Covid-19-Infektion - 41-jährige Frau gilt als Kontaktperson zum ersten bestätigten Fall vom Mittwoch / Beide Infizierten waren gemeinsam in Südtirol und befinden sich in häuslicher Quarantäne Gesundheitsamt bestätigt zweiten Corona-Fall im Main-Tauber-Kreis

Lesedauer: 
Erster Landesbeamter Christoph Schauder (links) bei einer Gesprächsrunde im Landratsamt, bei der die Bürgermeister und Oberbürgermeister über die aktuelle Situation in Sachen Coronavirus informiert wurden. © Landratsamt / Frank Mittnacht

Main-Tauber-Kreis. Das Landesgesundheitsamt hat am frühen Freitagnachmittag einen zweiten Coronavirus-Fall im Main-Tauber-Kreis bestätigt. „Es handelt sich um eine 41-jährige Frau, die als Kontaktperson zum ersten bestätigten Fall vom Mittwoch gilt. Dieser wiederum betrifft eine 46-Jährige. Beide Frauen waren gemeinsam in Südtirol“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts.

AdUnit urban-intext1

Die zweite Patientin befinde sich ebenfalls in häuslicher Absonderung und weise keinerlei Krankheitssymptome auf. „Auch alle weiteren Kontaktpersonen der ersten infizierten Person befinden sich weiterhin in Quarantäne, hier werden die Untersuchungsergebnisse der angeordneten Nasen-/Rachen-Abstriche Anfang der kommenden Woche erwartet“, heißt es.

Das Gesundheitsamt appelliere dringend an alle Bürger, von jeglicher Form der Kontaktaufnahme zu in Quarantäne befindlichen Personen abzusehen, da dies die Betroffenen in ihrer schwierigen Situation nur unnötig belaste. Dies gelte ausdrücklich auch für Kontakte über die sozialen Medien.

In einem Gespräch unter der Leitung des Ersten Landesbeamten Christoph Schauder hat das Landratsamt die Städte und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis am Donnerstag über die aktuelle Lage in Sachen Coronavirus informiert.

AdUnit urban-intext2

Die Bürgermeister und Oberbürgermeister oder deren Vertreter aus den Verwaltungen lobten die umfassende und frühzeitige Information. Abschließend vereinbarten die Vertreter von Kreis und Kommunen, bei der Bewältigung der Herausforderungen gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Schauder rief zu Ruhe und Besonnenheit auf. Derzeit sei es nicht erforderlich, beispielsweise Schulen und Kindergärten zu schließen oder Veranstaltungen generell abzusagen. „Wir müssen bei allen Maßnahmen und Überlegungen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahren“, sagte er. Bei Veranstaltungen sei es jedoch wichtig, verstärkt auf die gängigen Hygienemaßnahmen hinzuweisen.

AdUnit urban-intext3

Das Gesundheitsamt erledige seine Aufgaben mit allergrößtem Engagement, unterstützt von einer dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe. Diese treffe sich mindestens einmal täglich zu einer Lagebesprechung, um die anfallenden Aufgaben strukturiert abzuarbeiten.

AdUnit urban-intext4

Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Heiner Thierolf, würdigte das hervorragende Verhalten der ersten Patientin aus dem Main-Tauber-Kreis, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde. Sie habe nach der Rückkehr aus Südtirol Symptome eines leichten grippalen Infekts verspürt und daraufhin telefonisch einen Arzt verständigt und ihm die Symptome geschildert, anstatt unangemeldet in eine Praxis zu gehen. Außerdem sei sie nicht mehr zur Arbeit gegangen. Dies sei voll im Sinn der aktuellen Strategie, die Ausbreitung des Virus durch die Unterbrechung der Infektionsketten bestmöglich einzudämmen.

Thierolf fasste nochmal die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zusammen. Menschen, die innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Rückkehr aus Gebieten, die vom RKI als Risikogebiet für Covid-19-Infektionen aufgelistet sind, Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollen unnötige Kontakte vermeiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben, beim Husten und Niesen Abstand zu anderen Menschen halten und in die Armbeuge niesen oder husten, nach Möglichkeit nur ein Taschentuch benutzen, das sofort entsorgt wird, und die Berührung von Nase, Augen und Mund vermeiden. Sollten Symptome auftreten, ist eine telefonische Rücksprache mit dem Hausarzt, dem Kassenärztlichen Notfalldienst (Telefon 116117) oder dem Gesundheitsamt unter Telefon 09341/825579 erforderlich. Keinesfalls sollten eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus ohne vorherige telefonische Abstimmung aufgesucht werden. Ganz aktuell hat das RKI auch Südtirol als Risikogebiet definiert.

Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus bietet das Landratsamt sein Bürgertelefon für Fragen aus der Bevölkerung ab sofort auch am Wochenende an. Die Telefonnummer lautet 09341/824010. Das Bürgertelefon ist täglich von 8.30 bis 18 Uhr geschaltet.

Mehr zum Thema

Coronavirus 24 bestätigte Fälle im Main-Tauber-Kreis

Veröffentlicht
Von
Fabian Greulich
Mehr erfahren

Covid-19-Infektion Erster bestätigter Corona-Fall im Main-Tauber-Kreis

Veröffentlicht
Mehr erfahren