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Gemeinderat Ravenstein - Feuerwehrbedarfsplan wurde vorgestellt / Zusammenschluss der Abteilungen Unterwittstadt und Ballenberg empfohlen

Verbesserungen beim Ravensteiner Feuerwehrbedarfsplan sind notwendig

In der jüngsten Sitzung des Ravensteiner Gemeinderats wurde der Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt. Dabei wurde deutlich: In vielen Bereichen sind Verbesserungen notwendig.

Von 
Helmut Frodl
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Da das Feuerwehrgerätehaus im Ravensteiner Stadtteil Unterwittstadt nicht mehr den Anforderungen entspricht, schlug ein Gutachter die gemeinsame Nutzung des Hauses in Ballenberg (Bild) vor. Zudem solle geprüft werden, ob sich beide Abteilungen zusammenschließen. © Helmut Frodl

Oberwittstadt. Bereits vor Jahren hatte die Stadt Ravenstein die Firma Forplan Forschungs- und Planungsgesellschaft für Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz aus Bonn beauftragt einen Feuerwehrbedarfsplan über den derzeitigen Zustand und der zukünftigen Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt zu erstellen. Leider sei es, wie Bürgermeister Ralf Killian in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Oberwittstadt sagte, bisher durch bestimmte Umstände nicht möglich gewesen, das mehr als 250 Seiten umfassende Gutachten dem Gemeinderat vorzustellen.

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Dies ist somit erst vor wenigen Wochen in einer Klausurtagung gelungen. Killian stellte das auf 20 Seiten zusammengefasste Gutachten vor, danach wird es dem Landratsamt zur weiteren Kenntnisnahme übermittelt.

In vier Teile gegliedert

Der Inhalt des vorgelegten Brandschutzbedarfsplanes ist in vier Teile gegliedert, der Ist-Zustand, das Soll-Konzept mit Maßnahmen und Empfehlungen sowie die Verabschiedung in politischen Gremien und die Umsetzung, zu der die Stadt angehalten ist, so der Bürgermeister. Die vom Gutachter dargestellte Einsatzstatistik der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt über Brände und technische Hilfeleistungen sagt aus, dass die Wehren im Bemessungszeitraum von 2015 bis 2019 durchschnittlich zu 7,6 Brandereignissen und 45,6 Technischen Hilfeleistungen ausrückten. Bei der Berechnung der Eintreffzeit bestehe nach den Worten Kilians kein Handlungsbedarf. Auch die Versorgung der Nachbargemeinden kann gut abgedeckt werden.

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Die Wehr, so der Bürgermeister, hat überproportional viele Feuerwehrleute. Alle Stadtteile verfügen über 176 Einsatzkräfte. Festgestellt wird aber, dass die Tagesstärke gering und in fast keinem Wohnort ausreichend ist. Die Mindestausstattung der Risikoanalyse setzt 42 Einsatzkräfte voraus. Das durchschnittliche Alter der Wehrmänner liegt bei 37,2 Jahren. Die Analyse der Altersstruktur zeigt, dass die meisten Feuerwehrkameraden zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Im Personalkonzept wird beschrieben, wie man neue Feuerwehrkameraden für den Dienst gewinnen kann. Dazu gehört beispielsweise auch die verstärkte Ausbildung kommunaler Mitarbeiter unter Beachtung der Möglichkeiten und Freiwilligkeit während der regelmäßigen Arbeitszeit, Kommunale Stellenausschreibungen oder mediale Werbung.

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Defizite in Erlenbach

Im Gutachten sind auch die Maßnahmen zur Verbesserung der Mängel an der Gebäudestruktur mit Klassifizierung dargestellt. „A“ bedeutet Defizite im Unfallschutz mit unmittelbarer Gefahr für Leben und Gesundheit der Einsatzkräfte die schnellstmöglich beseitigt werden müssen. „B“-Defizite beeinflussen den Einsatzablauf negativ und tragen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit bei. Sonstige Mängel ohne zeitliche Dringlichkeit „C“ sind zum Beispiel ein ausgereizter Schulungsraum und Küche.

Ein Beispiel wird anhand der Feuerwehrstandorte Erlenbach und Merchingen aufgezeigt, wo es in fast allen Bereichen Defizite, im Unfallschutz und auch Defizite, welche den Einsatzablauf negativ beeinflussen, gibt. Das Gutachten zeigt auch auf, dass ein räumlicher Zusammenschluss der Abteilung Unterwittstadt und Ballenberg möglich ist, da das Feuerwehrgerätehaus in Unterwittstadt nicht den Anforderungen im Rahmen der Standort- beziehungsweise Raumstruktur entspricht. Es wurde angemerkt, dass aufgrund der räumlichen Nähe eine Möglichkeit für eine gemeinsame Standortnutzung am Standort Ballenberg besteht, da das dortige Feuerwehrgerätehaus nahezu der Norm entspricht. Es sei deshalb zu prüfen, ob Möglichkeiten für einen Zusammenschluss beider Abteilungen bestehen. Aus der Erfahrung sei anzumerken, so der Gutachter, dass nur im Einvernehmen mit allen Einsatzkräften der Abteilungen eine Umsetzung von Strukturanpassungen möglich und erfolgreich sein kann. Bei einer alleinigen Entscheidung auf politischer Ebene sei definitiv damit zu rechnen, dass es zu Verlusten in der Personalstärke der Abteilungen kommen kann.

Hundertprozentige Abdeckung

Bei der Mindestvorhaltung von Standorten besteht bei den Feuerwehrgerätehäusern in Oberwittstadt, Ballenberg und Merchingen eine hundertprozentige Abdeckung. Fahrzeuge müssten aber „verschoben werden“ und die drei genannten Standorte, Ballenberg, Oberwittstadt und Merchingen, müssten gegebenenfalls einer Umsetzung erweitert werden, um Einsatzkräfte aus anderen Stadtteilen aufzunehmen.

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Das Fahrzeugkonzept sagt aus, dass für die Wehr noch ein HLF 10 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) benötigt wird, dass in Merchingen stationiert werden soll. Dieses Fahrzeug, so der Bürgermeister, sei in der Finanzplanung bereits eingeplant. Die empfohlenen Maßnahmen, wie die Umsetzung des Fahrzeugkonzeptes sowie die Verbesserung der Gebäudestruktur sollen bis 2025 umgesetzt werden. „Bei einem Umbau der Gerätehäuser muss die Stadt tief in die Tasche greifen“, sagte Bürgermeister Killian. Derzeit ist aber bereits an den Neubau des Gerätehauses in Merchingen gedacht. Nach Verabschiedung des Gutachtens müsse man aber einzelne Maßnahmen dringend angehen.

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Das Fazit des Gutachtens ist eindeutig. In vielen Bereichen muss eine Verbesserung erfolgen. Der Gemeinderat nahm das Gutachten zur Kenntnis und steht vor einer „Mammutaufgabe“ die beschriebenen Maßnahmen in den nächsten Jahren umzusetzen.

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