Katholische Kirche

Auf dem Weg zur „Pfarrei Neu“

Erstmals gemeinsame Herbstkonferenz zur Kirchenentwicklung

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kb
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Tauberbischofsheim. Die Kirchenentwicklung 2030 im Bereich Nord des Dekanats Tauberbischofsheim nimmt weiter an Fahrt auf. Bis Januar 2026 sollen die bisher selbständigen katholischen Pfarreien Freudenberg, Wertheim, Külsheim-Bronnbach, Großrinderfeld-Werbach, Königheim und Tauberbischofsheim zu einer gemeinsamen Pfarrei fusioniert werden. Ein Novum bildete eine erstmals gemeinsam ausgerichtete Herbstkonferenz aller am Prozess beteiligten Gremien: Dekanatskonferenz (Hauptamtliche pastorale MitarbeiterInnen), Dekanatsrat (Delegiertenversammlung aller im Dekanat vertretenen Pfarreien, Verbände und Organisationen) sowie der für den Prozess aufgestellten lokalen Projektleitung.

Dr. Robert Koczy und Pfarrer Thomas Holler hatten als Lokale Projektkoordinatoren zu dieser besonderen und in dieser Form erstmaligen Zusammenkunft ins Winfriedheim in Tauberbischofsheim eingeladen. Unterstützt wurden sie von Monika Rohfleisch, Dekanatsreferentin und ihrerseits selbst Lokale Projektkoordinatorin im Dekanat Kraichgau und zudem Mitglied der Diözesanen Koordinationsgruppe Kirchenentwicklung 2030 „Prozesse geistlich gestalten“ und Rainer Gehrig, Leiter der Diözesanstelle der Region in Buchen-Hainstadt.

Ambitioniertes Ziel der Tagesveranstaltung war es, auf dem Weg zur „Pfarrei Neu“ einen guten Schritt voranzukommen. Ein besonderes Augenmerk wollte man an diesem Tag auf die spirituelle Ausrichtung des Prozesses, die vom Freiburger Diözesanforum formulierten Strategischen Ziele und die Erstellung einer Pastoralen Landkarte legen.

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Monika Rohfleisch übernahm die thematische Führung durch den Vormittag. In Anlehnung als das von den Psychologen Fritz Riemann und Christoph Thomann entwickelte Verhaltensmodell entstand zunächst auf dem Boden des Saales ein Koordinatensystem von Bedürfnissen, die man persönlich im Blick auf die Neue Pfarrei haben könne: In einem Fadenkreuz zwischen den Polen zwischen „Nähe“ und „Distanz“ sowie „Tradition“ und „Innovation“ konnte man sich positionieren und in den Austausch miteinander treten. Das fruchtbare Gespräch brachte auf anschauliche Weise die unterschiedlichen Befindlichkeiten und Standpunkte in den Raum, mit denen es im weiteren Verlauf des Prozesses umzugehen gilt.

Den nächsten Akzent setzte Monika Rohfleisch auf die eigenen Fähigkeiten und Talente, die man in den Prozess einbringen könne. In Auseinandersetzung mit der Bibelstelle 1. Kor 12 über die verschiedenen Gnadengaben, die der Heilige Geist schenkt, galt es diese für sich selbst zu sondieren und schließlich unter dem Titel: „Wofür brenne ich?“ persönlich zu formulieren und an einer Pinnwand zusammen zu tragen.

Das entstandene Bild bildete am frühen Nachmittag die Folie für den nächsten Schritt: Die Auseinandersetzung mit den im März vom Freiburger Diözesanforum für den Prozess formulierten strategischen Ziele. Rainer Gehrig, Leiter der Diözesanstelle, moderierte diesen Part, in dem auch manche Kritik an der Arbeit der Kirchenführung zur Sprache kam, mit viel Geschick.

Schließlich einigte man sich auf vier der dreizehn Zielformulierungen, die man ins Zentrum der weiteren Arbeit im lokalen Prozess stellen wollte:

Menschen mit dem Glauben in Verbindung bringen und die Beziehung zu Jesus Christus stärken und vertiefen.

Auf Menschen zugehen und sich ohne Vorbehalte mit ihren konkreten Bedürfnissen, Nöten und Fragen auseinandersetzen. Und das in einer für alle verständlichen Sprache.

Die Vielfalt des kirchlichen Lebens zu fördern.

Das Engagement steigern im Blick auf die Bewahrung der Schöpfung.“

Die zweite Hälfte des Nachmittags gehörte nun dem Lokalen Prozess. Schließlich gilt es, bis Januar 2026 die sechs Pfarrgemeinden im Norden des Dekanats zu einer „Pfarrei Neu“ zusammenzuführen.

Thomas Holler, designierter Leiter der neuen Pfarrei und lokaler Projektkoordinator machte klar: „Wesentliche Aufgabe wird es sein, auch in der neuen Pfarrei-Struktur die vier Grundaufgaben von Kirche zu vermitteln: Verkündigung des Glaubens (Martyria), die Feier von Gottesdiensten (Liturgia), die Sorge um Bedürftige (Caritas) und die Förderung von Gemeinschaft (Koinonia).“ So machte man sich daran, die zuvor schon entworfene Pastorale Landkarte der Neuen Pfarrei zu sichten und mit „Leuchtturm-Projekten“ zu ergänzen. Denn: Dinge, die jetzt schon gut laufen, sollen in der „Pfarrei Neu“ in jedem Fall ausgebaut werden. kb