Goldene Hochzeit - Die große Feier wollen Maria und Alexander Krause aus Seckach so schnell wie möglich nachholen Die Kinder, Enkel und Urenkel sind ihr liebstes Hobby

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L.M.
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Maria und Alexander Krause hatten goldene Hochzeit – feiern konnten sie bislang noch nicht. © Liane Merkle

Seckach. Es war Liebe auf den ersten Blick, als das Schicksal die damals 15-jährige Maria Gutmann und den 18-jährigen Alexander Krause 1967 bei seiner Verabschiedungsfeier zum Militär zusammenführte. Denn eigentlich war sie nur in Vertretung ihrer verhinderten Mutter zu der Feier gekommen.

Lange Liebesbriefe geschrieben

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Doch der junge Mann wollte sich dieses Mädel nicht durch die Lappen gehen lassen und schrieb während seiner zweijährigen Armeezeit regelmäßig lange Liebesbriefe an seine Maria, die ihm nach seiner Entlassung dann am 23. Januar 1971 auch das Ja-Wort gab.

Leider hatten sich die beiden am eigentlichen Datum der Goldenen Hochzeit eine unschöne Grippe zugezogen. Corona-bedingt war schon die große Familienfeier mit den drei Kindern und Schwiegerkindern, 22 Enkeln und „sechseinhalb“ Urenkeln abgesagt worden und nun konnten sie nicht einmal zu zweit feiern. Doch dieses besondere Fest soll so bald wie möglich nachgeholt werden.

Geboren wurden beide in Kasachstan. Er am 23. August 1949 als jüngstes von vier Kindern, sie als jüngstes von drei Kindern und nachfolgenden vier Halbgeschwistern am 3. August 1953. Alexander Krause besuchte die Schule acht Jahre lang, bevor er mit 14 in der Landwirtschaft arbeiten musste und mit 18 endlich eine Ausbildung zum Kraftfahrer machen und nach dem Militär in diesem Beruf – überwiegend im Sommer – arbeiten konnte. Über Winter nahm er jede Arbeit an in der Landwirtschaft und im Wald, wo immer er gebraucht wurde.

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Maria Krause fand gleich nach der Schule Arbeit in einem riesigen Lagerhaus, bis im Januar 1972 die erste Tochter zur Welt kam, dicht gefolgt von einem Sohn und 1978 der zweiten Tochter. 1991 hatte die Familie dann die Chance, über Friedland und Saarland nach Buchen umzusiedeln und ab 1992 in Seckach heimisch zu werden. Hier kauften sie 2005 ein kleines Häuschen, in dem sie sich sehr wohl fühlen. Gearbeitet haben beide, solange es ihre Gesundheit zuließ. Alexander Krause war bis 2007 – als er schwer vom Hantavirus gebeutelt wurde – als Maschinenarbeiter bei der Kunststoffverarbeitung Erwin Ofenloch in Dallau beschäftigt. Seine Frau arbeitete zuerst sieben Jahre in der Küche des Eberstadter Sanatoriums und danach bis zur Erwerbsminderungsrente 2008 im Kreiskrankenhaus Buchen.

Zuverlässiger Austräger der FN

Inzwischen fühlen sich die beiden nach der überstandenen Grippe zumindest wieder so fit, dass er jeden Morgen zuverlässig die Fränkischen Nachrichten in seinem Viertel austrägt, mit Begeisterung im Garten werkelt und sich mit viel Geduld in Tausender-Puzzles stürzt.

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Maria Krause dagegen liest die Zeitung haargenau durch und hat sich zu einer Meisterin in der Küche entwickelt, die locker einige Sterne verdient hätte. Das gemeinsame Hobby der beiden, das an erster Stelle steht, ist das „Betütteln“ der Kinder, Enkel und Urenkel mit gegenseitigen Besuchen, so oft es eben möglich ist. Die FN wünschen den beiden weiterhin Gesundheit und ein glückliches Händchen mit der Familie. L.M.