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IG Metall - Tarifrunde 2022 in der Tauberbischofsheimer Stadthalle eröffnet

„Beschäftigte brauchen mehr Geld“

Von 
igm
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Tauberbischofsheim. Die IG Metall Tauberbischofsheim eröffnete mit einer großen Tarifkonferenz in der Stadthalle Tauberbischofsheim die Tarifrunde 2022 in der Metall- und Elektroindustrie.

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Vertrauensleute und Betriebsräte aus den tarifgebundenen Betriebe im Main-Tauber-Kreis und Altkreis Buchen waren zu der Tarifkonferenz eingeladen. Mit 100 Tarifaktiven wurde in verschiedenen Workshops das Vorgehen besprochen.

Bereits in ihrer Einleitung wies Birgit Adam, die für den erkrankten Ersten Bevollmächtigten Harald Gans sparach, auf die Rahmenbedingungen der Tarifrunde hin.

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Ablauf einer Tarifrunde erläutert

Gewerkschaftssekretär Antonio Caliendo übernahm die Moderation der Konferenz. Michael Perner von der IG Metall Tauberbischofsheim erklärte den Ablauf einer Tarifrunde: Die IG Metall Tauberbischofsheim ist mit fünf Delegierten in der Großen Tarifkommission Baden-Württemberg vertreten. Auf der Bundesebene erfolgt aus der Betrachtung aller Tarifgebiete eine deutschlandweite Forderungsempfehlung durch den Vorstand der IG Metall. Die Empfehlung wird nochmals zurückgespielt in die einzelnen Tarifgebiete. Dort wird dann in der Großen Tarifkommission die Forderung für das jeweilige Tarifgebiet beschlossen.

Nach diesem Meinungsfindungsprozess werden die bestehenden Tarifverträge gekündigt und die Forderung an den Arbeitgeberverband überstellt. Die Friedenspflicht endet in der Regel vier Wochen nach Auslaufen der Tarifverträge, und spätestens zwei Wochen vor Auslaufen der Tarifverträge findet die erste Verhandlungsrunde statt. Sofern die Verhandlungen zu keinem Ergebnis führen, kommt es zu Aktionen und Warnstreikwellen, die den Arbeitgebern den Willen der Mitglieder noch mals deutlich machen und so Druck auf die Verhandlungsrunden ausüben sollen.

Kommt es so zu einem Ergebnis, wird über dieses Ergebnis nochmals nach Diskussion in den Betrieben in der großen Tarifkommission von den delegierten Mitgliedern abgestimmt. Kommt es trotz der Warnstreiks zu keinem Ergebnis, wird als letzte Kampfmaßnahme die Urabstimmung für den Erzwingungsstreik durchgeführt. Die Mitglieder entscheiden sodann mit ihrem Votum über den unbefristeten Erzwingungsstreik. „Um die Diskussionen in den Betrieben möglichst flächendeckend zu organisieren, bedarf es neben den Vertrauensleuten und Betriebsräten auch weiterer aktiver Mitglieder, sogenannte Tarifaktive“, berichtet Birgit Adam. Ihre Aufgabe bestehe darin, sehr schnell die Beschäftigten in den Betrieben über wechselnde Rahmenbedingungen und Strategien und auch über die Verhandlungsstände zu informieren und zur Mobilisierung auch Aktionen und (Warn-)streiks zu organisieren.

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Ivan Curkovic, Tarifsekretär von der IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg, referierte über die aktuellen Rahmenbedingungen. „Die IG Metall verurteilt den russischen Einmarsch in die Ukraine aufs Schärfste, und unsere Solidarität gilt den Menschen in der Ukraine. Gleichzeitig dürfen wir nicht unsere Mitmenschen russischer Abstammung für die Aggression Putins verantwortlich machen.“, so Curkovic.

Mit dem Krieg in der Ukraine entwickle sich der Öl- und Gaspreis schnell in schwindelnde Höhen, so dass viele Beschäftigte unbedingt mehr Einkommen bräuchten. Er zeigte auch die starke Abhängigkeit der Lieferketten auf. Außer den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine würde auch die Zero-Covid-Strategie Chinas zu hohen Lieferengpässen führen.

Die Inflationsrate bleibe hoch. Zusammenfassend stellte Ivan Curkovic fest: „Die wachsende Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine, die Auswirkungen durch Corona in China, das verlangsamte Wachstum, die hohe Inflation, die Problematik der Lieferketten und die sowieso stattfindende Transformation in der digitalen Welt und der Automobilindustrie machen diese Tarifrunde nicht einfach. Die Erwartungshaltungen der Mitglieder werden aber durch die hohe Inflation und die damit verbundenen hohen Kosten der Beschäftigten geprägt.“

Marius Mielke von der Bezirksleitung erklärte das Vorhaben der IG Metall, um die Diskussionen mit den Beschäftigten aktiv zu starten und damit auch die Erwartungshaltungen zu erfahren und zu bündeln. In einem Workshop hatten alle Teilnehmer Gelegenheit, konkrete Planungen für eine Befragung der Beschäftigten und begleitende Aktionen in den einzelnen Betrieben zu besprechen. Bis Ende Mai/Anfang Juni will die IG Metall Tauberbischofsheim damit ein konkretes Bild über die Situation in den Betrieben und die Erwartungshaltung der Mitglieder haben.

„Ende Oktober endet die Friedenspflicht“, zeigte Adam noch die Zeitschiene auf. In dieser Woche laufen die betrieblichen Aktionen und Befragungen an, die bis Ende Mai abgeschlossen sein sollen. igm

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