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Leserbrief - Zu „Charakter der Stadt mit einem quadratischen Klotz wahren?“ (FN, 13. November) „Auch Praxis pflegen”

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Ja, es ist seit Jahren ärgerliche Praxis, dass bei Bauprojekten in der Innenstadt die noch geltende Gestaltungssatzung gedehnt und bis zum letzten Winkel ausnahmeträchtig gemacht wird. Mit höchst umstrittenen Ausnahmeregelungen werden Bauten genehmigt, die eine unverträgliche Zersiedlung der gewachsenen Altstadtstruktur nach sich ziehen.

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Was an der Ecke Ringstraße/Blumenstraße wegen gewisser Anpassung an das Nachbarhaus noch hinnehmbar sein mag, fällt zum Beispiel in der Frauenstraße bedrängend aus. Die im FN-Artikel zitierten Gemeinderäte Benz, Mayer und Diemer scheinen die einzigen zu sein, die diese Praxis kritisch benennen. Das ist erstaunlich, denn man würde eher erwarten, eine Mehrheit im Technischen Ausschuss und Gemeinderat fühlte sich dem vernünftigen Grundkonsens verpflichtet, städtebaulich „...Rücksicht auf den überkommenen Baubestand...“ der (Alt-)Stadt zu nehmen.

Auch in sorgfältig zu prüfenden Fällen, da einzelne Objekte wegen allzu maroder Substanz abgerissen werden müssen zugunsten eines modernen Neubaus, gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, die stilistisch mit dem überlieferten Baubestand vereinbar wären.

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Veröffentlicht
Von
Heike von Brandenstein
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Zum Beispiel rhythmische Zergliederung und gestaffelte Höhen sowie das Aufgreifen einzelner Form- und Farbelemente. Alt und Neu gehen gut zusammen, wenn die Dimensionen nicht den Charakter der Umgebung sprengen. Wichtig ist, dass Möglichkeiten und Grenzen nicht dem Einzelfall und nicht ausschließlich einer raumeinnehmend raumschaffenden Investorenlogik überlassen bleiben.

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Die geltende Gestaltungssatzung gehört, wenn nötig, behutsam ergänzt, demokratisch neu beschlossen und muss dann geltende Richtlinie sein und nicht Blaupause für Anwohner-unfreundliche Ausnahmeregeln.

Städtebauliche Diskussion unter Bürgerbeteiligung darf dieser Neujustierung vorausgehen. Dies am besten im Zusammenhang mit dem Stadtentwicklungskonzept, das Verwaltung und Gemeinderat aktuell vorgelegt haben.

Und dann gilt: nicht nur Theorie erwägen, sondern auch Praxis pflegen.

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