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Hugo-Häring-Landespreis - Bund Deutscher Architekten zeichnet Neubau der Kinderdorfhäuser im Kinder- und Jugenddorf Klinge in Seckach aus

Einen „Ort wertvollen Lebensraums“ geschaffen

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Strahlende Preisträger: Das Bild zeigt (von links) Architekt Joachim Schuhmacher, Alexander Gerstlauer (Aufsichtsrat der Klinge), Robert Piotrowski, Ekkehard Brand (Aufsichtsrat der Klinge) sowie Dea Ecker. © Thilo Ross

Seckach. Der Hugo-Häring-Landespreis ist der älteste Architekturpreis in Baden-Württemberg. Er wird seit 1969 im Abstand von jeweils drei Jahren an Architekten sowie Bauherren für ihr gemeinsames Werk vergeben. Einen der zehn Landespreise haben nun die neuen Kinderdorfhäuser der Klinge in Seckach erhalten.

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Zur ersten Stufe, der Hugo-Häring-Auszeichnung, wurden 2020 in den 15 Kreisgruppen des Landes 679 Bauten eingereicht, von denen 130 eine Auszeichnung erhielten. In einer zweiten Stufe hat die Jury im September aus den ausgezeichneten Gebäuden die Landespreise ausgewählt, die im Rahmen der Preisverleihung bekannt gegeben werden.

Mit dem Projekt im Kinder- und Jugenddorf Klinge in Seckach sei es gelungen, „einen Ort mit großer Identität zu schaffen, der den Kindern und Jugendlichen einen wertvollen Lebensraum bietet“, so die Jury in ihrer Würdigung bei der feierlichen Preisverleihung, die am Freitag in Baden-Baden im E-Werk stattfand.

Das Kinder- und Jugenddorf Klinge ist eine der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. 160 Kinder im Alter zwischen drei und 18 Jahren finden dort ein neues Zuhause. Jede Hausleiterfamilie lebt mit acht Kindern unterschiedlichen Alters in familienähnlicher Struktur zusammen. Die Gebäude, bestehend aus einem U- und Langhaus, mit drei Wohngruppen und einem Nebengebäude sind so zueinander angeordnet, dass ein geschützter Spielhof im Außenbereich entsteht.

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Großzügige ebenerdige Aufenthaltsbereiche mit Funktionen des Kochens, Essens und Wohnens sowie Individualräume in den Obergeschossen bieten den Kindern Raum für die eigene Entfaltung. Die Kinder und Jugendlichen sollen sich in ihrem Zuhause geborgen fühlen.

Die Gebäudeform mit Steildach stellt den Archetyp des Hauses dar, der den Kindern Schutz und Geborgenheit vermittelt. Markant sind die drei Türme, die je zwei Treppenhäuser für die Hausleitung und Kinderbereich aufnehmen. Die Gebäude sind als reine Holzbauten in Holzrahmenbauweise errichtet. Die innere Raumschale der Außenwände sowie die Geschoßdecken sind mit einer Diagonal-Dübelholzkonstruktion gebaut. Größere Spannweiten sind mit V-Stützen ausgeführt. So bleibt ablesbar und verständlich, wie das Gebäude gefügt wurde. Ein eigenes Nahwärmenetz, gespeist mit nachwachsenden Rohstoffen, komplettiert den ökologischen Anspruch des Projekts.

Ecker Architekten ist ein von Dea Ecker und Robert Piotrowski geführtes Büro in Heidelberg und Buchen. Schwerpunkt der Arbeit sind öffentliche Bauten, aber auch Bauten für Stiftungen und Vereine, wie im Fall des Kinder- und Jugenddorfs: „Gemeinsam mit unserem Bauherrn entwickeln wir individuelle Lösungen: Die Bauaufgabe wird in der Planungsphase auf die wesentlichen Inhalte reduziert und das gebaute Projekt erscheint im Ergebnis klar und einfach, stimmig und wohl proportioniert. Wir möchten die Schönheit in gewöhnlichen Dingen herausstellen und streben in unseren Entwürfen nach einer Ausgewogenheit von Emotion und Verstand. Sind diese Bestrebungen erfolgreich, ist das Resultat eine einfache Konstruktion, ein sensitiver Einsatz von Materialien und eine Umwandlung des Gewohnten in das Besondere.“

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