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Bei der „City Dinner Tour“

Einzelhandel präsentierte sich

Bürger hatten Gelegenheit, sich über Leistungsfähigkeit der Geschäfte und Gastronomie zu informieren

Von 
Elisabeth Englert
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Lockerer Auftakt mit Sektempfang auf dem Marktplatz. © Elisabeth Englert

Tauberbischofsheim. Kleine Grüppchen stehen auf dem Marktplatz vor der schönen Kulisse des Rathauses, plaudern ungezwungen und trinken Sekt. Die angenehm anmutende Atmosphäre ist ansteckend. Was ist hier geboten? Es ist City Dinner Tour. Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, exklusiv nach Geschäftsschluss die Leistungsfähigkeit der Einzelhandelsgeschäfte sowie der Gastronomie kennenzulernen.

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Bürgermeisterin Anette Schmidt dankte in ihrer Begrüßung der IHK Heilbronn-Franken als Ideengeber sowie dem Wirtschaftsforum pro Tauberbischofsheim für Organisation und Engagement. In Zeiten der Pandemie und des daraus resultierenden verstärkten Internetshoppings habe es den Einzelhandel schwer getroffen. Daher stehe man als Stadt hinter dieser Veranstaltung, betonte die Rathauschefin, die den Rundgang durch die teilnehmenden Geschäfte mit Spannung erwartete.

„Wir wollen mit dieser Sinneswahrnehmung unserer Stadt erfahren, was sie bietet, wollen, fühlen, begreifen, schmecken.“ Stichwort „schmecken“ – nach diesem ersten Geschmackserlebnis, einem edlen Tropfen prickelnden Sekts, ging es in Kleingruppen in die Geschäfte, wo weitere interessante und amüsante Informationen und Anekdoten aufwarteten.

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Die neusten Trends in Sachen Nachhaltigkeit in der Schmuckbranche präsentierte das Traditionsgeschäft Optik Hahn. So konzentriere sich die Uhrenmanufaktur wieder verstärkt auf die Mechanik oder auf Uhren mit Solarzellen. „Toll, wenn man keine Batterie mehr braucht“, lautete der Kommentar einer Teilnehmerin, die auf dem roten Sofa den Ausführungen lauschte.

Schönheit, Luxus und auch ein Hauch geheimnisvollen Zaubers verströmten die Perlenketten. Ob Salz-, Süßwasser, Bernstein oder Tigerauge, die Teilnehmer lauschten fasziniert den Erklärungen über die Auster bis hin zur richtigen Pflege. Auf Grund gekippter Flüsse oder des in Japan gelegenen Biwa-Sees seien nurmehr Zuchtperlen verfügbar. „Wir sind so schnell wie Amazon“, bekräftigte Johannes Benz nicht ohne Stolz. Angeschlossen an drei Großhändler mit knapp einer Million Bücher, sei jede Lieferung über Nacht machbar. Offen plauderte der gelernte Bibliothekar aus dem Nähkästchen, über Flops und Erfolgreiches, über Vergangenes und Zukünftiges.

Eindeutig zu den Erfolgsstorys gehörte der Umstand, dass „ich eine meiner größten Kundinnen geheiratet habe“, die Chefin der Mediothek, so Benz humorvoll. Wer denkt jetzt an Sandalen? Während diese geputzt in die Schuhschränke wandern und man wieder wärmere Treter braucht, sichtet Andreas Krug vom gleichnamigen Schuhgeschäft und Vorsitzender des Wirtschaftsforums pro Tauberbischofsheim die Kollektionen für die nächste Frühjahrs- und Sommersaison. Bei knapp 5000 Modellen pro Marke eine anstrengende Mammutaufgabe. Der asiatische Raum habe die südeuropäischen Länder die Produktion betreffend nahezu gänzlich abgelöst. „Wir sind extrem abhängig von Asien“, so der Fachmann, nahm Bezug auf Lieferketten, die hohe Luftfeuchtigkeit und der damit verbundenen Schimmelgefahr.

Ein Plädoyer hielt er für die kompetente Kaufberatung. Auch seien Schuhe im Internet oftmals teurer, „als wir sie hier im Laden stehen haben.“ Es komme auf die Klicks an, erklärte er den überraschten Zuhörern. Deftiges Brot mit Zutaten aus einem Umkreis von maximal 50 Kilometern, darauf ein vegetarischer Aufstrich aus Miltenberg, der würzig nach Leberwurst schmeckt – kein Wunder, dass die Platte schnell geputzt war und das Geschmackserlebnis mit vielen begeisterten „Ahhhs“ und „Ohhhs“ goutiert wurde – im Bioladen Tauber von Resi Uihlein und Anita Richter, einem Vollsortimenter, der alles außer Klopapier und Tiernahrung bietet.

Kaffee aus Lupinen

Neben namhaften Partnern wie Rapunzel oder Sonnenhof setze man auch auf ein breites regionales Angebot. So finde der Verbraucher Lupinenkaffee und Falafel aus Sachsenhausen, Eier und Nudeln aus Oberwittighausen, Rosenöl aus Creglingen, Frischgemüse aus Gamburg um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Auch in Sachen Verpackung setze man auf Nachhaltigkeit. „Die Bananen kommen in Kolumbien in die Kistet“, erklärt Uihlein. Weiteres Verpackungsmaterial falle nicht an.

Zum Abschluss am Sonnenplatz bei der Pizzeria Pie mit Getränken, Cocktails und mediterranen Gaumenfreuden war man sich über die gelungene Präsentation einig. Die perfekt im Zeitplan liegende, von Jonas Kraiß, Referent Handel und Dienstleistungen bei der IHK Heilbronn-Franken, organisierte Veranstaltung offenbarte das Potenzial der Innenstadt.

Die Chancen für eine Fortsetzung im Jahr 2023 stehen gut, denn „Einzelhändler und Gastronomie melden sich bereits“, freut sich Kraiß über den Erfolg.

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