ÖPNV - Inanspruchnahme des bedarfsorientierten Verkehrsangebots ging 2020 gegenüber dem Vorjahr zurück, liegt aber immer noch über dem Niveau von 2018 Corona bremst Ruftaxi zeitweilig aus

Das Ruftaxi erfreute sich auch 2020 im Main-Tauber-Kreis großer Beliebtheit. Corona bedingt ging jedoch die Zahl der Nutzer zurück. Stärkster Monat war wieder einmal der August.

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vgmt
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Das Ruftaxi ist in der Region auch in Krisenzeiten gefragt. © Ziegler-Reisen

Main-Tauber-Kreis. Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich die Landkreisverwaltung und die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber mbH (VGMT) zufrieden mit der Inanspruchnahme des bedarfsorientierten Verkehrsangebots. Im Main-Tauber-Kreis wurde im Januar 2018 das kreisweites Ruftaxiangebot eingeführt. Seither ergänzen die Ruftaxen Bus- und Bahn in den Abendstunden, an Wochenenden und Feiertagen sowie während der Schulferien.

Guter Start ins Jahr

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Im Januar und Februar 2020 wurde das bedarfsorientierte Mobilitätsangebot noch stärker in Anspruch genommen als im Vergleichszeitraum der beiden Vorjahre. In den Monaten März bis Mai wirkte sich die Corona-Pandemie dann negativ auf die Nutzung des Ruftaxiverkehrs aus. Im April nutzen lediglich 499 Fahrgäste das Angebot.

Bis einschließlich August, welcher mit 1730 Fahrgästen der stärkste Monat des Jahres war, stiegen die Fahrgastzahlen wieder kontinuierlich an. Auch im September konnten mehr als 1700 Fahrgäste befördert werden, so dass das dritte Quartal 2020 sogar das drittstärkste Quartal seit Bestehen des neuen Verkehrsangebots wurde. Zum Jahresende hin war die Inanspruchnahme mit Beginn der zweiten Infektionswelle wieder rückläufig.

Mehr als 15 000 Fahrgäste

Insgesamt wurden im Jahr 2020 mehr als 15 000 Fahrgäste mit den Ruftaxen im Landkreis befördert. Im Vorjahr waren es noch knapp 18 000 Fahrgäste und im Jahr 2018 rund 13 000 Fahrgäste. Das bedarfsorientierte Mobilitätsangebots wurde seit dem Start von mehr als 47 000 Fahrgästen genutzt.

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„Die gute Inanspruchnahme des Verkehrsangebots, auch während der Corona-Pandemie, zeigt uns, dass das Ruftaxi insgesamt einen Mehrwert darstellt und von Teilen der Bevölkerung als Mobilitätsalternative wahrgenommen und genutzt wird“, sagt Landrat Reinhard Frank.

„Dass das Ruftaxi von den verschiedensten Personengruppen genutzt wird, zeigt auch die Analyse der Nutzergruppen. Rund 53 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sind im Besitz einer VRN-Jahreskarte, 39 Prozent sind Barzahler und sieben Prozent sind Inhaber eines Schwerbehindertenausweises mit gültiger Wertmarke“, erklärt Dezernent und VGMT-Geschäftsführer Jochen Müssig.

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Im Rahmen der pandemiebedingten Umstellungen auf den Ferienfahrplan stieg die Zahl der angebotenen Ruftaxifahrten um rund 10 000 auf 87 000 Fahrten an. Im Vorjahr waren es noch rund 77 500 Fahrten. Zur Verbesserung des Infektionsschutzes wurde die Anzahl der Fahrgastplätze reduziert. „Aktuell können in einem Kleinbus mit acht Fahrgastplätzen nur maximal zwei Fahrgäste aus unterschiedlichen Haushalten zeitgleich befördert werden. Bei Pkw mit vier Fahrgastplätzen ist die maximal zulässige Fahrgastzahl auf eine Person begrenzt. Der Beifahrersitz ist grundsätzlich gesperrt“, erläutert Jochen Müssig.

Immer mehr Online-Bestellungen

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Die Kombination aus Bus, Bahn und Ruftaxi bietet für alle Orte im Main-Tauber-Kreis ein mindestens zweistündiges Mobilitätsangebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wurde das Ruftaxiangebot für einen Großteil der Siedlungsplätze um den Service der Haustürbedienung erweitert“, berichtet Frank. „Hierdurch kann den Wünschen der Fahrgäste besser Rechnung getragen werden, und das Mobilitätsangebot wird damit deutlich aufgewertet.“

Außer der telefonischen Ruftaxibuchung haben die Fahrgäste die Möglichkeit, direkt über die Webseite www.vrn.de oder in der myVRN-App die gewünschte Ruftaxifahrt online zu buchen. „Besonders die Onlinebuchungsmöglichkeiten werden immer häufiger genutzt. Im Jahr 2020 buchten bereits 26,5 Prozent der Fahrgäste ihre Ruftaxifahrten online“, berichtet Geschäftsführer Thorsten Haas von der VGMT.

Im Ruftaxi wird der VRN-Tarif angewendet. Eine Fahrt im Ruftaxi kostet den gleichen Preis wie eine Fahrt im Linienbus. Bei Kurzstreckenfahrten wird im Ruftaxi jedoch die Preisstufe 1 angewandt. Für die mit dem Ruftaxi gefahrene Strecke muss ein Einzelfahrschein im Fahrzeug in bar bezahlt werden.

Haustürbedienung

Fahrgäste mit einem Ausweis für Schwerbehinderte mit gültiger Wertmarke fahren kostenfrei mit. Ebenfalls kostenlos befördert werden Inhaber einer VRN-Jahres- oder Halbjahreskarte, der Jahreskarte Jedermann, des Maxx-Tickets, des Semester- oder Anschluss-Semester-Ticketes, des Rhein-Neckar-Tickets, des Job-Tickets oder der Karte ab 60. Der Service der Haustürbedienung wird bei Fahrten nach 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztags angeboten und ist durch eine entsprechende Kennzeichnung in den Fahrplänen ersichtlich.

Die Bestellung erfolgt direkt beim Fahrpersonal. Das Fahrpersonal entscheidet anhand der aktuellen Fahrplanung, ob die Fahrt möglich ist. Je Haustürbedienung wird ein Qualitätszuschlag erhoben. vgmt