Nachfrage gestiegen - Bedarf an Gräbern soll für die nächsten Jahre gedeckt werden Neue Urnengrabfelder entstehen

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L.M.
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Auf dem Seckacher Friedhof entstehen 40 neue Urnengräber. © Liane Merkle

Seckach. Wie Seckachs Bürgermeister Thomas Ludwig mitteilte, erstellt der Gemeindebauhof derzeit neue Urnengrabfelder. Grund dafür ist, dass sich die Bestattungskultur in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat. Erkennbar sei dies vor allem an der stetigen Zunahme des Anteils der Feuerbestattungen. Machten diese noch zu Beginn der 90er-Jahre weniger als ein Drittel aller Bestattungen aus, so stieg ihr Anteil inzwischen auf weit über 70 Pronzent.

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Diese Entwicklung habe auch vor den Kommunen im ländlichen Raum nicht Halt gemacht und dementsprechend veränderte sich über die Jahre die Nachfrage nach den verschiedenen Grabarten. Eine Ursache für den gestiegenen Feuerbestattungsanteil dürfte in den niedrigeren Gebührensätzen auf den Friedhöfen liegen, denen jedoch die Kosten der Einäscherung gegenüberstehen. Außerdem erfordere ein kleines Urnengrab weniger Aufwand bei der Grabpflege als beispielsweise ein großes Doppelgrab. Auch fehlt es oft an Angehörigen, die das Grab pflegen.

Gräber voll belegt

Wie Thomas Ludwig weiter ausführte, ließ der vergangene Spätsommer bereits erkennen, dass die vorhandenen Urnengräber auf den drei Gemeindefriedhöfen in absehbarer Zeit voll belegt seien. Deshalb schlug die Verwaltung dem Gemeinderat in seiner Sitzung am 21. September 2020 vor, in allen Ortsteilen neue Urnengrabfelder anzulegen.

Während die Pläne für die Friedhöfe Seckach und Großeicholzheim im Gremium auf ungeteilte Zustimmung stießen, wurde die Entscheidung für den Friedhof Zimmern auf Wunsch des Ortschaftsrates dorthin übertragen. Mit dem Ende der Winterdienstphase war es dem Gemeindebauhof nun möglich, diese Arbeiten in Angriff zu nehmen, beginnend mit dem Ortsteil Seckach, weil dort der akute Bedarf am größten ist. Dort entstehen 40 neue Urnengrabstätten. Damit sollte der Bedarf für die nächsten drei bis fünf Jahre gedeckt sein.

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Im Anschluss folgen dann nahtlos die Arbeiten in Großeicholzheim (25 Gräber) und Zimmern (30 Gräber), wobei die Anzahl der neuen Gräber auch von der jeweils vorhandenen Fläche abhängig ist. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 30 000 Euro belaufen. „Wir bitten die Friedhofsbesucher um Verständnis für diese Arbeiten“, so der Bürgermeister, der noch ergänzte: „Jedes Jahr, wenn uns die ersten wärmenden Sonnenstrahlen erfreuen, wird der Ruf laut, auf den Friedhöfen sofort das Wasser wieder anzustellen. Dabei wird leider missachtet, dass die Nächte mitunter auch weiterhin sehr frostig sein können. Deshalb besteht während dieser Übergangsphase die große Gefahr, dass die Wasserleitungen auf den Friedhöfen einfrieren und aufplatzen. Diese Schäden müssten dann für viel Geld behoben werden und es stünde noch länger kein fließendes Wasser zur Verfügung. Um diese Nachteile zu vermeiden, bleiben die Brunnenleitungen so lange entleert, bis die Nächte frostfrei sind. Mit dieser Erläuterung hoffen wir, dass sich die Vielzahl derartiger Anfragen in künftigen Jahren endlich erübrigt, vor allem, weil das Wasser trotz des Wetterrisikos bereits angestellt ist“. L.M.