Volkstrauertag

Frieden ist nichts Selbstverständliches

Schüler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums wirkten bei Gedenkfeier mit

Lesedauer: 

Tauberbischofsheim. Neue Impulse für eine traditionsreiche Veranstaltung: Schüler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums wirkten beim Volkstrauertag in Tauberbischofsheim mit (die FN berichteten). Die Reaktionen waren durchweg positiv.

„Bis vor Kurzem hätte sich niemand von uns vorstellen können, welche Gräuel in Europa geschehen können“, erklärte Lisa Neidhart. Sie und ihre Mitschüler aus dem Leistungskurs Geschichte hatten sich im Vorfeld intensiv mit dem Volkstrauertag und aktuellen kriegerischen Konflikten beschäftigt. „Trotzdem haben wir eigentlich keine Ahnung davon, was Krieg tatsächlich bedeutet“, räumte sie ein. Was gegenwärtig in der Ukraine passiere, schockiere und führe vor Augen, dass Frieden nichts Selbstverständliches ist.

In der Schule suchten die Teilnehmer des Geschichtsleistungskurses das Gespräch mit Mitschülern aus der Ukraine, um Hintergrundinformationen zu erlangen. Selina Rosenberger berichtete bei der Gedenkveranstaltung von den zum Teil schockierenden Nachrichten. Einer Schülerin sei es beispielsweise gelungen, aus dem heftig umkämpften Mariupol zu flüchten. Ihr gehbehinderter Großvater verlor allerdings sein Leben, weil er aus dem brennenden Wohnhaus nicht entkommen konnte.

Unsicherer Frieden

Mehr zum Thema

Volkstrauertag

Gedenkfeier in Tauberbischofsheim: Mahnung zum Frieden wichtiger denn je

Veröffentlicht
Von
Fabian Greulich
Mehr erfahren

Oleksandra Kosteichuk war die Flucht schon bei Kriegsbeginn geglückt. Die Neuntklässlerin erzählte von ihrem Plan, nach ihrem Schulabschluss in Deutschland beim Wiederaufbau der Ukraine mitzuhelfen. „Die Gespräche haben unmissverständlich vor Augen geführt, wie wichtig und dennoch unsicher der Frieden in Europa und auf der gesamten Welt ist“, resümierte Selina Rosenberger.

„Was können wir tun?“, fragte Lilly Rieger und empfahl, dort anzusetzen, wo der Frieden beginnt. Im Umgang miteinander zum Beispiel. „Es hilft bereits auf Missstände hinzuweisen“, meinte die Zwölftklässlerin. Das gelte nicht nur für Kriege, sondern für alle Menschen, deren Rechte missachtet werden.

Mit einem Friedensappell schlossen die Schüler ihren Beitrag ab. Bastian Kappus zitierte aus einem ukrainischen Gedicht. In ihm heißt es: „Es sei Frieden ab heute und für immer. Es sei Frieden, und die bösen Kriege werden still. Alle Völker gehen in festen Umarmungen – in Zukunft durch Jahrhunderte.“

Beeindruckt vom Auftritt der Schüler zeigte sich Anette Schmidt. Die Bürgermeisterin sprach von einem wichtigen Beitrag und Worten, die nachdenklich stimmen. Es sei richtig gewesen, beim Volkstrauertag der Stimme der Jugend Gehör zu verschaffen. Michael Schneider von der Stadtgarde Tauberbischofsheim begrüßte den Beitrag der Schüler als willkommene Abwechslung. „Sie haben frischen Wind gebracht.“