganz nah am Bürger sein“

Von 
Fabian Greulich
Lesedauer: 
Vor großer Kulisse ließ Bürgermeisterin Anette Schmidt (links) das vergangene „Jahr des Wandels“ Revue passieren und gab anschließend einen Ausblick auf 2020. © Fabian Greulich

Neue Bürgermeisterin, neuer Ort, neue Zeit: Erstmals fand der Neujahrsempfang am Sonntag in der Stadthalle und am frühen Abend statt. Anette Schmidt freute sich über ein „volles Haus“.

AdUnit urban-intext1

Tauberbischofsheim. „Das ist echt toll. Ich bin begeistert.“ Bürgermeisterin Anette Schmidt machte aus ihrer Freude über die große Resonanz beim Neujahrsempfang der Stadt am Sonntag kein Geheimnis. Ganz bewusst habe man den Ort der Traditionsveranstaltung geändert.

„In der Stadthalle ist für die Bürger einfach mehr Platz als im Rathaussaal“, sagte Schmidt. Die überwältigende Resonanz zeige ihr, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei. Den Neujahrsempfang habe man unter das Motto „Wir bewegen was“ gestellt. Da passe der Ortswechsel genauso gut dazu, wie die geänderte Zeit vom Vormittag in den frühen Abend.

Schmidt freute sich über „viele, viele Gäste“, die mit ihrem Kommen ihr Interesse für die Stadt und ihre sechs Ortsteile bekundeten. Zugleich beschwor sie den Gemeinschaftsgeist, den Tauberbischofsheim benötige, um weiter erfolgreich in die Zukunft zu gehen. „Durch das Engagement jedes einzelnen entsteht etwas Gemeinsames. Das tut unserer Stadt gut“, so Schmidt. Als gutes Beispiel nannte sie die Stadt- und Feuerwehrkapelle unter Leitung von Gustav Endres. Diese übernahm an diesem Abend nicht nur die musikalische Umrahmung, sondern feierte zugleich den Start in ihr Jubiläumsjahr 2020. Die Kapelle wird 100 Jahre alt.

Voraussetzungen schaffen

AdUnit urban-intext2

„Gute geschäftliche und menschliche Beziehungen sind die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Stadt und Gemeinderat sind gefordert, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen. Das ist mit viel Arbeit und großen Herausforderungen verbunden, denen wir uns gerne stellen, denn ich bin überzeugt davon, dass es sich lohnt“, fuhr Schmidt fort. Es sei deutlich zu spüren, dass Tauberbischofsheim „eine Stadt ist, in der es menschelt und in der die Bürger gerne leben“. Man werde alles dafür tun, dass dies auch in Zukunft so bleibe. Die Aufgaben der Stadt seien dabei sehr umfangreich.

In einem kurzen Rückblick betonte Schmidt, dass 2019 das „Jahr des Wandels und der Wahlen“ gewesen sei. Kreistag, Gemeinderat und Ortschaftsräte seien nach dem Votum der Bürger neu zusammengesetzt worden. Kurz danach habe die Bürgermeisterwahl für großes Aufsehen gesorgt.

AdUnit urban-intext3

Nach einem intensiven Wahlkampf habe es im ersten Wahlgang am 30. Juni zunächst noch keine endgültige Entscheidung gegeben. „Am 14. Juli, gegen 18.30 Uhr, war es dann aber soweit und ich stand mit nahezu 50 Prozent der Stimmen als neue Bürgermeisterin fest. Das war mein persönliches Highlight des Jahres 2019“, sagte Schmidt unter dem Applaus der Zuhörer in der Stadthalle.

AdUnit urban-intext4

Seit 1. September sei sie nun im Amt und die ersten vier Monate als Stadtoberhaupt seien sehr intensiv und spannend gewesen. Sie sei sehr gut aufgenommen worden und fühle sich wohl in ihrer neuen Aufgabe.

Bezüglich der realisierten und auf den Weg gebrachten Projekte in der Stadt fasste sich Schmidt bewusst kurz, denn „sie sind nicht mein Verdienst“.

Stattdessen verwies sie auf die vielfältigen Aufgaben der städtischen Mitarbeiter und deren Engagement. „Sie alle erhalten unser Gemeindevermögen – das ganze Jahr über, Tag und Nacht.“

Mit Blick in die Zukunft versprach Anette Schmidt, dass man mit voller Kraft an der Weiterentwicklung der Stadt arbeiten werde. „Es gilt, viele laufende Projekte weiterzuentwickeln und abzuschließen, aber auch neue Akzente zu setzen.“

Konkret nannte Schmidt das Schulzentrum am Wört, dessen Um- und Ausbau auf der Zielgeraden sei. Mit der Fertigstellung im Frühsommer 2021 seien dann – inklusive Fördergeldern des Landes – insgesamt 26 Millionen Euro in die Maßnahme investiert worden. Eine „Großinvestition in die Zukunft“ sei auch die nun anlaufende energetische Sanierung des Matthias-Grünewald-Gymnasiums (rund acht Millionen Euro). Die vier Grundschulen der Stadt hätten ebenfalls Sanierungsbedarf, dem man Schritt für Schritt gerecht werden wolle. Gleiches gelte für die Kindergärten.

Dauerthema Digitalisierung

Weiter vorangetrieben werde das Dauerthema Digitalisierung. Eine „prägende Aufgabe“ bleibe das Projekt Hochwasserschutz. Nach dem ersten Abschnitt wolle man in den nächsten Monaten die Weichen für die Umsetzung der nächsten Abschnitte stellen. „Dafür ist Grunderwerb notwendig. Ich hoffe auf gute und faire Verhandlungen mit den privaten Grundstücksbesitzern“, so Schmidt.

Die Zahl der weiteren Aufgaben, und Projekte sei sehr groß: Neuordnung der Wasserversorgung (Fortsetzung), Kläranlage (teilweise Erneuerung der Faultürme), Sanierungsgebiete in der Innenstadt (unter anderem Neugestaltung des Sonnenplatzes) und auf dem Laurentiusberg. Dazu die Neuordnung des Bestattungswesens auf den sieben städtischen Friedhöfen. Doch das seien nur die dicksten Brocken auf einer langen Liste mit wichtigen Themen. Der Haushalt der Stadt, der noch in diesem Monat vom Gemeinderat verabschiedet werden soll, umfasse laut Plan rund 35 Millionen Euro. Insgesamt seien Investitionen in Höhe von 19 Millionen Euro vorgesehen.

Abschließend dankte Schmidt der Bürgerstiftung für ihren Einsatz zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger. Besonders dankte sie zudem den vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen und Organisationen der Kommune. Hier werde unschätzbar wertvolle Arbeit und ein elementarer Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt geleistet. Schmidt: „Alles, was wir erreichen, erreichen wir gemeinsam. Immer ganz nah am Bürger sein, lautet die Devise. Für eine lebendige Stadt.“

Grußworte sprachen anschließend der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Professor Dr. Wolfgang Reinhart, und Bundestagsabgeordnete Nina Warken (CDU). Beide betonten, dass man in Tauberbischofsheim die wichtigen Standortfaktoren im Blick habe. Man könne mutig und optimistisch in die Zukunft blicken.

Redaktion Leiter der Redaktionen Tauberbischofsheim, Wertheim und Regionales