Gemeinderat Krautheim - Betriebsplan Forst 2017 vorgestellt / Nur vordergründig getrübtes Finanzergebnis / Marktlage weitgehend stabil Voll im Plan, trotz aktueller Abweichungen

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Christian Hagenbuch
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Krautheim. Voll im Zehn-Jahres-Plan, allerdings mit zeitlichen Verschiebeeffekten beim Erlös, präsentierte sich der Betriebsplan Forstwirtschaft 2017 im Krautheimer Gemeinderat.

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In der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend erläuterten die Förster Hecht und Heinzelmann in ihrem Rück- und Ausblick die derzeitige Lage im Stadtwald und darüber hinaus. Die Planabweichung beim finanziellen Ergebnis, welche sich auf 32 600 Euro beläuft, sollte nach ihren Angaben im kommenden Jahr mehr als nur wettgemacht werden. Hecht ging zunächst auf das vergangene Jahr ein: "Durch den trockenen Sommer 2015 war für das vergangene Jahr eine Hypothek entstanden. Nach einem Frühjahr mit ausreichend Niederschlägen hat sich später die Trockenheit allerdings fortgesetzt. Nun hoffen wir für den weiteren Jahresbeginn erneut auf viel Regen, was auch günstig in Sachen Borkenkäfer wäre".

Die Situation am Holzmarkt schätzte Hecht wie folgt ein: Laubstammholz - generell relativ gut, die Nachfrage nach Eiche halte an, Buche habe sich preislich stabilisiert. Esche ebenso, mit teils leicht steigender Tendenz. Brenn- und Industrieholz - Preise leicht rückläufig bei insgesamt stabiler Absatzmenge. Bei Nadelhölzern, welche über die Holzverkaufsstelle beim Landratsamt veräußert werden, sei die Gesamttendenz unterm Strich stabil.

Aktuell noch unklar, da nicht entschieden, sind die vermutlich weitreichenden Auswirkungen des am OLG Düsseldorf anhängigen Verfahrens zur Entbündelung des Nadelstammholzverkaufs, welches durch das Bundeskartellamt initiiert worden sei.

Einschlag: 3085 Festmeter

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Anschließend ging Amtskollege Heinzelmann auf die Bewirtschaftung des Stadtwalds ein. Der vollzogene Einschlag von 3085 Festmetern lag unter der Plangröße (3195). Insgesamt befinde man auf Sicht des Zehn-Jahres-Korridors jedoch auf Kurs. Schadeinschlag in nennenswerter Größenordnung musste nicht vorgenommen werden.

Im Finanzergebnis werde mit einem Gewinn von etwa 21 000 Euro (Plan: 53 600 Euro) gerechnet. Heinzelmann: "Diese Abweichung sieht auf den ersten Blick gravierender aus, als sie eigentlich ist".

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Die Stichtagsbetrachtung per 31. Dezember verzerre heuer den Blick auf den gesamten Verwertungszeitraum. So befinde sich derzeit geschlagenes, aber noch nicht verwertetes Holz im Gegenwert von rund 45 000 im Wald.

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"2017 wird ein Bombenjahr werden", so der Förster. Änderungen bei der Anzahl der Aufkäufer-Firmen sowie ungeplante Belastungen in Sachen Mehrwertsteuer seien hinzu gekommen. In der Zeitreihe 2010 bis 2016 stehe ein Gesamterlös von 625 735 Euro oder 89 390 Euro p. a. zu Buche. Im Plan für das laufende Jahr werde der Einschlag mit 3100 Festmetern angesetzt und der Gewinn auf 58 300 Euro plus Überhang aus 2016 taxiert. Bei den Kulturen seien diverse kleinere Pflanzungen vorgesehen. Bürgermeister Andreas Köhler dankte dem Forstteam und ergänzte: "Es gibt Gemeinden, die bei der Waldbewirtschaftung drauflegen müssen. Wir verwerten, was der Wald liefert, ohne auszurauben, und liegen voll im langfristigen Plan". Der Gemeinderat billigte den Betriebsplan Forstwirtschaft 2017 einstimmig.