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Digitalisierung in Kirche, Verwaltung und Gesellschaft - Regionalbischof für die Prälatur Heilbronn, Ralf Albrecht, im Gespräch mit Landrat Christoph Schauder

Beim Antrittsbesuch des Regionalbischofs: Digitalisierung war Schwerpunktthema

Von 
lra
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Main-Tauber-Kreis. Die Digitalisierung in Kirche, Verwaltung und Gesellschaft war eines der Schwerpunktthemen beim Antrittsbesuch des Regionalbischofs für die Prälatur Heilbronn, Ralf Albrecht, bei Landrat Christoph Schauder.

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Prälat Albrecht ist auch Mitglied der Digitalisierungskommission der Evangelischen Landeskirche. Die Digitalisierung ist ihm ein wichtiges Anliegen. Unter anderem werde in der Evangelischen Kirche an einem einheitlichen Dokumenten-Management-System und damit an der Elektronischen Akte gearbeitet, sagte der Regionalbischof.

Digitalisierte „Orgel 4.0“

Zudem liefen Überlegungen, mit einer digitalisierten „Orgel 4.0“, die Musik im Gottesdienst auch dann sicherzustellen, wenn keine Organistin oder kein Organist zur Verfügung steht. Zu den Ideen gehört, dass der Pfarrer im Gottesdienst ein Lied anstimmt, die Software in der Orgel das Lied erkennt und mittels künstlicher Intelligenz selbst einen passenden Begleitsatz automatisch generiert. Insgesamt sei es das Ziel, dem Gemeindegesang neuen Schwung zu geben.

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Wie Prälat Albrecht deutlich machte, sollten die Digitalisierungsansätze nie ein Selbstzweck sein: „Unser Ziel ist immer, dass die Menschen dem Thema Glaube wieder näherkommen.“ Dazu könnten beispielsweise auch Statusmeldungen bei WhatsApp beitragen.

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Außergewöhnliche Situation

Er bezeichnete es als Geschenk, dass die Politik im Rahmen ihrer Corona-Maßnahmen das „hohe Gut der Religions- und Versammlungsfreiheit frühzeitig auf dem Schirm“ gehabt und entsprechende Regelungen getroffen habe.

Dennoch habe es zu den absolut außergewöhnlichen Situationen seit Beginn der Pandemie gehört, als erstmals seit Jahrzehnten die Ostergottesdienste abgesagt werden mussten. „Glücklicherweise haben wir digitale Formate als Ersatz gefunden, beispielsweise via Youtube“, sagte Ralf Albrecht.

Breitbandanschluss

Landrat Schauder zeigte sich fasziniert davon, wie der Regionalbischof und die Kirche die Digitalisierung angehen. Auch ihm sei dieses Thema außerordentlich wichtig. Das Landratsamt komme bei der Digitalisierung seiner Dienstleistungen gut voran.

Er machte auch deutlich, dass der Main-Tauber-Kreis beispielsweise beim Breitbandausbau bereits vieles erreicht habe. Aktuell werde nun als letzter und wichtigster Schritt der direkte Anschluss sämtlicher Gebäude und Liegenschaften im Landkreis mit Glasfaser angestrebt. „Bereits der bisher erreichte Standard hat in der Pandemie dazu beigetragen, dass Homeschooling und Homeoffice breit genutzt werden konnten“, sagte der Landrat.

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Auch in seiner täglichen Arbeit ergäben sich viele Vorteile, zum Beispiel weil viele Besprechungen, zu denen früher gereist werden musste, inzwischen durch Online- oder Hybrid-Formate ersetzt werden. „Corona hat die Bedarfe offengelegt, unabhängig von Raum und Zeit miteinander kommunizieren zu können“, sagte Schauder.

Mehr junge Familien anlocken

Auch habe die Pandemie dazu beigetragen, gegen eine „Landflucht“ und den Trend zum Zuzug in die großen Städte zu wirken. Es habe sich gezeigt, dass man auch von zu Hause aus, außerhalb der Ballungsräume, in vielen Berufen arbeiten könne. Es sei daher sein Ziel, vermehrt junge Familien in die Region zu ziehen.

Landrat Schauder machte deutlich, dass es in der Kreispolitik und bei der Leitung der Kreisverwaltung einerseits große Herausforderungen zu meistern gebe. Andererseits werde er hierbei von einem tollen Team im Landratsamt, einem engagierten Kreistag und einer intakten kommunalen Familie unterstützt. „Unsere 18 Städte und Gemeinden, der Kreistag und die Landkreisverwaltung ziehen an einem Strang, hier ist in 19 Monaten gemeinsamer Pandemiebekämpfung ein noch intensiveres Miteinander gewachsen“, sagte Landrat Schauder. Auch dadurch sei es gelungen, seit dem Auftreten der ersten Coronavirus-Infektionen im Landkreis selbst extrem schwierige Situationen zu meistern.

In der Prälatur Heilbronn leben rund 483 000 evangelische Christinnen und Christen. Sie ist aufgeteilt in 14 Kirchenbezirke mit 365 Kirchengemeinden. Das sichelförmige Gebiet der Prälatur Heilbronn erstreckt sich über kernevangelische Gebiete des Main-Tauber-Kreises sowie des Enzkreis, des Stadt- und des Landkreises Heilbronn, des Hohenlohekreises und des Landkreises Schwäbisch Hall.

Prälat Ralf Albrecht repräsentiert die Kirche, betrachtet bei Visitationen die Bezirks- und Gemeindearbeit vor Ort, leitetet Wiederbesetzungssitzungen für Pfarrstellen und ist Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats, der obersten Dienstbehörde der Landeskirche Württemberg. Somit stellt der Prälat ein Scharnier zwischen den Gemeinden und dem Oberkirchenrat dar.

Der 57-jährige Ralf Albrecht war vor seinem Amtsantritt in Heilbronn 13 Jahre lang Dekan in Nagold. Er ist mit einer Pfarrerin verheiratet und hat drei Kinder. lra

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