IG Metall Tauberbischofsheim - Forderung nach einem Zukunftspaket / Maßgeschneiderte Beschäftigungsregelungen für Transformationsprozess wichtig Den Wandel für die Arbeitnehmer fair gestalten

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Odenwald-Tauber. Die Mitglieder der IG Metall Tauberbischofsheim haben in einem breiten Diskussionsprozess die Forderung der IG Metall Baden-Württemberg nach einem Zukunftspaket bekräftigt. Dieses beinhaltet ein Volumen von vier Prozent, das zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen sowie zur Finanzierung von Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

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In einer virtuellen Sitzung der IG Metall Tauberbischofsheim mit den Vertrauensleuten aus den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie wurde die aktuelle Stimmung und betriebliche Aktionen besprochen.

Durch die Pandemie ist der private Verbrauch in diesem Jahr eingebrochen und als Wachstumsmotor ausgefallen. Die Sicherung der Einkommen sei daher geboten, sie trage dazu bei, die Binnennachfrage zu stabilisieren und die Krisenfolgen einzudämmen, so die IG Metall.

„In unserem Betrieb sagen uns unsere Kolleginnen und Kollegen, nach Beendigung unseres Freiwilligenprogramms mit Stellenabbau steht an erster Stelle die Beschäftigungssicherung. Das bedeutet in unserem Betrieb auch eine Reduzierung der Wochenstunden ohne Gehaltseinbußen. So sichern wir die Einkommen und die Zukunft der Arbeitsplätze“, betont Ralf Latterner von Grammer in Hardheim die Wichtigkeit der Tarifforderung.

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Die IG Metall sei sehr flexibel, war der einhellige Tenor. So sehe die Gewerkschaft die schwierige Situation mit Corona, aber Corona werde vorbeigehen. Dann begleite aber insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie immer noch die Transformation den Wandel der Arbeitswelt. „Für Betriebe, die aufgrund des Transformationsprozesses Arbeitsplätze verlieren würden, brauchen wir maßgeschneiderte Beschäftigungsregelungen. Auch dafür kann ein Teil des Forderungsvolumens genutzt werden. Die IG Metall strebt für solche Fälle Zukunftstarifverträge an, deren Rahmen in Fläche festgelegt wird“, so Harald Gans, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Tauberbischofsheim.

„Zukunft statt Entlassungen, Arbeitsplätze und Einkommen müssen gesichert werden, um den Wandel fair zu gestalten, jetzt und erst recht für die Zukunft. Unseren Leuten im Betrieb reicht es. Bisher zahlen wir die Zeche für den Wandel in der Automobilindustrie. Wir brauchen Rahmenbedingungen, wie wir Arbeitsplätze weiter erhalten und dennoch vom Verdienst leben können. Die Möglichkeit der Arbeitszeitabsenkung mit wenigstens Teilentgeltausgleich passt an dieser Stelle“, fasst Thomas Spilak, IGM-Vertrauensmann bei Magna PT in Rosenberg die Stimmung der Beschäftigten zusammen.

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Die Friedenspflicht in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie endet bundesweit am 1. März. 2021, um 24 Uhr.

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Die bisherigen Verhandlungsrunden zwischen Südwestmetall und IG Metall Baden-Württemberg hätten keine Annäherung gebracht, so die Metaller. Im Gegenteil, es würden im Arbeitgeberlager Forderungen nach weiterer Kostenentlastung laut. Mit den aktuellen Bestimmungen der Kurzarbeit würden die Arbeitgeber beim Entgelt und auch bei den Sozialversicherungsabgaben entlastet. Dennoch forderten sie Verschlechterungen beim Altersschutz, bei Schichtzuschlägen und so weiter.

„Die Arbeitgeber nutzten die Corona-Situation aus, um tarifpolitisch die Rolle rückwärts zu üben. Da werden wir gegenhalten. Unser Motto heißt: gemeinsam durch die Krise und durch die Transformation. Wir bereiten uns in der Geschäfsstelle Tauberbischofsheim mit unseren Vertrauensleuten auf eine starke Tarifrunde vor. Das geht mit Corona nicht so, wie wir es aus der Vergangenheit kennen. Die Beschäftigten werden aber andere Wege gehen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.“, fasst der Erste Bevollmächtigte Harald Gans die Beratung mit den Vertrauensleuten im Betrieb zusammen.