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Bezirksfachausschuss Bildung - Chancengerechtigkeit durch individuelle Förderung steigern und flächendeckend Angebote schaffen

Ausbau der Ganztagsbetreuung gefordert

Von 
pm
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Odenwald-Tauber. Eine Diskussion erlebten die Teilnehmenden bei der 93. Sitzung des Bezirksfachausschusses Bildung mit hochkarätigen Referenten. Der bildungspolitische Sprecher der CDU Fraktion und Vorsitzende des Arbeitskreises Kultus, Jugend und Sport, Dr. Alexander Becker, zeigte die Themen der Landespolitik als große Baustellen auf: Der Fachkräftemangel wird vor allem den Primarbereich und die Sekundarstufe 1 treffen. Dem muss mit mehr Ausbildungsgängen und Absolventen begegnet werden. Aber auch die emotional-sozialen Folgen der Coronapandemie seien beträchtlich. Dabei zeige sich, dass die Kinder noch mehr beeinträchtigt sind, deren Eltern sie nicht auffangen können. „Zur Stärkung der Chancengleichheit gehört auch eine Stärkung der Elternarbeit, um ein chancengerechteres Umfeld zu gestalten“, so die Boxbergerin Renate Heinisch, Vorsitzende des Bezirksfachausschusses Bildung. Zudem sollen Schülerinnen und Schüler nach ihren Begabungen und Interessen gefördert werden.

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Der Ausbau der Ganztagsbetreuung oder Ganztagsschulen seien ebenfalls ein wichtiger Pfeiler. „Durch die Ganztagsschule oder die flexible Betreuung können sowohl Chancengerechtigkeit, individuelle Förderung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht werden“, so Manuel Agostini. Es gelte ein qualitativ hochwertiges Angebot flächendeckend zu schaffen und lokale Akteure klug einzubeziehen.

Nico Gasch, Landesvorsitzender der Schülerunion, brachte einen Vier-Stufen-Plan im Bereich „Mental Health“ ins Gespräch. Ihm zufolge sollen bestehende, seelsorgerische Angebote an Schulen finanziell abgesichert und ausgebaut, dabei aber zusätzlich durch externe psychotherapeutische Beratungsangebote ergänzt werden. Außerdem seien zahlreiche Schüler aus der Ukraine in Klassen aufgenommen worden.

Volker Schebesta, Staatssekretär am Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, griff einige Themen aus der aktuellen Politik auf: Die frühkindliche Bildung solle durch mehr Ausbildungsplätze an den Fachschulen gestärkt werden. Beim Thema Lehrkräftemangel müsse diskutiert werden, dass es in der Vergangenheit nicht zu wenig Bewerberinnen und Bewerber für Lehramtsstudiengänge gab, sondern zu wenig Studienplätze. Gegenwärtig gäbe es sogar in nicht so attraktiven Regionen freie Stellen für Lehrkräfte.

Mit Bedenken sieht Prof. Edeltraud Roebe den Trend von Eltern, ihre Kinder an privaten Grundschulen anzumelden, um ihnen optimale Bildungsbedingungen zu bieten. Dies gefährde die Gründungsidee der Grundschule, die sich als Ort sozialer Integration unterschiedlicher Milieus verstehe. Vor diesem Hintergrund sei es nach wie vor unverständlich, weshalb die Lehrkräfte der Grundschule sowohl in Studium, Bezahlung und Professionalität den anderen Lehrämtern nicht gleichgestellt sind.

Wie immer sorgte die Diskussion zur von Eltern gewünschten Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium für kein einheitliches Bild bei der Diskussion. pm

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