Aus dem Gemeinderat Rosenberg - Weichen für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage in Sindolsheim gestellt / ZEAG AG stellte das Projekt vor und beantwortete Fragen Regenerative Energie steht hoch im Kurs

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Zur Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage im Gewann „Hut“ in Sindolsheim (Bild) erteilte der Gemeinderat Rosenberg seine Zustimmung. Lediglich der Beschluss über die zu gründende Genossenschaft wurde vertagt. © Helmut Frodl

Erneut befasste sich der Gemeinderat in seiner Sitzung in Sindolsheim mit der Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage, die jetzt im Gewann „Hut“ auf Gemarkung Sindolsheim entstehen wird.

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Sindolsheim. Nach einstündigem Vortrag und der anschließenden Diskussion stellte das Gremium – wenn auch nicht einstimmig – die Weichen für diese geplante Realisierung. Bürgermeister Ralph Matousek blickte auf den bisherigen Werdegang zurück.

Nach der ersten, im Herbst 2018 im Rathaus eingegangenen Anfrage beschäftigte sich die Verwaltung mit dem Thema Freiflächen-Photovoltaikanlage. In einer Bürgerversammlung wurden die vom Gemeinderat erarbeiteten Vorgaben vorgestellt und somit die Bürger in dieses Thema mit einbezogen. Im Frühjahr diesen Jahres wurde vom Gremium der erstellte Kriterienkatalog beschlossen. In den vergangenen Monaten, so der Bürgermeister, haben ihn diesbezüglich viele Projektierer aufgesucht. Das Heilbronner Unternehmen ZEAG hat nunmehr bereits mit den Eigentümern des Gewanns „Hut“ unterhalb der „Wasserscheune“ in Sindolsheim Einigung erzielt, so dass man das Projekt in der heutigen Sitzung vorstellen könne, was durch ZEAG-Geschäftsführer Harald Endreß ausführlich erfolgte.

Geschäftsführer Endreß stellte sein Unternehmen und auch das geplante Projekt vor. Er machte in seinen Ausführungen mit überzeugenden Argumenten Werbung für die „Erneuerbaren Energien in Rosenberg“. So bot er unter anderem an, dass die ZEAG unter dem Dach einer neu zu gründenden „BürgerEnergie Rosenberg GmbH + Co. KG (BER) die unternehmerische Verantwortung für den Betrieb der Anlagen wahrnimmt. Zudem stelle sein Unternehmen, so Endreß, die Finanzierung der „BER“ sicher. Sie halte zudem die übrigen Anteile an der BürgerEnergie und verpflichte sich, Anteile an die Bürger-Energiegenossenschaft und die Gemeinde zu verkaufen. Dieser werde bei allen wesentlichen Entscheidungen ein Vetorecht eingeräumt.

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Die neue Anlage werde zudem über die gesamte Nutzungsdauer von 20 bis 30 Jahren im Besitz der Betreibergesellschaft bleiben. Somit ist auch klar geregelt, wer verantwortlich ist und auch der Rückbau der Anlage wäre somit gewährleistet. In einer geplanten Bürgergenossenschaft können sich Bürger, Vereine und Gewerbe durch den Kauf von Anteilen an der Finanzierung der Anlage beteiligen, wobei ein Anteil bei 300 Euro liegt. Die Genossenschaft kann auch Anteile an der BER erwerben und an die ZEAG veräußern. Der Sitz der Betreibergesellschaft und auch der Bürgergenossenschaft wäre Rosenberg, so dass hier auch die anfallende Gewerbesteuer für diese Anlage bezahlt würden. Teamleiter Thomas Lang stellt die geplante Anlage im Gewann „Hut“ im Detail vor. Die Größe der Fläche beträgt acht Hektar. Jeder Modultisch verfügt über sechs Module. Die gesamte Fläche wird eingezäunt werden und die Pflege soll durch eine geplante Schafbeweidung erfolgen. „Die Leistung beträgt acht Megawatt und kann somit 3125 Haushalte mit Strom versorgen“, erklärte er. Die Baukosten bezifferte Lang auf rund fünf Millionen Euro.

Durch die geplante Bürgergenossenschaft bleibt die Wertschöpfung der Anlage in der Region. Beim nächsten Punkt wurden die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung über verschiedene Genossenschaftsmodelle besprochen. Nicht befürwortet wurde ein Beitritt zur bestehenden Energiegenossenschaft Energie und Umwelt in Mosbach sowie die Gründung einer eigenen Energiegenossenschaft. Eine weitere Alternative ist die Gründung einer Energiegenossenschaft Bauland und favorisiert wurde vom Gemeinderat die Erweiterung der bestehenden Genossenschaft „Mein Dorfladen eG“. Ein Beschluss wurde aber vertagt. Mehrheitlich zugestimmt wurde jedoch, dass die Realisierung der Anlage durch die ZEAG aus Heilbronn erfolgen kann. F