Deutsche Post - Versicherungs- und haftungsrechtliche Gründe zwangen die Post dazu, den Briefkasten in Seckach abzumontieren / Seit 1. Februar gibt es Ersatz Der Briefkasten ist wieder da

Von 
Liane Merkle
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Seckach. Von wegen „langsames Beamtentum“ oder wie „die Christel von der Post“ im „Vogelhändler“ singt: „Nur nicht gleich, nicht auf der Stell’, denn bei der Post geht’s nicht so schnell.“ Die Seckacher mit Bürgermeister Thomas Ludwig an der Spitze sind inzwischen begeistert und dankbar, dass die Deutsche Post und vor allem deren Regionaler Politikbeauftragter Martin Fichter einen Briefkastenabbau in der Gemeinde „schneller als die Post erlaubt“ wieder rückgängig gemacht hat.

Plötzlich weg

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Die Aufregung in der Baulandgemeinde war groß, nachdem am 1. Dezember 2020 nicht nur der erste Schnee dieses Winters in großen Mengen gefallen war und mühsam weggeschaufelt werden musste, sondern im Verlaufe des Morgens auch innerhalb weniger Minuten der große Postbriefkasten in der Bahnhofstraße vor dem Anwesen Detz verschwand, welches in den 70er Jahren als Postgebäude errichtet worden war und in den 90er Jahren eine Umnutzung samt großzügiger Aufstockung erfuhr.

Nachdem der alte Briefkasten Ende Dezember plötzlich abgebaut wurde, fand sich bereits im Januar ein neuer Standort vor dem Seckacher Rathaus. © Liane Merkle

Die Maßnahme war nicht angekündigt gewesen, also wusste niemand Bescheid über die Ursache für diesen überstürzten Abbau. Bürgermeister Thomas Ludwig nahm die Sache in die Hand und wandte sich kurzerhand an den Regionalen Politikbeauftragten der Deutschen Post für Baden-Württemberg, Martin Fichtner, der die Hintergründe schnell aufklärte. Es waren versicherungs- und haftungsrechtliche Gründe, die die Deutsche Post zum unverzüglichen Handeln gezwungen hatten und zwar so schnell, dass noch nicht einmal die im Normalfall übliche dreiwöchige Ankündigungsfrist bei der betroffenen Kommune eingehalten werden konnte.

Doch gleichzeitig beruhigte der Fachmann mit der guten Nachricht: „Nein, ein dauerhafter Abbau ist nicht geplant. Vielmehr soll in Absprache mit der Gemeinde schon bald wieder ein Ersatz aufgestellt werden.“ Schließlich handelte es sich um den einzigen Briefkasten mit großem Fassungsvermögen in der ganzen Gemeinde, auf dessen Volumen die örtlichen Firmen und Dienstleister, aber auch die Gemeindeverwaltung selbst, täglich dringend angewiesen sind.

Neuen Standort gefunden

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Gleich zu Beginn dieses Jahres nahm die Post die Planungen für den Ersatzstandort auf und am 27. Januar fand bereits ein Vor-Ort-Termin mit Fichtner statt. Im Ergebnis kam man rasch überein, den Standort um nur wenige Meter auf das Rathausgrundstück zwischen dem unteren Parkplatz und dem Schaukasten der Gemeinde zu verlegen. Und das wurde „pronto“ realisiert, denn schon fünf Tage später – und damit auf den Tag genau zwei Monate nach dem Abbau – rückte am Morgen des 1. Februar ein Bautrupp der Deutschen Post in Seckach an und stellte den großen Briefkasten an seinem neuen Standort wieder auf. Fazit war Dankbarkeit von allen Seiten an die Deutsche Post und vor allem an Martin Fichtner für die unkomplizierte und flotte Zusammenarbeit.