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AGJ-Suchtberatung - Einblicke in das Präventionsprojekt „HaLT“, das es seit zwei Jahren im Kreis gibt

Dem Alkohol und der Sucht den Kampf angesagt

Von 
Peter D. Wagner
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Eine der wesentlichen Aufgaben der AGJ-Suchtberatung ist seit den beiden vergangenen Jahren das Präventionsprojekt „HaLT“ („Hart am Limit“) unter der Regie von Fachkraft Sabrina Borst und AGJ-Leiter Michael Goldhammer. © Peter D. Wagner

Main-Tauber-Kreis. Einer der wesentlichen Aufgaben der AGJ-Suchtberatung im Main-Tauber-Kreis ist seit den beiden vergangenen Jahren das Präventionsprojekt „HaLT“ („Hart am Limit“).

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„2021 bestand unsere Hauptaufgabe speziell darin, trotz der Corona bedingten Einschränkungen in den beiden Arbeitsfeldern ,HaLT reaktiv’ und ,HaLT proaktiv’ als Koordinationsstelle im Landkreis die Risikogruppen Jugendlicher bei Alkohol- und Drogenauffälligkeit frühzeitig zu erreichen sowie hierfür die gute Vernetzungsstruktur des Landkreises im Präventionsbereich zu nutzen und zu stärken“, berichten AGJ-Leiter Michael Goldhammer und „HaLT“-Fachkraft Sabrina Borst.

Bundesweite Förderung

Der Umstrukturierung im Präventionsbereich, von der Spezialisierung einer einzelnen Präventionsfachkraft zu einem Präventionsteam, aus dem je nach Anfrage und Projekt bestimmte Fachkräfte die Aufgaben übernehmen, sei die bundesweite Förderung des Projekts entgegengekommen, so dass die AGJ Main-Tauber-Kreis seit 1. August 2020 nach dem neuen Qualitätsmanagement und Förderkonzept in „HaLT reaktiv“ sowie seit Mitte Januar 2021 „HaLT proaktiv“ gefördert werde.

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Im Bereich „HaLT proaktiv“ gelte es, mit Kommunen, Jugendamt, Polizei und Krankenhäusern ein Arbeitsbündnis zu schaffen, indem die Erfahrungen aus den bisherigen Maßnahmen im Jugendschutz – besonders durch das Projekt „Festkultur“ reflektiert – auf ihre Praktikabilität überprüft und angepasst werde. „Vor dem Hintergrund der derzeitigen Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen sollten wir besonders bei den Festivitäten gut vorbereitet sein, wenn diese Einschränkungen – hoffentlich bald – aufgehoben werden“, betonen Michael Goldhammer und Sabrina Borst.

„HaLT“ war ursprünglich ein Alkoholpräventionsprogramm, das durch die konzeptionelle Weiterentwicklung 2017 bis 2019 durch das GKV-Bündnis für Gesundheit, der Personenkreis auf Jugendliche mit Mischkonsum vom 18. bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres erweitert wurde. Die konzeptionelle Weiterentwicklung war unter anderem Anlass für eine bundesweite Förderung durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Suchtprävention muss, um erfolgreich zu sein, kommunal und politisch verankert sein“, waren und sind die Verantwortlichen überzeugt. Insofern stellt „HaLT“ ein kommunales Präventionsprogramm dar, das an 155 Standorten in Deutschland umgesetzt wird.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Kommunale Suchtprävention bedeute, die Öffentlichkeit für das Thema riskanter Alkohol-, Drogen-, Medikamentenkonsum im Jugendalter zu sensibilisieren, über die Gefahren von Rauschmittelkonsum aufzuklären sowie Hilfe suchende Jugendliche und Familien zu beraten, erläutern Goldhammer und Borst. Ebenso gelte es, Lehrkräfte, Vereinstrainer, Festveranstalter, Gastronomiepersonal und andere relevante Akteure zu schulen, damit der Jugendschutz konsequent eingehalten werde. „Ich habe den Anspruch, nicht nur einen Jugendlichen zu erreichen, sondern hundert oder tausend“, gab Hans Schöpflin, Gründer der Villa Schöpflin – Zentrum für Suchtprävention, die das Programm „HaLT“ 2002 entwickelte, als maßgebliche Devise aus.

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Suchtprävention in der Kommune gelinge am besten, wenn alle in Form eines Multiplikatoren-Konzepts an einem Strang ziehen, heben die Fachkräfte der AGJ-Suchtberatung Main-Tauber-Kreis hervor. Die regionale „HaLT“-Fachkraft ist die zentrale Ansprechpartnerin und koordiniert die einzelnen Maßnahmen, erstellt Informationsmaterialien und bietet Schulungen und Workshops zum Thema Jugendschutz an. „Motivierende Gesprächsführung kommt zum Einsatz, wenn ,HaLT’-Fachkräfte mit Jugendlichen nach Auffälligkeit mit Rauschmitteln sprechen. Dabei wird wertschätzend und empathisch reflektiert, wie es zur Intoxikation kam und welche weitere Hilfestellung der betroffene Jugendliche und gegebenenfalls dessen Eltern benötigen“, ergänzt Sabrina Borst.

Kostenloses Angebot

„HaLT-reaktiv“ ist ein kostenloses Angebot für alle Familien, bei denen das Kind mit Alkohol oder mit Mischkonsum aufgefallen ist. Gemeinsam wird überlegt, wie so ein Erlebnis in Zukunft vermieden werden kann. Zugleich werden gemeinsam mit den Eltern Regeln und Richtlinien für den Umgang mit dem Thema Alkohol oder Drogen in der Familie erarbeitet. „Besonders wichtig ist eine Vertrauensbasis. Das heißt, „HaLT“-Fachkräfte unterliegen der Schweigepflicht, und auf Wunsch kann das Gespräch mit dem Jugendlichen auch ohne die Eltern erfolgen“, versichern Michael Goldhammer und Sabrina Borst. Bei der Umsetzung von „HaLT reaktiv“ ist auch die Beratungsstelle für Suchtfragen der Diakonie in Bad Mergentheim beteiligt. „Seit Beginn der Umsetzung im August 2020 bis heute erreichten wir mit diesem neuen Programm 85 Jugendliche und junge Erwachsene“, bilanzieren der AGJ-Leiter und die „HaLT“-Fachkraft Michael Goldhammer.

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