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2021 über 10 000 Wildtiere gerettet - Drei Organisation fordern weitere Förderung der Fluggeräte durch den Bund / Kreisjagdverein Tauberbischofsheim unterstützt Pläne

Drohneneinsatz rettet Kitze vor dem Tod

Von 
Klaus T. Mende
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Leben retten bei der Frühjahrsmahd: Drei Organisationen fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, Drohnen für Wildtierrettung auch künftig zu fördern. Der Kreisjagdverband Tauberbischofsheim unterstützt diese Pläne.

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Main-Tauber-Kreis. Die Frühmahd auf Wiesen und Grünroggenfeldern in Deutschland ist in vollem Gange. Wildretterteams sind dann bundesweit ehrenamtlich im Einsatz für den Tier- und Artenschutz: Sie suchen Felder vor dem Mähen ab und bringen Jungtiere in Sicherheit vor dem Kreiselmäher. Denn die Frühmahd fällt mitten in die Brut- und Setzzeit von am Boden brütenden Vögeln oder Feldhasen und Rehen.

Die Arbeit unterstützen

Eine Drohne mit Wärmebildkamera startet vor Sonnenaufgang neben einer Wiese. Mit dem Fluggerät werden im Gras liegende Wildtiere gesucht.

Deutsche Wildtierrettung (DeWiRe), Deutsche Wildtier Stiftung und Deutscher Jagdverband (DJV) fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, die Arbeit zu unterstützen und Drohnen mit Wärmebildkameras für die Wildtierrettung zu fördern. Die Vorgängerregierung hatte 2021 bereits Drohnen im Gesamtwert von drei Millionen Euro gefördert.

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In der vergangenen Saison haben allein die bei der DeWiRe registrierten 100 Retterteams mehr als 10 000 Rehkitze sowie tausende Feldhasen, Jungvögel und Gelege vor dem Mähtod bewahrt. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat bei ihren Analysen durchschnittlich zwölf gerettete Rehkitze auf 100 Hektar Grünlandfläche ermittelt. Die Arbeit der Wildtierretter ist damit ein wichtiger Beitrag für den Tier- und Artenschutz. Zum Einsatz gegen Tierleid kommen immer häufiger Drohnen mit modernster Wärmebildtechnik.

Der beste Schutz für Wildtiere wäre ein späterer Mähtermin – dann sind viele Jungvögel flügge und Junghasen oder Rehkitze können vor den Mähmaschinen flüchten. Allerdings ist dieser späte Termin verbunden mit Einbußen für Landwirte. Die drei Organisationen fordern daher die Landesregierungen auf, finanzielle Anreize für die Landwirtschaft zu schaffen.

Tolles Hilfsmittel

Der Kreisjagdverband Tauberbischofsheim unterstützt derartige Pläne. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine Geiß mit ihrem Kitz erblicke“, sagt Hubert Hartnagel. Schon der Gedanke, dass die Jungen verstümmelt oder gar getötet würden, wenn sie den Mähmaschinen nicht ausweichen könnten, stimme ihn nachdenklich. „Die Drohnen sind ein tolles Hilfsmittel, um Wildtiere zu retten.“ Auch wenn deren Anschaffung und die Ausbildung an ihnen viel Geld koste, lohne sich deren Einsatz. Er befürworte Gespräche zwischen allen Beteiligten, auch Kommunen und Landkreise müssten aktiv mit eingebunden werden. Hartnagel hebt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten hervor und hofft, dass dadurch auch künftig vielen Wildtieren ein tödliches Ende erspart bleibt. Deswegen sei schnelles und nachhaltiges Handeln sinnvoll.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt

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