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Gastspiel der BLB - Am 20. Juni wird „Ein Sommernachtstraum“ auf dem Schlossplatz in Tauberbischofsheim aufgeführt

Im Dickicht großer Gefühle

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„Ein Sommernachtstraum“ wird am 20. Juni vom Ensemble der Badischen Landesbühne auf dem Schlossplatz in Tauberbischofsheim aufgeführt. © Sonja Ramm

Tauberbischofsheim. Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ ist am Montag, 20. Juni, um 20.30 Uhr auf dem Schlossplatz in Tauberbischofsheim zu erleben – aufgeführt vom Ensemble der Badischen Landesbühne.

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Im Gehirn von Verliebten brennt ein gewaltiges chemisches Feuerwerk: Verliebtsein entspricht einem Rauschzustand. Was die Neurowissenschaft mittlerweile bewiesen hat, wusste Shakespeare schon vor über 400 Jahren. Mit „Ein Sommernachtstraum“ schrieb er eine facettenreiche Komödie über die stärkste und bis heute doch rätselhafteste Macht der Welt: die Liebe. An der Badischen Landesbühne ist es Tradition, die beliebte Komödie alle zehn Jahre auf die Freilichtbühne zu bringen – dieses Mal in der Regie von BLB-Schauspielerin Evelyn Nagel.

In Athen will Herzog Theseus seine Hochzeit mit der Amazonenkönigin Hippolyta feiern. Sie will nicht wirklich, hat aber keine Wahl. Ähnlich ergeht es Hermia, die Lysander liebt, aber von ihrem Vater vor den Herrscher gezerrt wird, um mit Demetrius zwangsverheiratet zu werden. Da Hermia mit dem Tod gedroht wird, flieht sie mit Lysander in den Wald. Ihnen folgt der geprellte Demetrius. Und diesem läuft Helena nach, die unsterblich in ihn verknallt ist. Dieses Liebeschaos wird im Wald erst richtig kompliziert, denn hier treibt Kobold Puck, die rechte Hand des Elfenkönigs Oberon, sein Unwesen. Dieser hat sich mit seiner Gattin Titania überworfen und trachtet nach Rache. Er schickt Puck los, eine Wunderblume zu besorgen. Ihr Saft, Schlafenden ins Auge geträufelt, macht den Erwachenden in das Wesen, das er zuerst erblickt, wie toll verliebt. Das soll Zettel sein, Mitglied einer Gruppe von Handwerkern, die im Wald ein Theaterstück für die Hochzeit von Theseus probt. Puck hext Zettel einen Eselskopf auf den Leib und führt ihn zur schlafenden Titania.

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Nebenbei soll Puck auch noch die zerstrittenen Liebenden mit den magischen Augentropfen versöhnen, doch er erwischt die Falschen. Und so verstricken sich die vier Jugendlichen immer tiefer im Dickicht ihrer Gefühle.

Regisseurin Evelyn Nagel, die selbst schon in zwei verschiedenen Inszenierungen von „Ein Sommernachtstraum“ mitgespielt hat, interessiert an der Komödie weniger der magische Feenzauber, als vielmehr das unglaublich menschliche Kaleidoskop der Liebe, das Shakespeare in ihr entwirft. „Klar werden die Ereignisse im Wald durch den Blumenzauber in Gang gesetzt, doch steht dieser nur symbolisch für die Funktionsweise der menschlichen Psyche“, so Nagel. „Der Wald fungiert hier als Ort der Entgrenzung, in dem archaische Gefühle, Sehnsüchte und Begierden ausgelebt werden können, die in der von Gesetzen und Konventionen beherrschten Stadt Athen keinen Platz haben. Wenn am Schluss sich alle der Ordnung der Dinge wieder fügen, empfinde ich diese Anpassung viel gruseliger als jeden Geisterspuk.“

Der Wald, den Evelyn Nagel und Ausstatterin Franziska Smolarek auf die Bühne bringen, ist gezeichnet vom Klimawandel, den der Ehestreit von Oberon und Titania ausgelöst hat. Ein unheimlicher Schauplatz für ein sinnliches Verwirrspiel um Träume, Phantasien und Identitäten.

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