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Bürger-Energie Großeicholzheim - Vorstand blickte auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 zurück / An die Erschließung weiterer Straßenzüge ist gedacht

Genossenschaft entwickelt sich zum Vorzeigemodell

Von 
L.M.
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Großeicholzheim. Am 22. November kann die Bürger-Energie Großeicholzheim ihren zehnten Geburtstag feiern. Damals hatten sich 83 Personen und Institutionen zum sofortigen Beitritt entschieden und damit die Grundlage für den Bau des acht Kilometer langen Nahwärmenetzes gelegt, das Ende 2013/Anfang 2014 in Betrieb ging.

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Heute hat die Genossenschaft 169 Mitglieder, von denen 123 Wärmekunden sind und stolz, dass die Versorgung mit Wärme für Heizung und Warmwasser seit Versorgungsbeginn äußerst stabil und reibungslos funktioniert. Am Mittwoch begrüßte Thomas Ludwig als Aufsichtsratsvorsitzender zahlreiche Mitglieder neben seinen Aufsichtsratskollegen und den drei ehrenamtlichen Vorständen zur Generalversammlung in der Schlossgartenhalle.

Nachdem er den letzten Prüfungsbericht des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes bekanntgegeben und der Verband vollumfänglich eine ordnungsgemäße Geschäftsführung bestätigt hatte, fand der Bericht des Vorstands über das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 größtes Interesse.

Vorstand Roland Bangert schilderte, dass die im Jahre 2020 verkaufte Wärmemenge wieder bei über 3,5 Millionen kWh lag. Stetige Optimierungen in der Steuerung des Netzes, die Erweiterung der Biogasanlage in der Bannholzsiedlung um ein Blockheizkraftwerk und einen Gasspeicher sowie der Bau einer PV-Anlage auf dem Dach der Heizzentrale sorgten dafür, dass der Heizölverbrauch und der Bezug von Fremdstrom weiter zurückgedrängt werden konnte. Gerade in Spitzenlastzeiten wird aber noch für längere Zeit auf Heizöl zurückgegriffen werden müssen, weil alternative Technologien, zum Beispiel aus dem Bereich des Wasserstoffes, noch nicht zur Verfügung stehen.

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Sensationell war der Hinweis, dass seit Inbetriebnahme der ersten Netzteile am 19. Dezember 2013 bis zum 31. August 2021 bereits mehr als 2,45 Millionen Liter Heizöl eingespart wurden. Die bisher erbrachte Einsparung beim CO2-Ausstoß beläuft sich auf über 7600 Tonnen.

Im zweiten Teil des Berichts beleuchtete Vorstand Reinhold Rapp die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft. Obwohl 2020 ein sehr mildes Jahr war, konnten aus dem Wärmeverkauf über 337 000 Euro erwirtschaftet werden, was gegenüber 2019 nur ein geringer Rückgang um rund 12 000 Euro war.

Die Aufwendungen beliefen sich im üblichen Rahmen, so dass unterm Strich ein Jahresüberschuss in Höhe von 60 260 Euro vermeldet werden konnte. Die gute Finanzlage wurde auch weiterhin dazu genutzt, den Schuldenstand konsequent zurückzufahren. Dieser belief sich Ende 2020 noch auf knapp 754 000 Euro.

Das heißt, dass die für die Investitionen erforderliche Kreditsumme in gerade mal sechs Jahren um über zwei Drittel reduziert werden konnte. An diesem Kurs soll weiterhin festgehalten werden, weshalb für das Geschäftsjahr 2020 auch keine Rückvergütung ausgeschüttet wird.

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Im Ergebnis beschloss die Versammlung, dass der Gewinn mit 56 560 Euro auf neue Rechnung 2021 vorgetragen wird.

Außerdem werden 2900 Euro der gesetzlichen Rücklage zugeführt und auf das investive Kapital satzungsgemäß 800 Euro Zinsen vergütet.

Nach diesen erfreulichen Zahlen berichtete Thomas Ludwig über die Tätigkeit des Aufsichtsrates. Zwar konnte coronabedingt nur eine Präsenzsitzung stattfinden, doch vor allem die Quartalsberichte des Vorstands hielten das Aufsichtsgremium auf dem Laufenden. Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Jahr 2020 wurden vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 17. August .2021 geprüft und für in Ordnung befunden.

An dieser Stelle bedankte sich der Aufsichtsratsvorsitzende im Namen aller Mitglieder bei den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Vorständen Roland Bangert, Roman Henn und Reinhold Rapp für ihre ausgezeichnete Arbeit.

Die Genossenschaft hat sich schon längst zu einem Vorzeigemodell entwickelt, die Versorgungssicherheit liegt de facto bei 100 Prozent und die Stärkung des regionalen Wirtschaftskreislaufs ist offensichtlich. Langanhaltender Applaus bestätigte, dass die Mitglieder derselben Meinung sind und so wurde auch die von Thomas Kegelmann beantragte Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats jeweils einstimmig gewährt.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ erfuhren die Anwesenden unter anderem, dass das Nahwärmenetz durchaus noch weitere Kunden vertragen kann. Einzelne Neuinteressenten müssen aber an einer bereits vorhandenen Leistungstrasse liegen und natürlich können sie von den stark gestiegenen Preisen auf dem Bausektor nicht verschont bleiben.

Mittelfristig ist daran gedacht, bei Interesse im Rahmen einer größeren Maßnahme weitere Straßenzüge zu erschließen. Für diese Maßnahme sollen dann Fördermittel beantragt werden. L.M.

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