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Dekanat Tauberbischofsheim - „Pastoral 2030“ stand im Mittelpunkt der Vollversammlung / Zusammensetzung der Projektleitungen festgelegt

Haupt- und Ehrenamtliche sollen Hand in Hand arbeiten

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bk
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Main-Tauber-Kreis. Die Vollversammlung des Dekanatsrates im Dekanat Tauberbischofsheim fand im Tauberbischofsheimer Winfriedheim statt. Vorsitzende Birgit Frei leitete nach einem Geistlichen Impuls auf die Genehmigung des Jahresabschluss 2019/2020 des Dekanatshaushaltes über. Aus dem Rechnungsergebnis ist ersichtlich, dass sich in den Finanzen wesentliche Ziele der Pastoralkonzeption des Dekanates Tauberbischofsheim widerspiegeln. Das von der Verrechnungsstelle vorgelegte Zahlenwerk wurde einstimmig genehmigt.

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Zügige Wahlen

Zügig ging auch die Wahl des zweiten Delegierten in den Diözesanrat über die Bühne. Gewählt wurde Elmar Haas, Ahorn, als Ersatzdelegierter wurde Hartmut Schäffner (Lauda-Königshofen) bestimmt.

Hingewiesen wurde auf die im nächsten Jahr stattfindenden Wahlen zum Kirchensteuerparlament. Dieses Amt hat bislang Kurt Baumann wahrgenommen, er ist auch grundsätzlich bereit, dieses fortzuführen. Im Januar 2022 wird diesbezüglich ein Wahlvorstand gebildet, die Wahl ist im Mai 2022 geplant.

Ein wichtiger Punkt dieser Vollversammlung mit Vertretern aller Kirchengemeinden des Dekanates ist der gegenseitige Austausch. So wurde das Problem vorgetragen, dass die Leitungen der Kitas damit beauftragt sind, Verwaltungstätigkeiten zu übernehmen: Die Kita-Beiträge einzuziehen und sogar Säumnisverfahren einzuleiten. Der Dekanatsrat beschließt einstimmig, Dekan Gerhard Hauck zu beauftragen, der Verrechnungsstelle die dringende Empfehlung des Dekanatsrats vorzutragen, die Erzieherinnen von diesen Verwaltungstätigkeiten freizustellen, damit sie ihre pädagogische Arbeit wahrnehmen können.

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Die KAB-Vertreterin trug vor, dass die Verbände finanzielle Probleme durch die nun erhobenen Kontoführungsgebühren bekommen. Sie bittet zu prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, für die Verbände diese Gebühren zu verringern. Des Weiteren weist sie darauf hin, dass am 3. März 2021 das 1700-jährige Bestehen des arbeitsfreien Sonntags begangen wurde. Mit einem Flyer wird auf den „Schutz-Sonntag“ hingewiesen, sie bittet um Unterstützung dieser Aktion.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand das Projekt „Pastoral 2030“: Pastoralreferent Dr. Robert Koczy und Pfarrer Stefan Märkl gaben einen Überblick über den momentanen Sachstand. Die Erzdiözese Freiburg hat mittlerweile auf der Homepage das Rahmenkonzept der lokalen Projekte veröffentlicht.

Dr. Koczy erläutert, dass er für beide „Kirchengemeinden neu“ als Projektkoordinator zur Verfügung steht, für den Bereich Lauda hat bereits Pfarrer Märkl als zweite Person diese Aufgabe übernommen. In den Prozess für den Bereich Tauberbischofsheim ist inzwischen auch deren zukünftiger Pfarrer Thomas Holler eingebunden, der jedoch derzeitig noch mit seinem Auftrag als Pfarrer von Forbach-Weisenbach gebunden ist, aber ab Sommer nächsten Jahres vor Ort sein wird. Es fand bereits eine Kick-off Veranstaltung der Projektkoordinatoren in Raststatt unter dem Leitwort: „Kirche neu denken!“ statt.

Pfarrer Märkl informierte, dass die von Freiburg eingesetzten Fachgruppen nun seit fast zwei Jahren ihre Überlegungen zu Papier gebracht haben und diese Empfehlungen nun bei Erzbischof Stephan Burger zur Entscheidung vorliegen. Die Raumaufteilung (zukünftige Größe der neuen Kirchengemeinden) wurde bekanntlich bereits beschlossen.

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Projektträger und -leitung

Das Rahmenkonzept sieht vor, dass vor Ort (Kirchengemeinde neu) ein Projektträger sowie eine Projektleitung eingerichtet wird. Es wäre möglich, dass der Dekanatsrat die Funktion des Projektträgers übernimmt und die örtliche Projektleitung beauftragt. Diese Thematik wurde in den zwei Gruppen, die sich nach der Präsentation von Pfarrer Märkl und Dr. Koczy, in getrennte Räume zurückzogen, intensiv besprochen. Die Projektleitungen sollen arbeitsfähige Gremien werden, gemischt aus Haupt- und Ehrenamtlichen.

Die Vertreter aus dem Bereich Tauberbischofsheim diskutieren zum Teil kontrovers über die vorgeschlagene Struktur. Das Zueinander von Projektträger und Projektleitung bedarf weiterer Klärung. Zudem bestehen Zweifel ob ausreichend Personen für beide Gremien gefunden werden können. Einige Teilnehmer bemängeln, nicht mit ausreichend Informationen, zum Beispiel wie Seelsorge zukünftig stattfinden soll, ausgestattet zu sein, um Entscheidungen treffen zu können.

Letztlich beschloss der Dekanatsrat für den Bereich Lauda, dass die Mitglieder des Dekanatsrates Süd die Projektträgerschaft übernehmen. Für den Bereich Tauberbischofsheim braucht es, trotz eines Votums in diese Richtung, noch weitere Klärungen für einen endgültigen Beschluss.

Einigkeit bestand indes über die Zusammensetzung der Projektleitung. Sie wird auf Vorschlag der lokalen Projektkoordinatoren aus haupt- und ehrenamtlichen Vertretern jeder Pfarrgemeinde bestehen. Zudem soll sichergestellt werden, dass auch die Bereiche Caritas und Bildung und eine Abordnung der Verbände darin vertreten sind. In den kommenden Wochen werden Stefan Märkl und Robert Koczy diesbezüglich Gespräche führen und auch die einzelnen Kirchengemeinden besuchen und in den Pfarrgemeinderatssitzungen die Struktur vorstellen und um Vertreter für die Projektleitung werben.

Am 12. Januar 2022 (für den Bereich Lauda) beziehungsweise am 19. Januar 2022 (für den Bereich Tauberbischofsheim) sollen dann erstmals die neuen Gremien zusammenkommen und ihre Arbeit aufnehmen.

Problem Missbrauchsfälle

Birgit Frei berichtet abschießend noch von der Vollversammlung des Diözesanrates der Katholiken in der Erzdiözese Freiburg. Auf der Tagesordnung stand als wichtiger Themenschwerpunkt der Austausch über die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Erzdiözese. Die Räte wurden über den aktuellen Stand aus der Kommission „Macht und Missbrauch“ von Professor Magnus Striet informiert. Außerdem berichtete Silke Wissert, Leiterin der Koordinationsstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt zum Thema Prävention. Professor Wolfgang Treitler, Fundamentaltheologe der Universität Wien und selbst Betroffener, sprach über die Konsequenzen von Missbrauch für den persönlichen Glauben und die Kirche, über die Erschütterung des Gottesbildes für Betroffene von sexualisierter Gewalt und deren Angehörige. „Angesichts des massenhaften Missbrauchs, kann nicht von einer Kirchenkrise gesprochen werden, sondern von einer Gotteskrise“, so Treitler.

Die Delegierten waren von den Schilderungen und Schlussfolgerungen von Professor Treitler bewegt. Während dieses schwerwiegenden Themas wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet, die mit Fachpersonal aus dem Beratungsbereich zur sexualisierten Gewalt besetzt war.

Außerdem informierten sich die Anwesenden zum Projekt „Kirchenentwicklung 2030“. Diskutiert wurde unter anderem hierbei über die Ausrichtung des Ausschuss Kirchenentwicklung des Diözesanrats. Die Vollversammlung hat die Arbeitsfelder des Ausschusses Kirchenentwicklung ausgeweitet. Dazu gehört auch, die Themen Macht und Machtkontrolle in die Beratungen des Prozesses Kirchenentwicklung 2030 aktiv einzubringen.

Die nächste Vollversammlung ist für den Januar 2022 geplant. bk

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