Aufruf gefolgt - Dolmetscherin aus Seckach macht bei einer Aktion von SWR3 mit und informiert über ihre Branche / Hitliste zusammengestellt Eine Stunde Radioprogramm gestaltet

Von 
Liane Merkle
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Ann-Christine Pitz arbeitet als Dolmetscherin. Um über ihren Beruf zu berichten, durfte sie eine Stunde bei SWR3 die Sendung gestalten. © Liane Merkle

Die Seckacher Dolmetscherin Ann-Christine Pitz gestaltet eine Stunde Musik-Programm bei SWR3 und informiert über ihre Situation.

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Seckach. Dass die Corona-Pandemie durchaus auch positive Energien verbreiten kann, wurde bei einem Interview mit der Seckacher Dolmetscherin Ann-Christine Pitz und ihren Kooperationspartnern „Die Stuttgart-Dolmetscher“ verdeutlicht. „Ich hatte beim Kochen zum ersten Mal bewusst den Aufruf von Moderator Sebastian Müller zu der Aktion gehört, bei der sich Firmen und Selbstständige, die von den Corona-Einschränkungen betroffen sind, melden können“, erzählte Ann-Christin Pitz.

Zusage kam nach einer Stunde

Und nachdem sie sich mit ihren Kolleginnen kurzgeschlossen hatte und alle von der Idee der Teilnahme begeistert waren, hat sie eine Mail ins Studio geschrieben und von ihrem Netzwerk freiberuflicher Dolmetscherinnen und seinem Service, aber auch den derzeitigen Problemen berichtet. Bereits eine Stunde später hatte sie die Zusage von Musikredakteur Dirk Scherer, dass die Stuttgart-Dolmetscher schon am nächsten Tag – an Drei-König – beim Radiosender SWR3 eine Stunde lang das Musikprogramm gestalten und ein wenig aus ihrem Berufsalltag informieren dürfen.

Die Freude sei so riesig gewesen wie ihr Lampenfieber. „Nun hieß es nicht nur, eine Playliste zu erstellen, die zu der internationalen Berufssparte passt, sondern auch noch meine Nerven in den Griff zu bekommen.“ Ann-Christin schaffte beides.

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Ersteres zusammen mit ihren Kolleginnen und der firmeninternen Hitliste „Ojos asi“ (Shakira), „Ring of Fire“ (Johnny Cash and The Tennessee Three), „La voglia che non vorrei“ (Nek), „The road to Mandalay“ (Robbie Williams), „Agua“ (Jarabe de Palo), „Time after time“ (Eva Cassidy), „Come musica“ (Jovanotti), „Living in the moment“ (Jason Mraz), „Baila“ (Zucchero), „What I got“ (Sublime), „Rotolando Verso Sud“ (Negrita) und „Entre dos tierras“ (Héroes del Silencio). Letzteres durch geübte Konzentration, denn als Dolmetscherin ist sie durchaus daran gewöhnt, dass hunderte von Menschen zuhören oder sie auch mal live im Internet gestreamt wird.

Dennoch hatte sie ein so breites Publikum mit ihrer Stimme bis dahin noch nicht erreicht, geschweige denn ein Interview gegeben. „Dass ich gerade nebenbei eine Sprecherausbildung mache, steigerte den Druck irgendwie noch weiter, da ich es deshalb natürlich besonders gut machen wollte. Ich bekam in dieser Nacht also nicht allzu viel Schlaf ab, aber ich freute mich auf unsere Stunde Radio“.

Aufregung verschwunden

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Es waren wenige Änderungen durch den Sender am Musikprogramm vorgenommen worden, weil die eingereichte Playliste vermutlich zu lang war. Doch Ann-Christin Pitz erinnert sich ganz genau: „Wie in der Dolmetschkabine war die Aufregung sofort verschwunden, als ich begann, mit Moderator Sebastian Müller zu plaudern. Dieser hatte sich sehr viel besser auf uns und unsere Branche vorbereitet, als ich erwartet hatte, und machte sich gegen Ende des Gesprächs sogar den Spaß, mich einem kleinen Fachvokabeltest zu unterziehen.“

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Pitz ist noch immer begeistert, dass diese Stunde den SWR3-Hörern einen so guten Einblick in den Beruf der Dolmetscher vermitteln konnte, der bis dahin vielen wahrscheinlich eher unbekannt war. „Wir freuten uns sehr, dass wir dank der tollen Aktion von SWR3 ein bisschen mehr Licht auf unsere kleine Branche werfen durften.“

Und die Stuttgart-Dolmetscher selbst sind auch ein paar Tage nach der Sendung noch immer ein wenig beseelt von dieser schönen Aktion zum Jahresbeginn. „Mich jedenfalls hat sie mit neuer Motivation erfüllt. Ich freue mich auf ein Jahr, in dem es beruflich wieder schneller bergauf geht, in dem ich meine Stimme vielleicht auch in einem neuen Berufszweig – dem Studiosprechen – ausprobieren darf, und vor allem freue ich mich auf Dolmetschkabinen, Kolleginnen und Kollegen und Events, die vielleicht gegen Ende des Jahres ja sogar wieder als Präsenzveranstaltungen stattfinden dürfen. Wir drücken allen Dolmetscherinnen und Dolmetschern und der gesamten Veranstaltungsindustrie fest die Daumen.“