Im Gemeinderat Krautheim - Einstimmiger Beschluss zur Bewerbung für neue ELR-Förderrunde / Klepsau und Gommersdorf sollen Schwerpunktgemeinden werden "Wollen auf den Förderzug aufspringen"

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Christian Hagenbuch
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Die Ortsdurchfahrt in Gommersdorf soll nach erfolgreicher Aufnahme als ELR-Schwerpunktgemeinde in der Prioritätenliste ganz oben stehen.

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Krautheim. Seit Ende 2014 hat das Land Baden-Württemberg ein neues Förderprogramm im Rahmen des ELR (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) aufgelegt. Die hierin aufgenommenen Schwerpunktgemeinden des ländlichen Raums erhalten eine bevorzugte beziehungsweise erhöhte finanzielle Beihilfe zur nachhaltigen Verbesserung ihrer Infrastruktur. Die Stadt Krautheim möchte ihre Teilgemeinden Klepsau und Gommersdorf "auf diesen Förderzug aufspringen" lassen, wie der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschloss.

Plätze sind begehrt

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Die Plätze im Programm sind begehrt. Daher legte die Verwaltung zunächst diese beiden Teilgemeinden zur Abstimmung vor. Im weiteren Verlauf soll dann bei den Haushaltsberatungen im Herbst laut Bürgermeister Andreas Köhler "besprochen werden, was in weiteren Teilorten möglich ist".

Die Schwerpunkte des Programms wenden sich an Baustellen, die bereits in der Vergangenheit vonseiten der Stadt aufgegriffen worden waren: Beseitigung von innerörtlichen Leerständen, Umnutzung von Altsubstanz - all diese Themen standen bereits ab 2004 auf der Krautheimer Agenda, wie Köhler betonte. Nun soll eine neuer Anlauf unternommen werden, im Verbund mit der Nachbargemeinde Dörzbach. "Diese interkommunale Zusammenarbeit macht in vielerlei Hinsicht Sinn", so der Bürgermeister. Zum einen könne dadurch der Fördersatz um fünf bis zehn Prozentpunkte steigen, zum anderen die erforderlichen Ressourcen gebündelt werden.

Das im Vorfeld eingeschaltete Ingenieurbüro Klärle aus Weikersheim war bereits in beiden Kommunen tätig und könne die weiteren Planungsschritte aus einer Hand übernehmen. Köhler: "Das ist ein echter Pluspunkt, da sich momentan viele Gemeinden als Schwerpunkt bewerben. Dadurch sind die Kapazitäten der infrage kommenden Planungsbüros oftmals schon ausgelastet".

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Für die Planungsleistungen sei mit Kosten in Höhe von 28 613 Euro (brutto) zu rechnen. Der Posten sei nicht im Haushalt vorgesehen, solle aber laut Köhler "durch absehbare Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer finanziert werden". Außerdem dränge die Zeit, innerhalb von drei Monaten müssten die geforderten Vorleistungen komplettiert sein.

Die Landesregierung habe in diesem Zusammenhang den Umfang dahingehend erweitert, dass nunmehr eine deutlich stärkere Bürgerbeteiligung inklusive Workshops als Voraussetzung für die Höchstförderung gefordert werde.

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Köhler verdeutlichte den langfristigen Charakter einer Aufnahme: "Dieses Programm wird für voraussichtlich zehn Jahre gelten.

Langfristiger Charakter

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Private Bauherren können in großem Umfang profitieren. Für die erforderliche Maßnahmen zur Zukunftsgestaltung ist die Aufnahme eigentlich grundlegend erforderlich". In der anschließenden Diskussion erinnerte Gommersdorfs Ortsvorsteher Joachim Essig an die kürzliche Informationsveranstaltung mit Vertretern des Flurneuordnungsamts Hohenlohekreis zu diesem Thema und ergänzte: "Auf die Vorarbeiten seit 2004 können wir aufsetzen". Wolfgang Ringeisen lobte "das tolle Programm. Darauf kann man eigentlich gar nicht verzichten". Wie Bürgermeister Köhler auf Nachfrage bekräftigte, komme die gegenwärtige Beschränkung auf die beiden Teilorte aus dem zeitlichen Engpass heraus. Für Krautheim selbst steht das Programm nicht offen, da die Teilnahme an der Stadtsanierung zum Ausschluss aus ELR führe.

Der Vorschlag der Verwaltung, mit der Antragstellung als Schwerpunktgemeinde(n) auch die Erstellung der Konzeption an das Ingenieurbüro Klärle zu vergeben, wurde einstimmig befürwortet.