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Höhepunkt in Schüttwa - Seckachs Bürgermeister Thomas Ludwig war bei der Enthüllung in der Partnergemeinde dabei

Nikolaus-Statue auf dem Hochplateau neben der Pfarrkirche aufgestellt

Die lebendige Patenschaft der Gemeinde Seckach zu Schüttwa im Böhmerwald und den Schüttwarern, die jetzt in Seckach beheimatet sind, ist seit 2015 noch ein wenig lebendiger geworden durch den rührigen Heimatverein "Splek Mikulás" (St. Nikolaus).

Von 
L.M.
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Seckach/Schüttwa. Die lebendige Patenschaft der Gemeinde Seckach zu Schüttwa im Böhmerwald und den Schüttwaern, die jetzt in Seckach beheimatet sind, ist seit 2015 noch ein wenig lebendiger geworden durch den rührigen Heimatverein „Spolek Mikulás“ (St. Nikolaus).

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Als Höhepunkt des Jahres 2022 wird die Aufstellung einer St. Nikolaus-Statue auf dem Hochplateau neben der ehemaligen Pfarrkirche von Schüttwa in die Geschichte eingehen. © Liane Merkle

Aktivitäten des Heimatvereins

Der Heimatverein „Spolek Mikulás“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die baulichen und ideellen Erinnerungsstücke zur Ortsgeschichte zu restaurieren, in Erinnerung zu rufen und neue Impulse zu setzen.

Zu diesen Aktivitäten gehört nicht nur die Sanierung der Kirchenruine samt Kirchhof, sondern auch die Beschäftigung mit Johannes von Schüttwa (1350-1414), einem der bedeutendsten neuhochdeutschen Prosadichter des späten Mittelalters. Sein Werk „Der Ackermann und der Tod“ befasst sich mit einer absolut aktuellen Thematik, zeigt viele moderne Elemente und überzeugt durch große rhetorische Finesse.

Bereits seit einigen Jahren findet man in Schüttwa zu Ehren dieses größten Heimatsohnes ein Denkmal und mehrere zweisprachige Informationstafeln ermöglichen einen ersten Einblick in sein Leben und Werk. Im Jahr 2021 brachte der Verein „Spolek Mikulás“ dann das ebenfalls zweisprachig verfasste Buch „Johannes vom Schüttwa – Beamter, Dichter, Mythos“ heraus. Auf über 250 Seiten schlägt ein elfköpfiges Autorenteam in 23 Kapiteln einen Bogen vom 14. Jahrhundert bis heute. Die berufliche Tätigkeit des Johannes von Schüttwa wird ebenso beleuchtet wie das familiäre Umfeld und natürlich der Inhalt und die verschiedensten Interpretationen des „Ackermann“ bis in die Neuzeit. Bürgermeister Thomas Ludwig überzeugte sich jüngst von den aktuellen Aktivitäten des Vereins unter der Leitung des engagierten Vorsitzenden Ivo Dubsk.

Die Renovierung der ehemaligen Pfarrkirche „St. Nikolaus“ wurde fortgesetzt, mit der Herstellung eines Stromanschlusses, der weiteren Reparatur des Turminneren und dem Sanierungsbeginn des Kirchenschiffes. Wichtig ist dem Verein die Restaurierung des St. Nikolausbildes aus dem Hauptaltar der Kirche, welches sich schon seit Jahrzehnten in der Kirche des Hauptortes Pobzovice (Ronsperg) befindet.

Doch als Höhepunkt des Jahres 2022 wird die Aufstellung einer St. Nikolaus-Statue auf dem Hochplateau neben der ehemaligen Pfarrkirche von Schüttwa in die Geschichte eingehen. Zur feierlichen Enthüllung hatte sich am Pfingstsamstag das ganze Dorf herausgeputzt, denn es wurde eine große Schar an Gästen erwartet. Eingeladen hatten der Heimatverein, der Ronsperger Kulturverein und das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee. Unter den Gästen befanden sich unter anderem Senator Vladislav Vilímec, der Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, Dr. Tomá Jelínek, Ronspergs Bürgermeister Martin Kopeck, der Ortsbetreuer von Schüttwa, Franz Metschl, und Seckachs Bürgermeister Thomas Ludwig.

Alle Redner würdigten das „Wunder von Schüttwa“, denn bis vor wenigen Jahren hätte es niemand für möglich gehalten, dass dieses kleine Dorf wieder zu einem so attraktiven Ort werden würde, der mit seinen baulichen Aktivitäten einen großartigen Beitrag zur Völkerverständigung und damit zum Frieden und zur Einheit Europas leistet.

Bürgermeister Thomas Ludwig erinnerte daran, dass Seckach schon seit dem Jahre 1988 eine Patenschaft mit den ehemaligen deutschen Bewohnern von Schüttwa pflegt. Und obwohl viele Angehörige der Erlebnisgeneration bereits verstorben sind, besteht auch unter den Nachgeborenen großes Interesse am Herkunftsort ihrer Vorfahren. Ortsbetreuer Franz Metschl bezeichnete Schüttwa als ein Musterdorf mit einer großartigen Mischung aus sozialer, kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt. Er wünschte Fröhlichkeit und Frieden, damit sich die Nachkommen über die Grenzen hinweg vertragen und verstehen. Einen passenderen Startschuss zur Enthüllung der imposanten Statue durch Ivo Dubsk und den Künstler Jaroslav Indelá hätte es nicht geben können, gekrönt durch den kirchlichen Segen, den Dekan Miroslav Gierga spendete. Von seinem herausgehobenen Standort wacht der heilige St. Nikolaus ab sofort nicht nur über Schüttwa, sondern über das gesamte Ronsperger Becken. Bevor die Grenzland-Blasmusik Dietersdorf den geselligen Teil des Festnachmittags gestaltete, folgte als weitere kulturelle Besonderheit die Inbetriebnahme eines Prosa-Automaten. Er sieht aus wie ein aus der Erde ragendes Ofenrohr und ist zweisprachig bestückt mit einer Auswahl von 20 Melodien, Prosa-Texten und Gedichten sowie nicht zuletzt dem unvergessenen Klang der Kirchenglocken von Schüttwa. Für die zum Abspielen notwendige Energie darf jeder Besucher selbst sorgen, indem er die seitlich angebrachte Kurbel betätigt. Dieses pfiffige Kunstprojekt wurde bislang nur in wenigen Großstädten umgesetzt – und nun in Schüttwa. Damit nicht genug, sind auch für das kommende Jahr weitere Maßnahmen geplant. So wird der Kirchturm wieder eine Uhr mit römischen Zahlen und mechanischem Uhrwerk bekommen. L.M.

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