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„Kulturwochenende“ in Dittwar - Der Musiker Wolfgang Daiss gab zwei unterschiedliche Konzerte / Musikkapelle spielte wieder beim Maibaumaufstellen

Dieselben Stücke, verschiedene Instrumente

Von 
ali
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Die Musikkapelle Dittwar begleitete das Aufstellen des Maibaums. © Hammerich

Dittwar. Ein ganzes Wochenende stand in Dittwar im Zeichen der Kultur und war dicht gepackt mit kulturellen Terminen. Los ging es bereits am Freitag um 19 Uhr im Keller des Heimat- und Kulturvereins (HuK) mit dem Konzert des Gerlinger Künstlers Wolfgang Daiss. Er hat Gitarre studiert und arbeitet hauptsächlich als Musiklehrer, wirkt aber nebenbei noch an verschiedenen Aufführungen und Konzerten unterschiedlicher Stilrichtungen mit.

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Daiss besitzt eine Sammlung von über 30 Saiteninstrumenten, von denen er an diesem Abend vier vorführte. Er begann mit der E-Gitarre als Eingangsinstrument, weil sie dem normalen Hörer am vertrautesten ist. Daiss spielte die Stücke „Blue Monk“ von Thelonius Monk, „Fly me to the Moon“ von Bart Howard, „Summertime“ von George Gershwin, „Mr. PC“ von John Coltrane, „All of me“ von Gerald Marks und Seymour Simons und „Tenor Madness“ von Sony Rollins. Diese sechs Stücke sollten die Aufführung den ganzen Abend begleiten, denn der Musiker spielte sie in leicht veränderter Reihenfolge auf den vier verschiedenen Instrumenten in grandioser Weise.

Schwungvoller Vortrag

Nach dem schwungvollen und eingängigen Vortrag auf der E-Gitarre interpretierte Daiss dieselben Lieder auf einer Barock-Laute. Zu Beginn gab der Künstler eine kurze Einführung in die Besonderheiten des jeweiligen Musikinstrumentes. So erfuhren die Zuhörer, dass die Laute früher ein andere Stimmung hatte als heute. Deshalb müssen Lauten aus der Renaissance anders gespielt werden als die neueren Barock-Laute. Auch auf dem Instrument aus dem 17. beziehungsweise 18. Jahrhundert klangen Stücke wie „Summertime“ oder „Fly me to The Moon“ aus dem 20. Jahrhundert richtig gut. Nach einer Pause ging es weiter mit dem dritten Teil der Aufführung. Jetzt kam das kleinste Instrument des Abends zum Einsatz, die Ukulele. Dieses Instrument kennt wohl jeder aus verschiedenen Filmen, die irgendetwas mit Hawaii zu tun haben. Auch hier kamen die oben genannten sechs Lieder zur Aufführung.

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Angenehme Überraschung

Wer aber den üblichen hellen, fast schrillen Klang der Ukulele erwartet hatte, wurde angenehm überrascht vom vollen Klang des Instrumentes. Daiss spielte die Ukulele übrigens wie auch die Laute ohne Verstärker rein akustisch. In dem Keller kam sie sehr gut zur Geltung.

Als letztes Instrument kam nach der kleinen Ukulele das größte Instrument des Abends zum Einsatz, die 15-saitige Tapping-Gitarre. Sie wird nicht mit einem Plektrum oder den Fingern angeschlagen, sondern es werden die Saiten mit den Fingerspitzen auf die entsprechenden Bünde gedrückt. Da also nur eine Hand zur Tonerzeugung benötigt wird, kann die zweite Hand wie auf dem Klavier davon völlig unabhängig ihre eigene Tonfolge spielen. Dieses Instrument war kaum einem der Zuhörer vorher bekannt, umso faszinierender war es, wieder die gleichen sechs Lieder völlig anders intoniert zu hören. Natürlich forderten die Zuhörer lautstark eine Zugabe, die auch gewährt wurde. Im Anschluss bestand die Gelegenheit, mit dem Künstler über seinen Werdegang und die verwendeten Instrumenten ins Gespräch zu kommen. Am nächsten Tag spielte Wolfgang Daiss dann noch in der Kreuzkapelle für die Laute komponierte Stücke alter Meister aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Erzeigte die Möglichkeiten des Instrumentes auf, bevor es durch die aufkommende Gitarre zuerst einmal für ein ganze Zeit aus der Musik verschwand.

Aufgelockert wurden diese Stücke von Joachim Gessler, der die musikalischen Vorträge durch kurze Erzählungen aus der Geschichte der Kreuzkapelle auflockerte. Leider waren zu diesem Vortrag nur wenige Zuhörer erschienen, von der Qualität der Vorträge her hätte die Veranstaltung ein größeres Publikum verdient gehabt. Trotz des kleinen Publikums war auch diese Veranstaltung ein Highlight. Zum Abschluss hatte die Feuerwehr Dittwar zum Aufstellen des Maibaumes eingeladen. Nach zwei Jahren Pause sollte das Ereignis wieder mit einem kleinen Fest unter der Mitwirkung der Musikkapelle gefeiert werden. Aus technischen Gründen musste der Maibaum allerdings schon etwas früher aufgestellt werden, das Fest wurde allerdings zur geplanten Zeit von der Musikkapelle eröffnet. Trotz des aufkommenden Regens wurde noch länger gefeiert, auch wenn die Kapelle ihre Darbietungen vorzeitig beenden musste.

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Nach zwei Jahren Corona-Pause gab es in Dittwar mit diesem Wochenende einen kulturellen Neustart, wie er eigentlich besser nicht hätte sein können. Auf jeden Fall sollen solche kleinen Konzerte im Keller auch in Zukunft weiter veranstaltet werden. Dittwar darf sich also auf zukünftige kulturelle Ereignisse freuen. ali

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