65. Geburtstag - Georg Parstorfer blickt auf ein „wertvolles, erfüllendes und befriedigendes“ Leben zurück Seit 30 Jahren setzt er sich für Kinder ein

Von 
L.M.
Lesedauer: 
Georg Parstorfer ist pädagogischer Leiter im Kinder- und Jugenddorf Klinge. Am Montag wird er 65 Jahre alt. © Merkle

Seckach-Klinge. Georg Parstorfer feiert am Rosenmontag seinen 65. Geburtstag. Voller Dankbarkeit und Zufriedenheit blickt der pädagogische Leiter auf mehr als 30 Jahre Leben und Arbeiten im Kinder- und Jugenddorf Klinge zurück. „Im Rückblick war unser Leben hier in der Klinge wertvoll, erfüllend, befriedigend und eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Es war mir immer ein Anliegen, jungen Menschen, die nicht oder über einen bestimmten Zeitraum nicht in ihren Familien leben können, einen guten Weg zu ermöglichen und mitzuwirken, um die dafür notwendigen Strukturen und Voraussetzungen in der stationären Jugendhilfe und besonders hier im Kinder- und Jugenddorf Klinge zu schaffen.“

In Köln aufgewachsen

AdUnit urban-intext1

Georg Parstorfer wurde am 15. Februar 1956 als zweitältestes von vier Kindern des Pädagogen Dr. Josef Parstorfer und seiner Ehefrau Elisabeth in Köln geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Die Berufung des Vaters, in Ravensburg das Institut für sozialpädagogische Berufe aufzubauen und zu leiten, führte die Familie 1972 nach Süddeutschland. Geprägt von den pädagogischen und theologischen Wurzeln im Elternhaus machte Georg Parstorfer nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher als Grundlage für das anschließende Studium der Sozialpädagogik mit Fachrichtung Heilpädagogik an der Katholischen Fachhochschule Freiburg, das er 1984 mit dem Diplom abschloss.

In der Praxis sammelte er erste Erfahrungen als Praktikant an der Lungen-Fachklinik in Wangen im Allgäu. Im Kinderdorf Marienpflege in Ellwangen lernte er die Kinderdorfidee kennen und schätzen. Nach dem Studium arbeitete er als Heilpädagoge im Josefsheim Stuttgart und schon ein gutes Jahr später trat er 1985 seine erste leitende Stelle als Erziehungsleiter in der Stiftung Haus Lindenhof, einer Einrichtung für geistig- und mehrfachbehinderte Menschen, in Schwäbisch Gmünd an. Im Oktober 1988 fand er dann als Erziehungsleiter „seinen Ort zum Leben“ und Arbeiten im Kinder- und Jugenddorf Klinge. Auch seine Ehefrau Christa, mit der er seit 1983 verheiratet ist, führte nach einer Familienpause ihren beruflichen Weg als Sonderschullehrerin an der St. Bernhard-Schule im Jugenddorf Klinge fort.

Das Leben mitten im Kinderdorf war für beide, sowie für die drei gemeinsamen Kinder, stets eine Bereicherung und Selbstverständlichkeit. Als Parstorfer im Februar 2013 den Führungsstab von Dr. Johann Cassar als Geschäftsführer Pädagogik und Dorfleiter im Kinder- und Jugenddorf Klinge übernahm, war es ihm ein Anliegen, die Einrichtung für die Zukunft zu ertüchtigen und neue Prozesse anzustoßen. Ein wichtiges Projekt dabei war der Ersatz von nicht mehr sanierungsfähigen Kinderdorfhäusern durch Neubauten, die die Zukunftsfähigkeit der Klinge auch langfristig sichern.

AdUnit urban-intext2

Eine gute Vernetzung auf allen Ebenen der Jugendhilfe stand bei seinem Wirken ebenfalls im Fokus. So war er aktiv im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Erzieherische Hilfen im Diözesanverband Freiburg, im Bundesverband katholischer Einrichtungen, in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderdörfer sowie in der Arbeitsgemeinschaft der Kinderdörfer katholischer Trägerschaft. Ebenso wichtig war ihm die Zusammenarbeit und die Kooperation mit der Gemeinde Seckach und dem Jugendamt Neckar-Odenwald-Kreis sowie die enge Vernetzung mit den Behörden und Einrichtungen auf Landes- und Kreisebene.

Die Umstrukturierung des Kinder- und Jugenddorf mit einem hauptberuflichen Vorstand an der Spitze war noch einmal ein bedeutender Schritt, den Georg Parstorfer mit großer Überzeugung mitgegangen ist. Die Corona-Krise sieht er als besondere Herausforderung, die nur gemeinsam mit den Mitarbeitern, Kindern und Jugendlichen sowie mit den Eltern, Sorgeberechtigten und einer guten und gelingenden Kooperation mit den staatlichen Behörden gemeistert werden könne.

AdUnit urban-intext3

Dass die Kinder und Jugendlichen sowie die Mitarbeiter die herausfordernden Zeiten bisher mit wenigen Einschränkungen gut überstanden haben, macht ihn dankbar. Mit Blick auf seinen Ruhestand Anfang kommenden Jahres freut sich Parstorfer darauf, dass seine handwerklichen Interessen, wie der Marionettenbau, wieder mehr in den Vordergrund rücken können.

AdUnit urban-intext4

Er kann sich aber auch gut vorstellen, sein Fachwissen und seine Erfahrungen in ehrenamtlichen Aufgaben einzubringen. Sein größter Wunsch aber ist, dass sich das Leben, auch mit Corona, wieder soweit normalisiert, dass er in seinem Ruhestand familiäre Bindungen aktiver leben, aber auch alte Kontakte wie zu Vereinskameraden seines Flugsportclubs wieder aufleben lassen kann. L.M.