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Gesundheit

Fehlender Schlaf raubt Lebensqualität

2021 wurden im Main-Tauber-Kreis 2440 AOK-Versicherte wegen Schlafapnoe behandelt

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Die Zahl der Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. © AOK

Main-Tauber-Kreis. Wer morgens aufwacht und sich unmittelbar müde und erschlagen fühlt, leidet häufig unter Atemstillständen während der Nachtruhe. Die Zahl der Betroffenen hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen: 2017 waren im Main-Tauber-Kreis 1859 AOK-Versicherte deshalb in ärztlicher Behandlung, 2019 waren es 2231 und 2404 im Jahr 2021. In Baden-Württemberg entwickelten sich die Patientenzahlen im gleichen Zeitraum von 98 806 über 116 516 auf 126 647. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Behandlungen bei der Schlafapnoe im Main-Tauber-Kreis um jährlich 5,1 Prozent, in Baden-Württemberg um 4,6 Prozent.

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Atmung setzt aus

„Bei der Schlafapnoe setzt während des Schlafes immer wieder die Atmung kurzzeitig aus. Rund 13 von 100 Männern und sieben von 100 Frauen im Alter von über 40 Jahren leiden daran. Erschlafft die Muskulatur in den oberen Atemwegen im Schlaf, wird der Weg des Atems im Rachenraum verengt oder sogar komplett blockiert. Dies führt zu Schnarchgeräuschen beim Ein- und Ausatmen und zu Atemstillstand. In der Folge wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff verfolgt und es sammelt sich Kohlendioxid an. Blutdruck und Puls sinken, wodurch das Atemzentrum im Gehirn alarmiert wird. Die Betroffenen werden kurz wach, holen tief Luft, bis es zum nächsten Atemaussetzer kommt,“ so Dr. Alexandra Isaksson, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Der Schlaf wird so nachhaltig gestört, dass er als wenig erholsam empfunden wird. Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, fühlen sich schlapp, haben eine starke Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, depressive Verstimmungen und nächtliches Schwitzen.

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Veröffentlicht
Von
dpa
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Damit einher geht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Depressionen. Durch Schlafmangel steigt das Unfallrisiko erheblich.

Besteht der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Um erste Hinweise zu erhalten, eignet sich eine einfache Untersuchung des Schlafs.

Dazu gibt der Mediziner dem Patienten Messgeräte mit nach Hause. Vor dem Zubettgehen legt sich der Betroffene nach Anleitung Messsonden an. Sie registrieren in der Nacht den Atemluftstrom, Atembewegungen, den Puls, die Sauer-stoffsättigung des Blutes und die Körperlage. Eventuell deuten die Ergebnisse dieser Polygraphie bereits auf die Diagnose Schlafapnoe-Syndrom hin.

Der Arzt kann den Betroffene bei Bedarf an ein Schlaflabor überweisen. Dort wird der Schlaf ein bis zwei Nächte gründlich analysiert wird. Während der Nachtruhe erfolgen viele Messungen, die nicht schmerzhaft und nicht belastend sind.

Bei einer leichten obstruktiven Schlafapnoe können schon einfache Maßnahmen die Zahl der Atemaussetzer verringern: Zum Beispiel empfiehlt es sich, Übergewicht abzubauen. Denn überflüssige Pfunde begünstigen eine Schlafapnoe. Auch sollte auf Alkohol, Rauchen und die Einnahme von Schlaftabletten verzichtet werden.

Teilweise eignen sich auch Hilfsmittel, welche die Rückenlage im Schlaf vermeiden. Dazu zählen Geräte, die einen Alarm aussenden, sobald sich der Betroffene auf den Rücken legt, oder beispielsweise ein Tennisball, der in den Rückenteil des Schlafanzugs eingenäht wird. Manchmal kann auch ein höheres Kissen helfen, um den Oberkörper höher zu lagern. Bei schweren Fällen lässt sich ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit einer speziellen Atemmaske behandeln. Operationen kommen in besonderen Fällen infrage.

Dr. Alexandra Isaksson: „Betroffene mit einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom werden häufig von Lungen-Fachärzten behandelt – insbesondere, wenn sie eine Therapie mit Atemmaske verordnet bekommen. Das Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg bietet Teilnehmenden im Fachgebiet der Lungenheilkunde eine Versorgung an, die den ganzen Menschen im Blick hat, zu Fragen des Lebensstils berät und die Betroffenen ganz gezielt bei der Behandlung von Risikofaktoren für Schlafapnoe unterstützt.“

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