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Leserbrief - Zu „Starkregen – Gefahren jetzt . . .“ (FN, 20. August) Bauprojekt birgt Risiko

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Die aktuellen Starkregen- und Überschwemmungskatastrophen haben die Sensibilität für eine achtsame Baukultur geschärft. In dem Artikel wird hingewiesen, dass für Tauberbischofsheim Risikokarten bereits erarbeitet sind und dass die kritischen Punkte im Stadtgebiet bekannt seien und „Verbesserungen nach Möglichkeit umgesetzt“ werden.

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Als Anwohner der Frauenstraße vollzieht sich vor unseren Augen aktuell das Gegenteil einer Verbesserung. Wir appellieren an interessierte Bürger: Machen Sie einen Spaziergang durch die Frauenstraße und sehen Sie sich an, wie in einem „ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet“ (Paragraf 65 Wassergesetz) eine große Fläche versiegelt wird!

Wo ehemals zwei kleine Häuser standen und eine Scheune, diese allerdings mit Lehmboden, soll nun ein Doppelgebäude mit zwölf (!) Wohnungen entstehen. Allerdings ist „ . . . die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen in Überschwemmungsgebieten grundsätzlich untersagt.“ (§ 78)

Weiter: „Durch das Vorhaben darf kein Rückhalteraum verloren gehen, der Abfluss sowie der Wasserstand bei Hochwasser nicht nachteilig verändert werden.“

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Das aber geschieht gerade in der Frauenstraße, die mit knapp sech Meter Breite eine Gasse und die tiefste Stelle der Altstadt ist. Bei Starkregen stand das Wasser dort schon öfter bis an die Türschwellen, allerdings zu Zeiten, da es sich noch in Gärten und Hinterhöfen verteilen konnte.

Das begonnene Bauprojekt sitzt mit seiner großflächig versiegelten Bodenplatte in einer seit langem bekannten und als solche ausgewiesenen „roten Zone“.

Die Baumaßnahme ignoriert in problematischer Weise bereits bestehende Vorschriften und kann durch diverse Ausnahmegenehmigungen nicht legalisiert sein. Zudem: Das Gebäude entsteht ohne „roten Punkt“. Es werden „Teilfreigaben“ erteilt.

Eine gravierende Ausnahmegenehmigung besteht schon seit Beginn: Das Gebäude soll aufgrund ausladender Mansarddächer nahezu ein Stockwerk höher werden als die Nachbargebäude.

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So wird die Frauenstraße an dieser Stelle zu einer Schattenschlucht. Laut Gestaltungssatzung Tauberbischofsheim haben sich neue Bauvorhaben in die Umgebung einzufügen. Dieser städtebauliche Punkt sowie die Interessen der Nachbarschaft wurden trotz Widerspruchs bisher nicht berücksichtigt.

Papier ist geduldig. Ausnahmen werden zur Regel.

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